StartFreizeitSportDorstener Nationalspieler blickt nach Rückschlag wieder nach vorn

Dorstener Nationalspieler blickt nach Rückschlag wieder nach vorn

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Helmut Dumzlaff vom SV Altendorf-Ulfkotte hat sich auch mit über 70 Jahren noch einen besonderen Fußballtraum erfüllt. Der Dorstener wurde im Frühjahr für die deutsche Ü70-Auswahl nominiert und gehört damit zu jener Mannschaft, die sich auf internationaler Bühne mit anderen Senioren-Nationalteams misst.

Wovon viele weitaus jüngere Fußballer träumen, ist für den Dorstener Realität geworden. Spiele im deutschen Trikot, Reisen zu Turnieren und das Ziel, sich für den WM-Kader in Australien zu empfehlen.

Rückschlag kurz vor dem EM-Start

Der erste große internationale Höhepunkt führte die deutschen Seniorenfußballer im Juni nach Cardiff. Dort wurde vom 8. bis 11. Juni 2026 an der Ocean Park Arena die Europameisterschaft der Altersklassen Ü70 und Ü75 ausgetragen. Neben Gastgeber Wales waren auch Deutschland, England und Dänemark vertreten. Für die Teams war das Turnier nicht nur ein sportlicher Vergleich, sondern auch ein wichtiger Formtest auf dem Weg zur WM 2026 in Brisbane.

Für Helmut Dumzlaff nahm die Reise allerdings eine bittere Wendung, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Kurz vor dem Flug nach Wales erlitt er einen Bandscheibenvorfall und musste operiert werden. Der Eingriff verlief gut, doch an einen Einsatz bei der EM war nicht mehr zu denken. Während seine Mannschaftskollegen in Cardiff auf dem Platz standen, rückte für Helmut zunächst die Genesung in den Mittelpunkt.

Der Dorstener hat sogar eine eigene Sammelkarte. Foto: privat

Auch sportlich blieb die Europameisterschaft für die deutsche Ü70-Auswahl mit drei knappen Niederlagen hinter den Hoffnungen zurück. 1:2 gegen England, 0:1 gegen Wales und 0:1 gegen Dänemark. Nach Einschätzung des Dorsteners waren die Spiele deutlich enger, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Deutschland habe in allen Begegnungen mithalten können, die entscheidenden Gegentreffer seien jedoch jeweils kurz vor Schluss gefallen. Auch der walisische Verband berichtete vom engen Spiel gegen Deutschland, das Wales erst durch einen späten Treffer fünf Minuten vor dem Ende gewann. Den Ü70-Titel sicherte sich schließlich England aufgrund der besseren Tordifferenz vor Wales.

Starkes Niveau bei den Fußball-Veteranen

Das Turnier in Cardiff zeigte zugleich, dass Seniorenfußball auf diesem Niveau weit mehr ist als ein lockeres Treffen ehemaliger Aktiver. Technik, taktisches Verständnis und körperliche Fitness prägen die Spiele auch in den Altersklassen jenseits der 70. In der Ü75-Konkurrenz gewann Wales den Europameistertitel. Die deutsche Ü75-Auswahl hatte bereits im Vorjahr international für Aufmerksamkeit gesorgt, als sie 2025 bei der Veteranen-WM in Japan Weltmeister wurde.

Im Frühstücksfernsehen wurden die Senioren-Fußballer herzlich begrüßt. Foto:privat

Die Aufmerksamkeit reicht inzwischen sogar bis ins Fernsehen. In der SAT.1-Frühstücksfernsehen-Folge vom 18. Juni 2026 wurden die Ü75-Fußball-Weltmeister im Studio begrüßt. Für die Seniorenfußballer war das ein schöner Erfolg abseits des Fußballfeldes. Es zeigt, dass ihr Einsatz nicht nur von den eigenen Fans wahrgenommen wird.

Mit Eigeninitiative Richtung Australien

Gleichzeitig bleibt der Seniorenfußball ein besonderer Bereich des Sports. Die Weltmeisterschaft gehört nicht zum offiziellen FIFA-Kalender, sondern ist aus privater Initiative entstanden. Organisation, Reisen und Vorbereitung werden häufig mit großem persönlichem Einsatz gestemmt. Auch deshalb spielen Unterstützer und Projekte wie „Weltmeister der Herzen“ eine wichtige Rolle. Das Charity-Projekt begleitet die Ü75-Auswahl auf dem Weg zur WM 2026 in Brisbane und macht auf die finanziellen Belastungen aufmerksam, die viele Spieler selbst tragen müssen.

Für Helmut Dumzlaff bleibt Australien das große Ziel. Zunächst will er nach seiner Operation wieder Anschluss an die Mannschaft finden. Vom 8. bis 10. Juli steht ein Trainingslager in Berlin auf dem Programm, bei dem der Dorstener wieder dabei sein möchte. Nach dem verpassten Turnier in Wales geht es für ihn vor allem darum, gesund zu werden, den Rhythmus zurückzufinden und sich erneut im Kreis der Nationalmannschaft zu zeigen.

Australien wartet.

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