StartKinderFilmpremiere in Dorsten: „The Loser Club“ setzt ein starkes Zeichen gegen Mobbing

Filmpremiere in Dorsten: „The Loser Club“ setzt ein starkes Zeichen gegen Mobbing

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Im Central Kinocenter Dorsten wurde es am Samstag still, als der Film „The Loser Club“ über die Leinwand lief. Was als Kulturrucksack-Projekt der VHS Dorsten begann, wurde für die jungen Darstellerinnen und Darsteller zu einem besonderen Kinomoment mit Popcorn, Applaus und einem Thema, das viele im Saal spürbar bewegte.

Darsteller VHS Film und Kulturrucksack Dorsten Film "The Looser Club"
Einige der Darstellerinnen und Darsteller nach der Filmpremiere „The Loser Club“ Foto: Privat

Premiere im Central Kinocenter

Der Film „The Loser Club“ startete am Samstag um 13 Uhr im Central Kinocenter. Vor Beginn versorgten sich die jungen Schauspieltalente noch mit Popcorn. Viele hatten sich für ihre Premiere extra schick gemacht. Einige Jungen kamen trotz Hitze im Anzug oder im weißen Hemd. Im gut temperierten Kinosaal warteten Eltern, Geschwister, Unterstützerinnen und Unterstützer gespannt darauf, den Nachwuchs erstmals auf der großen Leinwand zu sehen.

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Junge Darstellerinnen und Darsteller von The Looser Club stehen bei der Premiere auf der Bühne im Central Kinocenter Dorsten
Foto: Petra Bosse

Die Stimmung im Saal war von Anfang an neugierig und konzentriert. Für viele Eltern war es ein besonderer Moment, die eigenen Kinder in einem Film zu erleben. Schnell zeigte sich: Das Projekt hatte mehr hervorgebracht als nur einen Kursfilm. Das eine oder andere schauspielerische Talent wurde an diesem Tag sichtbar.

Szenen, die den Atem stocken ließen

Der Film beschäftigte sich mit Mobbing in der Schule. Einige Szenen wirkten so authentisch gespielt, dass im Kinosaal kurz spürbare Stille entstand. Der Film ließ an vielen Stellen vergessen, dass die Darstellerinnen und Darsteller Kinder und Laienschauspieler waren.

Deutlich wurde, wie stark Mobbing das Schulleben belasten kann. Ebenso zeigte der Film, dass Zusammenhalt etwas verändern kann. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler spielten Ausgrenzung, Unsicherheit, Angst, aber auch Mut und gegenseitige Unterstützung mit großer Ernsthaftigkeit.

Junge Darstellerinnen und Darsteller von The Looser Club stehen bei der Premiere auf der Bühne im Central Kinocenter Dorsten
Regisseurin Cirsten Piduhn (2.v.l.) : „Alle wollen gemeinsam gegen Mobbing kämpfen“. Foto: Petra bosse

Regisseurin Cirsten Piduhn bedankte sich nach der Vorführung bei den Kindern. „Ich möchte mich bei den wunderbaren, großartigen Kindern bedanken, die unsere Darsteller und Darstellerinnen vom Musical und Filmproduzenten waren. Großen Applaus dafür!“

Kinder aus vielen Schulen der Stadt

Nach Angaben von Piduhn waren fast alle Schulformen der Stadt in dem Projekt vertreten. Genannt wurden unter anderem Gymnasien, Realschule St.-Ursula-Gymnasium, Gmynasium Petrinum, die Montessori-Schule, die Gesamtschule Wulfen, die Gesamtschule Schermbeck sowie Dorstener Grundschulen.

Babette Montemurri
Foto: Petra Bosse

Piduhn beschrieb die Erfahrung als Filmemacherin als tief beeindruckend. Die zentrale Botschaft sei klar gewesen: „Alle wollen gemeinsam gegen Mobbing kämpfen.“

Ein besonderer Dank ging auch an die Eltern. „Einen großen Dank möchte ich an dieser Stelle auch den lieben Eltern aussprechen, die die Kinder immer aktiv ins Kino gebracht und auch wieder abgeholt haben. Vielen Dank für Ihre Flexibilität, Ihre Zeit und Ihre Unterstützung. Ohne Sie hätte dieses Projekt gar nicht umgesetzt werden können.“

 „Alle wollen gemeinsam gegen Mobbing kämpfen.“
Babette Montemurri. Foto: Petra Bosse

Erinnerung zum Mitnehmen

Babette Montemurri, freie Mitarbeiterin bei der VHS Dorsten, zeigte sich am Ende sichtlich gerührt. Sie erklärte, dass die Kinder allen Beteiligten während des Projekts ans Herz gewachsen seien.

„Die Kinder sind uns alle so ans Herz gewachsen, dass wir uns dachten, wir wollen nicht nur den Film zeigen, sondern jedem auch noch eine Kleinigkeit mitgeben.“

Babette Montemurri
Foto: Petra Bosse

Für alle, die am Film beteiligt waren, gab es ein hochwertiges Kinoplakat. „Einige Mamas und Papas haben ja auch Eddings mit. Das könnt ihr euch dann gegenseitig unterschreiben. Heute sind ja alle Darsteller da. Dann könnt ihr euch alle zusammen mit einem Autogramm verewigen. Und dann habt ihr immer eine Erinnerung an heute.“

Damit bekam die Premiere auch einen persönlichen Abschluss. Aus dem Filmprojekt wurde für die jungen Darstellerinnen und Darsteller ein Tag, den viele wohl länger in Erinnerung behalten werden.

