Im Central Kinocenter Dorsten wurde es am Samstag still, als der Film „The Loser Club“ über die Leinwand lief. Was als Kulturrucksack-Projekt der VHS Dorsten begann, wurde für die jungen Darstellerinnen und Darsteller zu einem besonderen Kinomoment mit Popcorn, Applaus und einem Thema, das viele im Saal spürbar bewegte.

Premiere im Central Kinocenter
Der Film „The Loser Club“ startete am Samstag um 13 Uhr im Central Kinocenter. Vor Beginn versorgten sich die jungen Schauspieltalente noch mit Popcorn. Viele hatten sich für ihre Premiere extra schick gemacht. Einige Jungen kamen trotz Hitze im Anzug oder im weißen Hemd. Im gut temperierten Kinosaal warteten Eltern, Geschwister, Unterstützerinnen und Unterstützer gespannt darauf, den Nachwuchs erstmals auf der großen Leinwand zu sehen.

Die Stimmung im Saal war von Anfang an neugierig und konzentriert. Für viele Eltern war es ein besonderer Moment, die eigenen Kinder in einem Film zu erleben. Schnell zeigte sich: Das Projekt hatte mehr hervorgebracht als nur einen Kursfilm. Das eine oder andere schauspielerische Talent wurde an diesem Tag sichtbar.
Szenen, die den Atem stocken ließen
Der Film beschäftigte sich mit Mobbing in der Schule. Einige Szenen wirkten so authentisch gespielt, dass im Kinosaal kurz spürbare Stille entstand. Der Film ließ an vielen Stellen vergessen, dass die Darstellerinnen und Darsteller Kinder und Laienschauspieler waren.
Deutlich wurde, wie stark Mobbing das Schulleben belasten kann. Ebenso zeigte der Film, dass Zusammenhalt etwas verändern kann. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler spielten Ausgrenzung, Unsicherheit, Angst, aber auch Mut und gegenseitige Unterstützung mit großer Ernsthaftigkeit.

Regisseurin Cirsten Piduhn bedankte sich nach der Vorführung bei den Kindern. „Ich möchte mich bei den wunderbaren, großartigen Kindern bedanken, die unsere Darsteller und Darstellerinnen vom Musical und Filmproduzenten waren. Großen Applaus dafür!“
Kinder aus vielen Schulen der Stadt
Nach Angaben von Piduhn waren fast alle Schulformen der Stadt in dem Projekt vertreten. Genannt wurden unter anderem Gymnasien, Realschule St.-Ursula-Gymnasium, Gmynasium Petrinum, die Montessori-Schule, die Gesamtschule Wulfen, die Gesamtschule Schermbeck sowie Dorstener Grundschulen.

Piduhn beschrieb die Erfahrung als Filmemacherin als tief beeindruckend. Die zentrale Botschaft sei klar gewesen: „Alle wollen gemeinsam gegen Mobbing kämpfen.“
Ein besonderer Dank ging auch an die Eltern. „Einen großen Dank möchte ich an dieser Stelle auch den lieben Eltern aussprechen, die die Kinder immer aktiv ins Kino gebracht und auch wieder abgeholt haben. Vielen Dank für Ihre Flexibilität, Ihre Zeit und Ihre Unterstützung. Ohne Sie hätte dieses Projekt gar nicht umgesetzt werden können.“

Erinnerung zum Mitnehmen
Babette Montemurri, freie Mitarbeiterin bei der VHS Dorsten, zeigte sich am Ende sichtlich gerührt. Sie erklärte, dass die Kinder allen Beteiligten während des Projekts ans Herz gewachsen seien.
„Die Kinder sind uns alle so ans Herz gewachsen, dass wir uns dachten, wir wollen nicht nur den Film zeigen, sondern jedem auch noch eine Kleinigkeit mitgeben.“

Für alle, die am Film beteiligt waren, gab es ein hochwertiges Kinoplakat. „Einige Mamas und Papas haben ja auch Eddings mit. Das könnt ihr euch dann gegenseitig unterschreiben. Heute sind ja alle Darsteller da. Dann könnt ihr euch alle zusammen mit einem Autogramm verewigen. Und dann habt ihr immer eine Erinnerung an heute.“
Damit bekam die Premiere auch einen persönlichen Abschluss. Aus dem Filmprojekt wurde für die jungen Darstellerinnen und Darsteller ein Tag, den viele wohl länger in Erinnerung behalten werden.
Unterstützung durch Mobile Jugendhilfe
Ein großes Dankeschön richteten die Beteiligten auch an die Mobile Jugendhilfe Holsterhausen/Rhade. Sie unterstützte das Projekt während der Dreharbeiten und betreute die Kinder in den Pausen.

