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Mittwoch, November 30, 2022
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In der Trauer Herz und Anker sein

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Es gibt sie, die ganz großen Anlässe im Leben: Die Geburt eines Kindes, die Einschulung, die Hochzeit, die Beerdigung. Alle sind mit besonderen Feierlichkeiten und bestimmten Erwartungen verbunden – und wehe, wenn diese scheitern. Ein falsches Wort, eine unpassende Geste, eine ungeschickte Moderation, und schon bleibt dieser Makel bei allen Gästen für immer im Gedächtnis.

„Das ist schon eine riesige Verantwortung, die man da trägt“, betont eine, die es wissen muss. Larissa Theresiak gestaltet als Freie Rednerin Feiern zur Trauer, Hochzeiten und Taufen entscheidend mit. Die Dorstenerin hat schon einige Feiern betreut, steht mit ihren 44 Jahren aber noch am Anfang ihrer Laufbahn. Die Entscheidung dazu hatte etwas reifen müssen.

Eine verantwortungsvolle Aufgabe

Als erfolgreiche Werbekauffrau und dreifache Mutter kann sich Larissa Theresiak nämlich nicht über Langeweile beschweren. „Dennoch habe ich gemerkt, dass ich gerne eine neue, sinnstiftende Aufgabe in Angriff nehmen möchte“, erzählt die sympathische Dorstenerin. Schon lange hatte sie mit dem Gedanken gespielt, Rednerin zu werden. Dann kam Corona, und viel Zeit zum Nachdenken. „Während des Lockdowns stand das Leben ja still. Da hatte ich sehr viel Gelegenheit, einmal in mich hineinzuhören“, erinnert sich Larissa Theresiak. Schließlich habe ihr Mann einfach nur gesagt: „Mensch, dann mach es doch endlich!“

Einfach so ins Blaue hinein wollte Theresiak aber nicht starten. „Es ist eine so verantwortungsvolle Aufgabe, dass für mich eine richtige Ausbildung dazu gehört“, erklärt sie. Bei dem bekannten Redner Martin Lieske ging sie daher in die Lehre und erlangte ihre IHK-Zertifizierung. Da konnte sie nicht ahnen, dass ihre erste Aufgabe schon so schwer sein würde.

Larissa Theresiak wurde „ganz klar, ganz ruhig“

„Mein Mann bekam einen Anruf“, erzählt sie. Ein guter Freund war ganz plötzlich verstorben. Er hinterließ eine fassungslose Ehefrau und zwei junge Söhne. „Als ich dann gefragt wurde, ob ich die Trauerfeier leiten würde, war ich nicht sicher, ob ich schon bereit war“, erinnert sich Larissa Theresiak. „Nach kurzem Nachdenken sagte ich dann aber zu“. Vor dem Gespräch mit den Hinterbliebenen und ihrer Trauer hätte sie großen Respekt gehabt. „Ich habe mir viereinhalb Stunden lang Notizen gemacht“, erinnert sich die Dorstenerin.

Akribisch habe sie an ihrer Rede gefeilt, aber an einer Stelle blieb sie immer stecken. „Das war die Stelle, in der ich mich an die Söhne wende.“ Selbst Mutter, habe sie dann immer einen „Kloß im Hals“ gehabt. Die Stimme bei der Probe wurde brüchig, die Tränen begannen zu laufen. Doch der Tag der Beerdigung kam immer näher, und dann war es so weit. Die große Trauergemeinde schaute sie erwartungsvoll an, und auf einmal platzte der Knoten. „Ich wurde ganz klar, ganz ruhig“, beschreibt Larissa Theresiak diesen Moment. Sie schaffte es, bei dieser Feier „Herz und Anker“ zu sein, wie sie es in der Ausbildung gelernt hatte. „Als sich die Familie dann sehr persönlich und herzlich bei mir bedankt hat, war das ein unglaublich bewegender Moment für mich“, sagt Theresiak heute.

Wichtige Momente: Trauer, aber auch Lebensfreude

Seitdem hat sie als Freie Rednerin auch Anderen wichtige Momente beschert. Sie hat die Trauer um geliebte Menschen begleitet, ohne nur die Lebensdaten runterzurattern. Aber auch bei fröhlichen Anlässen fühlt sie sich nun zuhause. Sie begleitet Hochzeiten bei Paaren, Kinderwillkommensfeiern bei Familien, Lebensfeiern für ältere Menschen. Und merkt, wie viel sie selbst daran gewinnt. Immer geht sie dabei auf die individuellen Wünsche der Klienten ein. Naja, fast immer: „Ein Kollege von mir bekam einmal die Anfrage für eine nudistische Trauung“, lacht sie. „Das wäre mir dann doch zu wild.“

Wer Larissa Theresiak als Freie Rednerin kennen lernen möchte, erreicht sie unter [email protected]

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