StartKinderNeue evangelische Kita entsteht in der ehemaligen Kirche in Barkenberg

Neue evangelische Kita entsteht in der ehemaligen Kirche in Barkenberg

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Abteilungsleiterin Ulli Scherer und die künftige Einrichtungsleiterin Nicole Schmitz-Schäfer in den Räumen der neuen Kita. Foto: Alexander Fichtner

In der ehemaligen evangelischen Kirche in Wulfen Barkenberg beginnt ein neues Kapitel. Der Verband Evangelischer Kirchengemeinden in Bottrop und Dorsten lässt das denkmalgeschützte Gebäude am Napolonsweg zu einer Kita umbauen. Bis zu 56 Kinder sollen dort künftig betreut werden. Zugleich bleibt ein Teil des Hauses für kirchliche Gruppen und Veranstaltungen nutzbar.

Abteilungsleiterin Ulli Scherer und die künftige Einrichtungsleiterin Nicole Schmitz-Schäfer stellten die Räume und das pädagogische Konzept vor. An der Planung der Ausstattung ist außerdem Sarah Briese, Abteilungsleitung Evangelische Kitas, beteiligt.

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Historische Architektur bleibt sichtbar

Der Umbau bewegt sich in einem besonderen Spannungsfeld. Einerseits muss das Gebäude für einen modernen Kitabetrieb geeignet sein, andererseits stehen zahlreiche Elemente unter Denkmalschutz.

Blick auf die Baustelle. Foto: Alexander Fichtner

„Der Charakter der Räumlichkeiten ist mit viel Charme erhalten geblieben“, sagt Ulli Scherer. Statt die Kirche vollständig zu verändern, seien neue Bereiche teilweise wie eigenständige Einbauten in das Gebäude gesetzt worden. Böden und weitere Bauteile würden so ausgeführt, dass sie wieder entfernt werden könnten, ohne die historische Substanz zu beschädigen.

Auch die ursprünglichen Farben finden sich im neuen Konzept wieder. Das für das Gebäude typische Blau wurde an mehreren Stellen aufgenommen. Alte Türen, Einbauschränke und weitere Bestandteile bleiben erhalten und werden in die neue Nutzung integriert.

„Man sieht in jedem Raum, dass wirklich viel sichtbar erhalten geblieben ist“, erklärt Nicole Schmitz-Schäfer.

Platz für 56 Kinder in drei Gruppen in der Kita

Die neue Einrichtung ist für insgesamt 56 Kinder vorgesehen. Geplant sind drei Gruppen. Eine Gruppe bietet zehn Plätze für Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren. Zwei weitere Gruppen sind jeweils für 23 Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt vorgesehen.

Man sieht wie der neue Teil sich harmonisch in das Gebäude einfügt. Foto: Alexander Fichtner

Für die jüngsten Kinder entstehen ein großzügiger Schlafraum, ein Wickelbereich und eigene Nebenräume. Auch die Gruppen der älteren Kinder erhalten zusätzliche Räume und direkte Zugänge zum Außengelände.

„Der Schlafraum ist für zehn Kinder wirklich sehr großzügig“, erzählt Schmitz-Schäfer. Die Größe des Gebäudes eröffne viele Möglichkeiten, unterschiedliche Bildungsräume zu schaffen und später gemeinsam mit dem neuen Team über deren genaue Nutzung zu entscheiden.

Nicole Schmitz-Schäfer ist noch immer mit der Planung beschäftigt. Foto: Alexander Fichtner

Die Anmeldung soll über den Kita Navigator der Stadt Dorsten erfolgen. Der Start der neuen evangelischen Kita ist nach Angaben des Trägers zum 1. Oktober vorgesehen.

Kirche und Kita unter einem Dach

Eine Besonderheit des Projektes ist die geplante Doppelnutzung. Während der Kitabereich klar abgegrenzt und geschützt wird, sollen einzelne Räume außerhalb der Betreuungszeiten weiterhin von der Kirchengemeinde genutzt werden können.

Blick in das alte Kirchenschiff. Foto: Alexander Fichtner

„Alles unter einem Dach, das wäre mein Motto“, berichtet Scherer. Gottesdienste, Kindergottesdienste, Veranstaltungen im Kirchenjahr sowie Treffen von Gemeindegruppen sollen auch künftig möglich bleiben.

Dafür erhalten die kirchlichen Gruppen einen eigenen Zugang zu Toiletten, Küche und Besprechungsräumen. Die Küche ist von zwei Seiten erreichbar und kann jeweils abgeschlossen werden.

Helle und groszügige Räume. Foto: Alexander Fichtner

„Die Kirche wird nur genutzt, wenn kein Kitabetrieb stattfindet. Das vermischt sich nicht“, betont Schmitz-Schäfer. Gleichzeitig sieht sie Chancen für gemeinsame Projekte und Kooperationen zwischen Kita und Gemeinde.

Scherer spricht von einer „besonderen Chance von Kita und Gemeinde“. Klare Regeln und Absprachen seien notwendig. Zugleich könne das Gebäude zu einem Ort werden, an dem verschiedene Generationen und Gruppen zusammenkommen.

Großzügige Räume für Kinder und Familien

Die besondere Architektur des ehemaligen Kirchengebäudes soll auch den Alltag der Kinder prägen. Hohe Decken, farbige Fenster und weite Räume unterscheiden die neue Kita deutlich von einem klassischen Zweckbau.

