StartStadtteileLembeckNick Homfeldt aus Dorsten-Lembeck kickt in der Nationalmannschaft

Nick Homfeldt aus Dorsten-Lembeck kickt in der Nationalmannschaft

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Nick Homfeldt hat das geschafft, wovon fast jedes junge Fußballtalent träumt: Er kickt in der Nationalmannschaft. Allerdings spielt er mit seinen Mannschaftkollegen unterm Radar, denn die CP-Nationalmannschaft wird vom DFB leider nicht wirklich wahrgenommen und vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) nicht mehr gefördert.

Der sympathische Lembecker steht bereits seit seinem vierten Lebensjahr auf dem Fußballfeld. Seine Fußballkarriere begann beim SV Schwarz-Weiß Lembeck 1921 e. V., unterbrochen von einem Vereinswechsel zum SuS Grün-Weiß Barkenberg 72 e. V. Seit diesem Jahr spielt er nun wieder in Lembeck bei den „Normalos“, wie Nick seine nichtbehinderten Mitspieler nennt.

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Nick Homfeldt CP Fußball
Nick Homfeldt. Foto: Christian Sklenak

Behinderung hält Nick Homfeldt nicht auf

Nick darf das, denn er hat eine Behinderung. Seit einem Schlaganfall vor seiner Geburt, einer sogenannten cerebralen Parese (CP), hat er körperliche, rechtsseitige Einschränkungen, die ihn jedoch nicht davon abhalten, Fußball zu spielen.

Bei einem seiner Trainingsspiele sprach ihn Franz-Josef Kendziora, der Ansprechpartner für die Jugend des Behindertensportvereins in Dorsten an. „Er teilte mir mit, dass er mich beim Training beobachten wollte und fragte mich, ob ich die Schlümpfe kennen würde“, erinnert sich Nick. „Ich wusste zuerst gar nicht, was er von mir wollte, bis ich dann erfuhr, dass mit den Schlümpfen der Behindertensportverein BSV Schlümpfe 09 Dorsten e.V. gemeint war“, lacht der junge Fußballer. Er fährt fort: „Als Franz-Josef dann anschließend noch meinte, ich hätte Talent und er würde mich zur deutschen CP-Fußball-Nationalmannschaft bringen, habe ich ihm das natürlich erst einmal nicht geglaubt.“

Nick Homfeldt CP Fußball
Der aktuelle Kader der deutschen Nationalmannschaft CP. Foto: privat

Adler auf der Brust und die Neun auf dem Rücken

Aber Franz-Josef Kendziora sollte Recht behalten. CP‐Fußball wird von Menschen mit einer cerebralen Bewegungsstörung gespielt und genau die hat Nick. Somit wurde er bei zwei Turnieren der Landesauswahl NRW von Conny Frank Fritsch in Augenschein genommen. Er ist kein Geringerer als der ehemalige Kapitän der CP-Fußball-Nationalmannschaft und übernahm 2017 das dortige Traineramt. Nicks großer Wunsch nahm somit immer mehr Form an. Ende August 2024 wurde er noch gesichtet, im November trug er bereits das Trikot mit dem deutschen Adler und der Rückennummer NEUN.

Nick Homfeldt CP Fußball
Nick Homfeldt spielt mit der Nummer 9. Foto: privat

Fußball CP besteht weltweit bereits seit dem Jahr 1978 und war von 1984 bis 2016 eine paralympische Disziplin. In Deutschland wurde erst im Frühjahr 2014 eine eigene Nationalmannschaft unter dem Dach des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) gegründet. Gespielt wird mit sechs Feldspielern und einem Torhüter pro Team auf einem verkleinerten Fußballfeld. Die Spieldauer beträgt zweimal 30 Minuten, ansonsten gelten die Regeln der FIFA.

Lampenfieber beim ersten WM-Spiel

„Bei meinem ersten WM-Spiel für die Nationalmannschaft war ich extrem nervös“, erinnert sich Nick. „Ich hatte totale Angst, etwas falsch zu machen“. Etwas „falsch“ gemacht hatte er dennoch, denn er kassierte seine erste gelbe Karte. Gegen Irland gewann die deutsche Mannschaft 2:1 und spielte letztendlich gegen die USA um Platz acht.

