Kann ein Foto die Wirklichkeit zeigen oder erzeugt es lediglich eine neue Version davon? Dieser Frage widmet sich ein Künstlerdialog im artpark Hoher Berg. Am Mittwoch, 1. Juli 2026, kommen dort ab 18 Uhr die Fotografen David Eicher und Karl Banski miteinander ins Gespräch. Moderiert wird der Abend von Hella Sinnhuber.
Unter dem Titel „Bildern misstrauen!“ geht es um die Grenzen fotografischer Abbildung, um den Moment der Aufnahme und um die Frage, welche Wirklichkeit ein Bild überhaupt festhalten kann.
Das Negativ als Haltung
„Das Negativ ist für mich eine Haltung“, sagt der Münchner Fotograf David Eicher. „Ich fotografiere nicht, um die Welt abzubilden, sondern um ihr die Selbstverständlichkeit zu entziehen.“
Damit richtet sich sein Blick nicht allein auf das sichtbare Motiv. Vielmehr hinterfragt Eicher jene Gewissheiten, die Betrachterinnen und Betrachter häufig mit einer Fotografie verbinden. Das Bild erscheint bei ihm nicht als Beweis, sondern als Ausgangspunkt für Zweifel und neue Deutungen.
Viele Aufnahmen ergeben ein latentes Motiv
Der Duisburger Fotograf Karl Banski beschäftigt sich in seiner Werkreihe „Kodek“ mit der Frage, wie sich Arbeitsweisen aus der Landschaftsmalerei und der literarischen Ortsbeschreibung auf die Fotografie übertragen lassen.
„Es geht darum, die Sammlung visueller Eindrücke und die eigentliche Bildentstehung als zwei voneinander getrennte Entstehungsphasen zu begreifen“, erläutert Banski.
Seine Arbeiten beruhen auf Serien zahlreicher Aufnahmen desselben Motivs. An die Stelle eines einzelnen Ausgangsbildes tritt ein sogenanntes latentes Motiv. Darin überlagern sich unterschiedliche Zeitpunkte, Perspektiven und Unschärfen. Die fertigen Werke entziehen sich dadurch einer eindeutigen zeitlichen und räumlichen Verortung.
Offener Dialog mit den Gästen
Im Gespräch mit Hella Sinnhuber wollen die beiden Künstler fotografische Möglichkeitsräume erkunden. Dabei soll es auch um die Rückseiten der Bilder, um den entscheidenden Moment der Aufnahme und um die spätere Interpretation des fotografisch Erfassten gehen.
Die Gäste sind ausdrücklich eingeladen, sich mit Fragen und eigenen Gedanken an dem offenen Dialog zu beteiligen.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die „Kathedrale der Namenlosen“ im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Der Künstlerdialog beginnt am Mittwoch, 1. Juli 2026, um 18 Uhr im artpark Hoher Berg, Hoher Berg 15 in 46514 Schermbeck.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, erleichtert den Veranstaltern jedoch die Planung. Sie ist per E Mail an [email protected] möglich. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Weitere Informationen gibt es unter www.artpark.nrw.




