Unterstützung durch Mobile Jugendhilfe

Ein großes Dankeschön richteten die Beteiligten auch an die Mobile Jugendhilfe Holsterhausen/Rhade. Sie unterstützte das Projekt während der Dreharbeiten und betreute die Kinder in den Pausen.

Mitarbeiterinnen der mobilen Jugendhilfe Stadt Dorsten
Mitarbeiterinnen der mobilen Jugendhilfe Stadt Dorsten. Foto: Petra Bosse

Die Mobile Jugendhilfe Holsterhausen/Rhade ist eine Trägerkooperation aus AWO, Friedenshort, Stadt Dorsten und LWL. Zum Team gehören Katharina Bauer als Einrichtungsleitung beim LWL, Janine Kock vom LWL, Andrea Schottkowski von der Stadt Dorsten, Anna-Lena Sczesny sowie Cristina Müller von der AWO.

Cristina Müller erklärte, das Team habe das Projekt unterstützt, indem es in den Drehpausen die Kinder betreut und gemeinsam mit ihnen das Mittagessen gekocht habe.

Babette Montemurri
Foto: Petra Bosse

Stadt Dorsten würdigt Leistung der Kinder

Der 2. stellvertretende Bürgermeister Julian Fragemann richtete sich besonders an die Kinder und Jugendlichen. „Ich möchte als erstes mal sagen, das war eine ganz, ganz tolle Leistung. Und da sage ich euch, ich glaube, da war der Saal begeistert. Da habt ihr euch noch mal einen ganz, ganz dicken Applaus verdient.“

Julian Fragemann- 2. stellvertretender Bürgermeister Dorsten
Foto: Petra Bosse

Fragemann betonte, das Thema Mobbing sei weiterhin wichtig. Mobbing, Ausgrenzung und soziale Isolation gehörten leider noch immer zum Alltag vieler Schülerinnen und Schüler. Auch im Berufsleben gebe es solche Erfahrungen.

Das Projekt habe nach seiner Einschätzung genau dort angesetzt. Es mache deutlich, dass Betroffene nicht allein seien und dass man jeden Tag gegen Ausgrenzung angehen müsse.

Besonders beeindruckt zeigte sich Fragemann davon, dass das Ergebnis durch 35 engagierte Kinder und Jugendliche entstanden sei. Er hob hervor, dass es kein Casting gegeben habe. Die Teilnahme sei spontan über die Anmeldung zu einem Kurs erfolgt.

Dank sprach er Cirsten Piduhn, Regisseur Wayne Graves und Babette Montemurri aus, die sich unter anderem um Regie, Organisation und Drehorte gekümmert hatten. Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff und Schalke-Profi Kevin Müller hätten mitgewirkt und damit ihre Unterstützung gezeigt. Fragemann sagte weiter: „In unserer Stadt Dorsten wollen wir deutlich machen, dass wir keinen Platz für Ausgrenzung und Isolation haben. Nein, wir stehen hier für Zusammenhalt und das soll sich auch in der Stadtgesellschaft widerspiegeln.“

Zum Abschluss verband er seinen Dank mit einem Wunsch: „Und das möchte ich damit verbinden, dass ich sage, meine Hoffnung ist, dass die Botschaft dieses Films von Ihnen allen, die wir heute anwesend waren, von uns allen weitergetragen wird. Es war eine tolle Leistung.“

The Looser Club feierte im Central Kinocenter Dorsten Premiere.
Foto: Petra Bosse

VHS und Kulturrucksack machen Projekt möglich

Auch VHS-Leiter Carsten Feldhoff bedankte sich bei allen Beteiligten. Er erklärte, er wisse aus eigener Erfahrung im Ehrenamt, wie viel Arbeit hinter einem solchen Projekt stecke. „Deshalb möchte ich mich dafür ganz herzlich bedanken.“

Anke Klapsing-Reich von der Stadt Dorsten hob die Bedeutung des Kulturrucksack-Projekts hervor. „Wir beide hier freuen uns sehr, dass wir das Filmprojekt, das die VHS durchgeführt hat, als Kulturrucksack-Projekt anbieten und finanzieren konnten.“

VHS-Leiter Dorsten  Carsten Felmann
VHS-Leiter Dorsten Carsten Feldhoff. Foto: Petra Bosse

Sie erklärte, der Kulturrucksack sei ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen, das in Kooperation mit Kommunen und Kultureinrichtungen durchgeführt werde. „Es richtet sich speziell an die Zielgruppe der Zehn- bis Vierzehnjährigen, um ihnen so früh und so weit wie möglich die Türen zu Kunst und Kultur zu öffnen.“

Ein Film mit Botschaft

Die Premiere im Central Kinocenter zeigte, wie stark ein Filmprojekt wirken kann, wenn Kinder und Jugendliche ein Thema aus ihrer eigenen Lebenswelt aufgreifen. Auf der Leinwand ging es um Mobbing, Ausgrenzung und Zusammenhalt. Im Kinosaal ging es um Applaus, Anerkennung und einen gemeinsamen Moment.

Für die jungen Darstellerinnen und Darsteller wurde der Samstag damit zu mehr als einer Filmpremiere. Sie standen nicht nur auf der Leinwand. Sie setzten auch ein sichtbares Zeichen gegen Mobbing.

Laut Babette Montemurri bekommt „The Loser Club“ eine weitere Vorstellung: Der Film werde noch einmal am 27. September im Dorstener Kino gezeigt. Weitere Informationen sollen folgen.

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