„Die Kinder nehmen diese Architektur ganz anders wahr“, verrät Scherer. Besonders für Familien, die in beengten Wohnverhältnissen leben, könne das großzügige Raumangebot eine große Bedeutung haben.

Der Charm der alten Kirche bleibt erhalten. Foto: Alexander Fichtner

„Hier haben wir ein richtig großzügiges Angebot. Das finde ich ganz toll“, erklärt sie. Die Kita solle nicht nur ein Betreuungsort sein, sondern ein Ort für Begegnung, Bildung und Unterstützung.

Nicole Schmitz-Schäfer möchte die Einrichtung von Beginn an gemeinsam mit dem künftigen Team gestalten. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Kinder sich aufgehoben fühlen“, sagt sie.

Der Flügel bleibt für den Kindergarten erhalten. Foto: Alexander Fichtner

Sie arbeitet seit 26 Jahren im pädagogischen Bereich und seit 17 Jahren in einer Kita. Die neue Leitungsaufgabe sei für sie mit Vorfreude, aber auch mit einem Abschied verbunden. Ihr sei wichtig, die pädagogische Haltung des evangelischen Trägers in die neue Einrichtung zu übertragen.

Außengelände mit alten Bäumen und neuen Spielgeräten

Rund um das Gebäude soll ein naturnahes Außengelände entstehen. Vorgesehen sind Spielgeräte aus Robinienholz, darunter Wippen, Schaukeln, Kletterangebote und eine Matschanlage. Geplant sind unterschiedliche Bereiche für jüngere und ältere Kinder.

Die vorhandenen alten Bäume bleiben erhalten und sollen in das Spielkonzept einbezogen werden. Sie spenden Schatten und verbinden das Gelände mit dem grünen Charakter Barkenbergs.

„Die Bäume sind schützenswert. Wir finden es toll, wenn die Kinder sie im Garten erleben und nutzen können“, sagt Schmitz-Schäfer.

Auch die Nähe zur Natur wird als Vorteil gesehen. Wald, Bach und Grünflächen sind schnell erreichbar. Hinzu kommt die unmittelbare Nachbarschaft zur Grünen Schule.

Blick in den Gruppenraum mit Sicht auf das Aussengelände. Foto: Alexander Fichtner

Kurze Wege erleichtern die Zusammenarbeit

Die räumliche Nähe zur Schule bietet nach Ansicht der Verantwortlichen gute Voraussetzungen für eine enge Zusammenarbeit.

„Die Schule und die Kita liegen direkt beieinander. Daraus lässt sich wirklich etwas entwickeln“, erzählt Scherer. Kurze Wege werden dazu Übergänge erleichtern und gemeinsame Projekte ermöglichen.

Für den evangelischen Träger ist die neue Einrichtung zugleich ein Beitrag zu einer größeren Vielfalt in der Dorstener Kitalandschaft.

„Wir wollen dazu hier in dieser bunten und gemischten Gesellschaft sein“, betont Scherer. Die Kita solle Teil eines Netzwerks im Stadtteil werden und offen für unterschiedliche Familien und Lebensrealitäten sein.

Vorübergehend Hilfe für die Kita Metastadt

Bevor die neue evangelische Kita ihren eigenen Betrieb aufnimmt, werden Teile des Gebäudes zunächst von der städtischen Kita Metastadt genutzt. Dort stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an.

Die Kinder und Beschäftigten sollen deshalb vorübergehend in die neuen Räume in Barkenberg einziehen. Ihre eigene Ausstattung bringen sie mit. Die Möbel und Materialien der evangelischen Kita werden erst vor deren Eröffnung eingerichtet.

„Wir möchten dabei helfen und eine gute Kooperation unterstützen“, erklärt Scherer. Eine solche gegenseitige Unterstützung sei wichtig, besonders wenn Einrichtungen aufgrund von Sanierungen kurzfristig Ausweichräume benötigten.

Ausstattung wird gemeinsam geplant

Für die weitere Einrichtung und Ausstattung ist neben Nicole Schmitz-Schäfer auch Sarah Briese zuständig. Sie gehört ebenfalls zur Abteilungsleitung der Evangelischen Kitas, konnte an dem Besichtigungstermin jedoch nicht teilnehmen.

Die Küche ist von beiden Seiten des Gebäudes erreichbar und benutzbar. Foto: Alexander Fichtner

Gemeinsam sollen dazu Räume entstehen, die den pädagogischen Alltag unterstützen und zugleich zum besonderen Charakter des Gebäudes passen. Historische Einbauten werden dabei mit modernen Möbeln und neuen Bildungsangeboten verbunden.

„Wir wollen dazu Bildungs und Lernräume für jedes Kind schaffen, unabhängig davon, aus welchem Umfeld es kommt“, sagt Scherer.

Mit der neuen Kita wird aus der ehemaligen Kirche damit kein völlig anderer Ort. Vielmehr erhält das Gebäude eine zusätzliche Aufgabe. Es bleibt ein Haus der Begegnung, künftig jedoch mit Kinderstimmen, Spielbereichen und neuem Leben im alten Gemäuer.

Für weitere Informationen: Verband Kirchengemeinden

Oder über Telefon: 0163-691 0121

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