Die Hamburger stolpern übern spitzen Stein und die Ruhrpottler vertun sich gern mal mit Akkusativ und Dativ: „Dat kann mich nicht passieren!“
Nun, so einfach wie diese landläufigen Redensarten vermuten lassen, funktionieren die sogenannten Regiolekte nicht, sagt Philipp Cirkel. Und der muss es wissen, forscht der studierte Linguist doch schon seit Jahren über den Sprachgebrauch in unserer Region. Unterhaltsam und kompetent erzählte er in dieser Woche bei seinem Vortrag über Ruhrdeutsch im vollbesetzten Cornelia Funke Baumhaus von Dat und Wat und den typischen Verschmelzungsformen zweier Wörter, wie „auffe Straße, anne Bänke und umme Ecke“.
Philipp Cirkel ist nicht nur Ruhrdeutsch-Theoretiker, sondern echt „von hier wech“. Als waschechter Dorstener wuchs er in unserer Stadt auf, die als Tor zum Ruhrgebiet und Brücke zum Münsterland Sprachwissenschaftlern ein spannendes Forschungsfeld bietet. Im Dorstener Norden wird noch Platt gekürt, im Süden fühlen sich die Menschen eher dem Ruhrgebiet verbunden. Hier stoßen Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen mit all ihren Eigenarten zusammen.
Schwieriger als gedacht
Wie aufwändig die wissenschaftliche Erforschung von Dialekten und Regiolekten ist, wissen ahnungslose Laien nicht: „Wir haben mit vielen Menschen Gespräche geführt, ihre Sprache aufgezeichnet und in monatelanger Computerarbeit und mit Hilfe zahlreicher Excell-Tabellen ausgewertet“, nahm er sein Publikum mit hinter die Kulissen der Forschungsarbeit. Manche Probanden täten sich bei den sogenannten Tischgesprächen, die aufgezeichnet werden, oft recht schwer: „Nach kurzer Zeit gehen ihnen die Themen aus und sie wissen sich nichts mehr zu erzählen“, berichtet er.
„Wat?“, sach ich und schüttele ungläubig den Kopf, „hömma, da komm ich mit dat Beate vonne Hardt demnächst ma als sonne Probetante – oder wie dat heißt – in dein Elfenbeinturm vorbei, und da kannse dein Tonbandgerät aber schomma auf ne lange Nacht vorbereiten, dat sach ich dich!“
Er war begeistert und hat angedroht, auf mein Angebot schon bald zurückzukommen.
Jau, Philipp, alles klar. Wenn die Wissenschaft rufen tut, dann stehen die Ruhris doch parat, wa!
Tschüssikowsk und Glückauf!




























