StartStadtteileDeutenCafé Allez: Fynn Caspari startet mobiles Café für Dorsten

Café Allez: Fynn Caspari startet mobiles Café für Dorsten

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Mit seinem mobilen Gastroprojekt „Café Allez“ will Fynn Caspari in Deuten einen neuen Treffpunkt schaffen. Der 28-Jährige setzt auf guten Kaffee, Nachhaltigkeit und ein Angebot, das Menschen unkompliziert zusammenbringt. 

Noch steht die Espressomaschine provisorisch auf dem Hof Tüshaus in Deuten. Doch für Fynn Caspari ist sie längst mehr als ein technisches Gerät. Sie ist der Mittelpunkt einer Idee, die Kaffee, Radsport und Gemeinschaft miteinander verbinden soll. Mit seinem mobilen Gastroprojekt „Café Allez“ möchte der 28-Jährige einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen können. Alteingesessene und Hinzugezogene, Radfahrer und Spaziergänger, Nachbarn und Ausflügler. 

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„Ich wollte etwas mit Fahrrad und Kaffee machen“, sagt Caspari. Beides gehört für ihn seit Jahren zusammen. Der Radsport ist seine große Leidenschaft. In Dorsten ist Caspari inzwischen auch im Vorstand des Radsportclub Dorsten aktiv. Kaffee wiederum ist für ihn mehr als ein Getränk. „Kaffee ist etwas, worüber man leicht ins Gespräch kommt“, sagt er. Genau darum gehe es ihm. 

Der Name „Allez“ ist dabei bewusst gewählt. Im Radsport ist der französische Zuruf ein Anfeuern, ein „Los, weiter, vorwärts“. Für Caspari passt das zu seinem Projekt und auch zu seinem eigenen Schritt in die Selbstständigkeit. „Allez heißt für mich. In Bewegung bleiben, anfangen und schauen, was daraus entsteht.“ 

Ein Café auf Rädern 

Das „Café Allez“ wird kein klassisches Ladenlokal. Caspari setzt auf einen mobilen Anhänger, der derzeit in den Niederlanden von einer Spezialfirma gebaut wird. Dort seien solche Caféanhänger bereits deutlich verbreiteter, sagt er. „In den Niederlanden sieht man solche Konzepte viel häufiger. Da ist die mobile Gastronomie schon selbstverständlicher.“ 

Auch die bürokratischen Hürden seien dort oft niedriger. In Dorsten fühlt sich Caspari trotzdem gut begleitet. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden und der Stadt Dorsten klappt wirklich gut“, sagt er. Für ihn sei das wichtig, weil ein solches Projekt viele Fragen mit sich bringe. Genehmigungen, Standort, Hygiene, Technik, Ausstattung. Vieles müsse passen, bevor der erste Kaffee ausgeschenkt werden kann. 

Dass Caspari nicht direkt mit einem festen Café startet, hat gute Gründe. „Ein Ladenlokal wäre ein ganz anderes Risiko“, sagt er. Hohe Mieten, feste Öffnungszeiten und große Anfangsinvestitionen hätten ihn abgeschreckt. Der Anhänger gibt ihm mehr Freiheit. „So kann ich klein starten, flexibel bleiben und erst einmal schauen, wie das Angebot angenommen wird.“ 

Guter Kaffee, aber nicht snobby 

Die Hauptrolle im Angebot spielt der Kaffee. Dabei legt Caspari Wert auf Qualität, ohne daraus eine Wissenschaft für wenige zu machen. „Ich möchte guten Kaffee anbieten, aber nicht snobby sein“, sagt er. Wer einfach einen leckeren Cappuccino trinken möchte, soll sich genauso wohlfühlen wie jemand, der sich für Bohnen, Röstung und Maschine interessiert. 

Die Bohnen kommen von einer kleinen Rösterei aus seiner Heimatstadt Paderborn. Caspari stammt aus Büren im Kreis Paderborn und bleibt seiner alten Region damit ein Stück weit verbunden. „Mir ist wichtig, dass ich weiß, woher der Kaffee kommt“, sagt er. Geschmack, Qualität und ethische Standards gehören für ihn zusammen. 

Auch Nachhaltigkeit spielt in seinem Konzept eine große Rolle. Caspari möchte bewusst einkaufen, gute Produkte anbieten und dabei nicht beliebig werden. „Es geht nicht darum, möglichst viel und möglichst billig zu machen. Es soll sich richtig anfühlen.“ 

Neben Kaffee wird es Kaltgetränke von fritz und Schorlen geben. Das Angebot soll übersichtlich bleiben, aber gut ausgewählt sein. „Ich will lieber weniger anbieten und dafür hinter den Produkten stehen“, sagt Caspari. 