Bei der Europameisterschaft 2025 in England erreichte die deutsche Fußball-CP-Nationalmannschaft sogar einen sensationellen vierten Platz. „Wir können aufgrund fehlender finanzieller Mittel nur drei- bis viermal im Jahr jeweils für ein Wochenende trainieren“, bedauert Nick. „Aber dafür zeigen wir eine wirklich gute Leistung. Wir haben nicht damit gerechnet, überhaupt das Halbfinale zu erreichen. Wir sind als Underdogs angetreten und stehen aktuell auf Platz zehn der Weltrangliste“, ist er zu Recht stolz.

Nick Homfeldt CP Fußball
Nick Homfeldt im Einsatz. Foto: privat

Fehlende Förderung stellt Nationalmannschaft vor Probleme

Mittlerweile besteht der Spielerkader der Nationalmannschaft aus über 120 Spielern. Nachwuchs und Interesse sind also durchaus da, dennoch ist die deutsche CP-Fußball-Nationalmannschaft so ziemlich das einzige Team weltweit, das finanziell nicht von seinem Land gefördert wird. Zum Glück erhält Nick zumindest von seinem Arbeitgeber, der K & K Montagen GmbH in Reken, bezahlten Sonderurlaub, sonst wäre für die sportliche Bürofachkraft die Teilnahme an WM und EM gar nicht möglich.

„Der Deutsche Behindertensportverband konzentriert seine finanziellen Mittel fast ausschließlich auf die Paralympics, wodurch die bisherige Unterstützung für die WM gestrichen wurde“, betont Nicks Mutter Suzana Dedivanovic und Nick ergänzt: „CP-Weltmeister Australien stellt zurzeit einen Antrag auf erneute Teilnahme des CP-Fußballs an den Paralympics. Wir müssen daher dringend bei der WM im nächsten Jahr antreten, unabhängig davon, welchen Platz wir belegen. Ansonsten haben wir keine Chance auf eine Teilnahme bei den paralympischen Spielen und auf eine finanzielle Unterstützung. Mindestens 80.000 Euro an Spendengeldern muss das Team einfahren, um zur WM nach Atlanta (USA) fliegen und die Unterkunft bezahlen zu können.

Nick Homfeldt CP Fußball
Das Team außerhalb des Platzes: Nick und seine Mutter Suzana. Foto: privat

Suzana sammelt in ihrem Lembecker Restaurant „LANDGericht“ Spenden und garantiert, dass die komplette Spendensumme plus Trinkgelder dem Förderverein zugutekommen. Auch Nicks Schwester Jaqueline versucht zu helfen, wo es geht, um ihrem Bruder und seinen Mitspielern die Teilnahme an der WM zu ermöglichen. „Ich habe Firmen und Vereine angeschrieben und will nicht undankbar sein, aber weit bin ich leider nicht gekommen“, bedauert sie. „Die Jungs haben es wirklich verdient, ich habe sie kennengelernt und alle brennen für die WM“, setzt sie noch hinzu.

Spende würde Nick Homfeldt zur WM bringen

Nun liegt die Hoffnung auf Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser. Auch unser Bürgermeister würde sich sehr über Unterstützung freuen. Er lernte Nick bei einem Besuch im Rathaus kennen und sieht in ihm einen guten Botschafter für Dorsten, aber auch ein Vorbild dafür, was man mit Einsatzbereitschaft und Leidenschaft erreichen kann. „Ich würde mich freuen, wenn viele Dorstener mit einer kleinen Spende dazu beitragen, die Teilnahme der CP-Nationalmannschaft an der WM im kommenden Jahr zu ermöglichen“, richtet sich Tobias Stockhoff an die Dorstener. Weitere Infos erhalten Sie unter www.cp-nationalmannschaft.de.

Spenden für die CP Nationalmannschaft

Förderverein SSV Elspe
IBAN: DE35460628170015767300
Betreff: Spende Nationalmannschaft CP

Alle Spenden sind steuerlich absetzbar, Quittungen können über den Förderverein der Nationalmannschaft ausgestellt werden.

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