Dorsten steht im Mai für eine Woche im Zeichen von Menschenwürde, Demokratie und bürgerschaftlichem Engagement. Zu den „Dorstener Tagen des Grundgesetzes“ kommt am Montag, 18. Mai 2026, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in die Stadt. Es ist der erste Besuch eines amtierenden Bundespräsidenten in Dorsten.
„Wir sind sehr stolz, zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik einen amtierenden Bundespräsidenten begrüßen zu dürfen“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Vorstellung des Programms. Der Besuch steht im Zusammenhang mit dem neuen bundesweiten „Ehrentag“, der am 23. Mai, dem Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes, erstmals begangen wird. Dorsten ist dabei Auftakttermin der bundesweiten Tour des Bundespräsidenten.
Brücke zwischen Grundgesetz und Ehrenamt
Der Ehrentag soll demokratische Werte stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und zugleich das Ehrenamt würdigen. Genau diese Verbindung passt aus Sicht der Stadt besonders gut zu Dorsten. Denn die Tage des Grundgesetzes sind hier seit Jahren bürgerschaftlich geprägt. Vereine, Schulen, Initiativen und engagierte Einzelpersonen gestalten gemeinsam das Programm.
Bürgermeister Stockhoff sprach von einer besonderen Wertschätzung für das langjährige Engagement des Dorstener Stadtdialogs für Menschenwürde, Demokratie und Respekt. „Der Bundespräsident erweist damit dem langjährigen Engagement des Dorstener Stadtdialogs, den daraus entstandenen Tagen des Grundgesetzes und dem ausgeprägten Ehrenamt in unserer Stadt eine besondere Ehre“, sagte Stockhoff.
Die Dorstener Tage des Grundgesetzes finden in diesem Jahr vom 17. bis 23. Mai statt. Sie werden zum sechsten Mal ausgerichtet. Stockhoff erinnerte daran, dass die Aktionstage 2021 erstmals stattfanden. Inzwischen hätten sie sich zu einem festen Bestandteil des städtischen Lebens entwickelt. Er sprach von einem „kleinen Jubiläum“. Jedes Jahr steht die Woche unter einem neuen Motto. 2026 lautet es „Demokratie.konkret“.

Demokratie soll greifbar werden
Mit dem Motto wollen die Organisatoren deutlich machen, dass das Grundgesetz nicht nur ein historisches Dokument ist. Es soll mit dem Alltag der Menschen verbunden werden. „Demokratie.konkret“ bedeute, über Themen zu sprechen, die nicht abstrakt seien, sondern direkt mit dem Leben der Menschen zu tun hätten, sagte Stockhoff.
Auch Joachim Thiehoff, Koordinator der Aktionstage, zeigte sich erfreut über die breite Beteiligung. Das Programm sei erneut bunt und vielfältig. Viele Impulse kämen direkt aus der Bürgerschaft. Insgesamt umfasst die Woche rund 30 Aktionspunkte. Auch der Grundgesetzladen in der Suitbertusstraße 7 werde „üppig bespielt“, so Thiehoff.
Der Grundgesetzladen ist während der Aktionswoche zentraler Treffpunkt in der Innenstadt. Dort geht es um Information, Austausch und Begegnung. Besucherinnen und Besucher können sich mit der Entstehung und Bedeutung des Grundgesetzes beschäftigen, miteinander ins Gespräch kommen und an verschiedenen Formaten teilnehmen. Geplant sind unter anderem Ausstellungen, Lesungen, Workshops, Diskussionen, kreative Aktionen sowie Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Schulen bringen sich aktiv ein
Eine wichtige Rolle spielen auch die Dorstener Schulen. Davon können etwa Tristan Gayda, Lehrer am Gymnasium Petrinum, und Schülersprecherin Julia Möller sowie Adrian Deckers, Lehrer am Gymnasium St. Ursula, und Schülersprecherin Annika Teuber berichten.
Die beiden Schülersprecherinnen machten deutlich, dass das Grundgesetz auch im Schulleben eine wichtige Rolle spielt. Jugendliche setzten sich intensiv mit demokratischen Werten, Mitsprache und Verantwortung auseinander. Auch die Lehrer betonten, dass das Grundgesetz ein zentrales Thema an den Schulen sei.
Beide Schulen haben ihre Schülerinnen und Schüler eingeladen, an einer Menschenkette teilzunehmen. Trotz der Nachmittagszeit sei die Bereitschaft dazu groß. Das zeige, dass junge Menschen Demokratie nicht nur im Unterricht behandeln, sondern auch öffentlich sichtbar machen wollten.
Grundgesetzladen lebt vom Ehrenamt
Auch Ralf Losen und Martin Bach vom Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ hoben die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor. Besonders der Grundgesetzladen lebe davon, dass viele Menschen dort Zeit, Ideen und Überzeugung einbringen. Neben Initiativen und Vereinen füllten auch Schülerinnen und Schüler den Laden mit Leben.
Damit werde deutlich, was die Aktionstage ausmachen: Demokratie wird nicht nur erklärt, sondern praktisch erlebt. Menschen kommen zusammen, diskutieren, arbeiten gemeinsam an Projekten und setzen Zeichen für Menschenwürde, Respekt und Zusammenhalt.
Auftakt im Bürgerpark, Abschluss mit Picknick
Den Auftakt der Aktionswoche bildet am Sonntag, 17. Mai, ein Gottesdienst im Bürgerpark Maria Lindenhof. Am Montag, 18. Mai, folgt die offizielle Eröffnung im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Details zum genauen Ablauf des Besuchs will das Bundespräsidialamt voraussichtlich im Laufe dieser Woche bekanntgeben.
Den Abschluss bildet am Samstag, 23. Mai, dem neuen bundesweiten Ehrentag, ein großes Picknick im Bürgerpark Maria Lindenhof. Dort präsentieren sich Initiativen und Vereine, laden zum Austausch ein und machen Demokratie vor Ort erlebbar.
„Die Dorstener Tage des Grundgesetzes zeigen eindrucksvoll, wie lebendig Demokratie in unserer Stadt ist“, betonte Bürgermeister Stockhoff. „Sie entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, miteinander sprechen und Verantwortung übernehmen.“
Alle Veranstaltungen sind grundsätzlich kostenlos. Für einzelne Programmpunkte ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen gibt es bei der Stadt Dorsten im Büro für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport bei Joachim Thiehoff unter Telefon 02362 66-3334 oder per E-Mail an [email protected]
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