Ein Treffpunkt mit niedriger Schwelle 

Der Standort auf dem Hof Tüshaus in Deuten ist für Caspari mehr als nur praktisch. Er wohnt inzwischen dort und sieht in der Umgebung großes Potenzial. Rund um Deuten verlaufen beliebte Radrouten. Gleichzeitig gibt es in der näheren Umgebung nur wenige gastronomische Angebote. 

„Ich möchte einen Ort schaffen, an dem man einfach anhalten kann“, sagt Caspari. Das gelte nicht nur für Rennradfahrer. Auch Spaziergänger, Familien, Nachbarn oder Menschen, die zufällig vorbeikommen, sollen sich angesprochen fühlen. „Alle sind herzlich willkommen. Man muss nicht mit dem Rad kommen und man muss sich auch nicht mit Kaffee auskennen.“ 

Fynn Caspari hat sich viel vorgenommen. Foto: Borgwardt

Gerade diese Offenheit ist ihm wichtig. Caspari möchte mit Café Allez einen Ort schaffen, der Begegnung ermöglicht. „Ich habe das Gefühl, dass es gerade in kleineren Orten wichtig ist, Räume zu haben, in denen Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen“, sagt er. Alteingesessene und Zugezogene lebten oft nebeneinander, ohne sich wirklich kennenzulernen. „Vielleicht kann so ein Kaffee ein kleiner Anfang sein.“ 

Der mobile Charakter hilft ihm dabei. Ein Caféanhänger wirkt weniger formell als ein festes Ladenlokal. Man kann kurz stehen bleiben, einen Kaffee trinken, ein paar Worte wechseln und weiterziehen. „Es soll niedrigschwellig sein“, sagt Caspari. „Niemand muss sich festlegen. Man kann einfach vorbeikommen.“ 

Radsport als verbindendes Element 

Für Radfahrer soll Café Allez eine kleine Anlaufstelle werden. Ein guter Kaffee vor oder nach der Runde, ein kaltes Getränk im Sommer, eine kurze Pause auf der Strecke. Caspari kennt diese Bedürfnisse aus eigener Erfahrung. „Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, freut man sich über einen Ort, an dem man unkompliziert anhalten kann.“ 

Der Radsport ist für ihn aber nicht nur sportliche Leidenschaft. Er ist auch ein soziales Umfeld. Man fährt gemeinsam, trifft sich, tauscht sich aus. Genau diesen Gedanken möchte Caspari in sein Café übertragen. „Beim Radfahren entstehen oft gute Gespräche. Man ist zusammen unterwegs, aber jeder bringt seine eigene Geschichte mit.“ 

Café Allez soll diese Haltung aufnehmen. Bewegung, Gemeinschaft und Genuss sollen zusammenkommen. Der Name ist deshalb Programm. „Allez ist für mich ein positiver Zuruf“, sagt Caspari. „Es ist ein kleines Anfeuern. Für andere, aber auch für mich selbst.“ 

Start mit viel Vorfreude 

Noch ist das Projekt nicht ganz am Ziel. Der Anhänger wird gebaut, die letzten Vorbereitungen laufen. Doch die Vorfreude ist bei Caspari schon groß. „Ich freue mich einfach darauf, wenn es losgeht und die ersten Leute da stehen“, sagt er. 

Gleichzeitig weiß er, dass der Schritt in die Selbstständigkeit Mut braucht. „Natürlich ist da ein Risiko“, sagt Caspari. „Aber man hat einen Traum, und irgendwann muss man anfangen.“ Das mobile Konzept hilft ihm, dieses Risiko überschaubar zu halten. Es erlaubt ihm, Erfahrungen zu sammeln, das Angebot weiterzuentwickeln und auf Rückmeldungen zu reagieren. 

Dass schon jetzt viele Menschen positiv auf seine Idee reagieren, gibt ihm Rückenwind. „Ich bekomme viel Zuspruch. Das macht ein unheimlich gutes Gefühl“, sagt Caspari. Für ihn ist das ein Zeichen, dass es in Dorsten Bedarf an solchen Orten gibt. 

Café Allez soll deshalb mehr werden als ein Anhänger mit Kaffeemaschine. Es soll ein kleiner Treffpunkt auf Rädern werden. Ein Ort für guten Kaffee, kurze Pausen und echte Gespräche. Oder, wie Caspari es sagt. „Ich will einfach anfangen und schauen, was daraus entsteht.“ 

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