Die Mobile Jugendhilfe Holsterhausen/Rhade ist eine Trägerkooperation aus AWO, Friedenshort, Stadt Dorsten und LWL. Zum Team gehören Katharina Bauer als Einrichtungsleitung beim LWL, Janine Kock vom LWL, Andrea Schottkowski von der Stadt Dorsten, Anna-Lena Sczesny sowie Cristina Müller von der AWO.
Cristina Müller erklärte, das Team habe das Projekt unterstützt, indem es in den Drehpausen die Kinder betreut und gemeinsam mit ihnen das Mittagessen gekocht habe.

Stadt Dorsten würdigt Leistung der Kinder
Der 2. stellvertretende Bürgermeister Julian Fragemann richtete sich besonders an die Kinder und Jugendlichen. „Ich möchte als erstes mal sagen, das war eine ganz, ganz tolle Leistung. Und da sage ich euch, ich glaube, da war der Saal begeistert. Da habt ihr euch noch mal einen ganz, ganz dicken Applaus verdient.“

Fragemann betonte, das Thema Mobbing sei weiterhin wichtig. Mobbing, Ausgrenzung und soziale Isolation gehörten leider noch immer zum Alltag vieler Schülerinnen und Schüler. Auch im Berufsleben gebe es solche Erfahrungen.
Das Projekt habe nach seiner Einschätzung genau dort angesetzt. Es mache deutlich, dass Betroffene nicht allein seien und dass man jeden Tag gegen Ausgrenzung angehen müsse.
Besonders beeindruckt zeigte sich Fragemann davon, dass das Ergebnis durch 35 engagierte Kinder und Jugendliche entstanden sei. Er hob hervor, dass es kein Casting gegeben habe. Die Teilnahme sei spontan über die Anmeldung zu einem Kurs erfolgt.
Dank sprach er Cirsten Piduhn, Regisseur Wayne Graves und Babette Montemurri aus, die sich unter anderem um Regie, Organisation und Drehorte gekümmert hatten. Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff und Schalke-Profi Kevin Müller hätten mitgewirkt und damit ihre Unterstützung gezeigt. Fragemann sagte weiter: „In unserer Stadt Dorsten wollen wir deutlich machen, dass wir keinen Platz für Ausgrenzung und Isolation haben. Nein, wir stehen hier für Zusammenhalt und das soll sich auch in der Stadtgesellschaft widerspiegeln.“
Zum Abschluss verband er seinen Dank mit einem Wunsch: „Und das möchte ich damit verbinden, dass ich sage, meine Hoffnung ist, dass die Botschaft dieses Films von Ihnen allen, die wir heute anwesend waren, von uns allen weitergetragen wird. Es war eine tolle Leistung.“

VHS und Kulturrucksack machen Projekt möglich
Auch VHS-Leiter Carsten Feldhoff bedankte sich bei allen Beteiligten. Er erklärte, er wisse aus eigener Erfahrung im Ehrenamt, wie viel Arbeit hinter einem solchen Projekt stecke. „Deshalb möchte ich mich dafür ganz herzlich bedanken.“
Anke Klapsing-Reich von der Stadt Dorsten hob die Bedeutung des Kulturrucksack-Projekts hervor. „Wir beide hier freuen uns sehr, dass wir das Filmprojekt, das die VHS durchgeführt hat, als Kulturrucksack-Projekt anbieten und finanzieren konnten.“

Sie erklärte, der Kulturrucksack sei ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen, das in Kooperation mit Kommunen und Kultureinrichtungen durchgeführt werde. „Es richtet sich speziell an die Zielgruppe der Zehn- bis Vierzehnjährigen, um ihnen so früh und so weit wie möglich die Türen zu Kunst und Kultur zu öffnen.“
Ein Film mit Botschaft
Die Premiere im Central Kinocenter zeigte, wie stark ein Filmprojekt wirken kann, wenn Kinder und Jugendliche ein Thema aus ihrer eigenen Lebenswelt aufgreifen. Auf der Leinwand ging es um Mobbing, Ausgrenzung und Zusammenhalt. Im Kinosaal ging es um Applaus, Anerkennung und einen gemeinsamen Moment.
Für die jungen Darstellerinnen und Darsteller wurde der Samstag damit zu mehr als einer Filmpremiere. Sie standen nicht nur auf der Leinwand. Sie setzten auch ein sichtbares Zeichen gegen Mobbing.
Laut Babette Montemurri bekommt „The Loser Club“ eine weitere Vorstellung: Der Film werde noch einmal am 27. September im Dorstener Kino gezeigt. Weitere Informationen sollen folgen.













































