Anwohner engagieren sich für Tempomesstafel

Das Bild zeigt (v.l.) die Anwohner und Initiatoren Yvonne Sebus, Wolfgang Ittner, Gabriele
Kleffmann, Christoph Hillebrand, Gabi Lorsbach und Katrin Hillebrand sowie auf
der Ladefläche des Transporters Hubert Feldmann, Mitarbeiter des städtische
Bauhofs, der gemeinsam mit seinen Kollegen Michael Miksche und Christian
Grote die Tempomesstafel an der Bonifatiusstraße installiert hat.
Foto: Stadt Dorsten

Erste aus dem Bürgerbudget teilfinanzierte Tempomesstafel in Holsterhausen aufgestellt

Holsterhausen (pd). Die erste aus dem Bürgerbudget teilfinanzierte Tempomess- und -anzeigetafel in Holsterhausen (und die zweite im Stadtgebiet) wurde am Montag an der Bonifatiusstraße in Holsterhausen installiert – und funktionierte gleich am ersten Tag hervorragend, wie Anwohner feststellen konnten.

Aus der Ortsmitte kommend, hängt die Tafel jenseits der Waldstraße, dort, wo die Bebauung scheinbar dünner wird, weil auf der einen Seite keine Häuser mehr stehen, sondern nur noch Felder und Wiesen liegen. Dort, wo Autofahrer schon mal etwas stärker aufs Gaspedal treten. Genau dort aber liegt linkerhand ein Bolzplatz, rechts in der Siedlung ein Spielplatz, der auch von Kindern aus dem Neubaugebiet Nikolaus-Groß-Weg gern genutzt wird.

Übergang ist schlecht einzusehen

Drei Familien – Yvonne und Tobias Sebus, Katrin und Christoph Hillebrand sowie Gabi und Werner Lorsbach – haben eine Patenschaft für diesen Spielplatz übernommen. Die drei Familien haben auch ein Auge auf den Bolzplatz. Und auf die Autos, die hier durchfahren. „Durch das Neubaugebiet gibt es hier wieder mehr Kinder. Und genau dieser Übergang zwischen Bolz- und Spielplatz ist durch parkende Autos schlecht einzusehen. Als Eltern hat man da ein mulmiges Gefühl”, schildert Christoph Hillebrand die Situation.

In der Stadtteilkonferenz Holsterhausen, der HoKo, trugen die Spielplatzpaten darum ihr Anliegen vor, hier eine der beliebten Tafeln anzubringen, die einem Autofahrer mit einem freundlichen grünen Smiley signalisieren, dass sie das erlaubte Tempo einhalten und mit einem grimmigen roten anzeigen, dass er zu schnell unterwegs ist. Der Antrag auf Förderung wurde in der HoKo einstimmig angenommen.

500 Euro Eigenanteil wurden gesammelt

Den Eigenanteil von rund 500 Euro haben die Familien in der Nachbarschaft eingesammelt. „Egal ob es fünf Euro waren oder zwanzig. Jeder hat etwas dazu beigesteuert. Das Geld hatten wir schnell zusammen”, berichtet Katrin Hillebrand.

Für das Anbringen haben die Familien eine Vereinbarung mit der Stadt abgeschlossen. Mitarbeiter des Bauhofes haben die Tafel installiert, die Spielplatzpaten kümmern sich um das regelmäßige Aufladen des Akkus.

Eine sympathische, wirksame Geschwindigkeitsbeeinflussung

Nicht wundern, wenn die Tafel einmal nicht in Betrieb ist: Um einen Gewöhnungseffekt auszuschließen, soll der Smiley ganz bewusst auch mal Urlaub machen dürfen. Für Manfred Lampen aus der Verkehrsplanungsabteilung der Stadt Dorsten sind die Tafeln eine ebenso sympathische wie wirksame Möglichkeit, die Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu beeinflussen: „Viele Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind, sind ja keine böswilligen Raser. Tempo 40 oder 50 in einer 30er Zone – das ist oft Gedankenlosigkeit. Dass die Tafeln ans Tempolimit erinnern ohne gleich zu blitzen, freut deshalb auch viele Autofahrer.”

Die Stadt selbst besitzt vier Tempomesstafeln, die an unterschiedlichen und wechselnden Stellen im Stadtgebiet eingesetzt werden. Eine erste von einem Bürger initiierte Tempomesstafel wurde 2018 am Orthöverweg in Wulfen aufgehängt – damals eine reine Privatinitiative.

In den Stadtteilkonferenzen wird entschieden

Nachbarschaften, die eine Tempomesstafeln zum Dauerbetrieb an geeigneter Stelle aus dem Bürgerbudget gefördert bekommen möchten, können im Büro für Bürgerbeteiligung, Ehrenamt und Sport einen Antrag dazu stellen. Über die Förderung entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilkonferenzen selbst. Bei einem positiven Votum unterstützt die Stadt die Antragsteller auch bei der Anschaffung und Installation der Tafel.

Eine Vereinbarung über das Aufhängen einer Tempomesstafel kann die Stadt Dorsten allerdings nur für städtische Straßen schließen.
Wichtig dabei: Der Standort muss für den Dauerbetrieb gewählt werden und kann nicht in kurzen Abständen verändert werden. Installiert werden dürfen die Tafeln aus Gründen der
Verkehrssicherheit nur durch geschulte Mitarbeiter der Stadt Dorsten.

Für „Wandertafel“ fehlen personelle Möglichkeiten

Für eine „Wandertafel”, die an verschiedenen Standorten im Ortsteil eingesetzt wird, fehlen die personellen Möglichkeiten. Finanziert wird die Förderung aus dem Bürgerbudget, mit dem die Stadt Dorsten jedem Ortsteil pro Jahr und Einwohner einen Euro für bürgerschaftliche Projekte zur Verfügung stellt. Die Tempomesstafeln sind grundsätzlich bis zu 75 % der Kosten förderfähig. Den Eigenanteil müssen die Antragsteller aufbringen oder dafür Sponsoren gewinnen.

Infos zum Antragsverfahren und zu den Konferenzterminen gibt es bei Joachim Thiehoff im Büro für Bürgerbeteiligung, Ehrenamt und Sport, [email protected], 02362 / 66 33 34. Technische Fragen zu den Tafeln und zur Gestattung beantwortet Manfred Lampen in der Verkehrsabteilung des Planungs- und Umweltamtes, [email protected], 02362 / 66 49

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André Elschenbroich
Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.

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