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Stadtteilkonferenz in Altendorf-Ulfkotte

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Etwa 40 interessierte Altendorfer, Ulfkotter und Tönsholter folgten der Einladung am Donnerstag des organisierenden Vereins „Altendorf-Ulfkotte trifft sich e. V.“

Die Bürgerkonferenz fand im Foyer der Mehrzweckhalle Altendorf-Ulfkotte statt. Thema war die Entwicklungen des Ortsteils sowie die Verwendung des Bürgerbudgets.

In Vertretung für Bürgermeister Tobias Stockhoff war der technische Beigeordneten Holger Lohse und Joachim Thiehoff (Leiter des städtischen Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport) anwesend.

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Stadtteilkonferenz Altendorf Ulfkotte

Erster Tagespunkt war die Altendorfer Hürfeld-Halde. Für viele Anwesenden ein brisantes Thema, da hier eine „Deponie auf Halde“ geplant ist. Da die Aufschüttung der seit 1989 als Bergehalde genutzte Halde aufgrund des Auslaufens des heimischen Bergbaus nicht abgeschlossen werden konnte, sehen RAG und RVR in dieser „industriell vorgenutzten Fläche“ gegebene „Möglichkeiten zur Nachnutzung als Deponie“.

Hürfeld Halde Dorsten
Hürfeld Halde Dorsten

Vorgesehen ist die Errichtung und der Betrieb einer Deponie für Abfälle der Deponieklasse 1 (DK I), also für „gering belastete mineralische Abfälle, Böden, Schlacken bzw. Aschen“ oder vereinfacht ausgedrückt „Bauschutt“.

Schadstoff-Gehalte

Allerdings kann diese Klassifizierung nach Deponieklasse 1 auch durchaus (geringe) Schadstoff-Gehalte wie beispielsweise Asbest enthalten. Auf freiwillige Zusagen der RVR, auf die Deponierung von Abfällen mit (nach Klassifizierung jedoch erlaubter) geringer Belastung zu verzichten, wollen sich die Bürger in Altendorf-Ulfkotte nach vergangenen schlechten Erfahrungen nicht mehr verlassen.

Es gibt es einen Vertrag zwischen der RAG und der Stadt Dorsten, der in den 1980er Jahren von einer Altendorfer Bürgerinitiative „erkämpft“ wurde. Die Bürgerinitiative konnte den Bau der Halde seinerzeit nicht verhindern, aber immerhin einen besagten Vertrag aushandeln, der unter anderem zeitliche und mengenmäßige Schüttgrenzen enthält.

Wegen den aktuell laufenden Verhandlungen konnte Holger Lohse den Teilnehmern der Stadtteilkonferenz eigentlich nur die schwierige Situation erneut ausführlich aus seiner Sicht erläutern, ohne wesentliche neue Erkenntnisse oder Ergebnisse zu präsentieren.

Gute Verhandlungsposition

Große Hoffnungen, diese Deponie letztendlich verhindern zu können, sehe Lohse nicht, dafür aber eine gute Verhandlungsposition, um konkrete Zusagen und einen „Benefits als Ausgleich für die Belastungen“ der betroffenen Anwohner bzw. Ortsteile zu erreichen. Wie Lohse bestätigt, habe man den bereits erwähnten Vertrag „in der Hinterhand“.

Sollte die Verhandlung scheitern, werde dann wohl ein langwieriges Gerichtsverfahren drohen.

Falls es letztendlich zu so einer Verhandlungs-Einigung kommt, versprach Lohse, dass der Gegenwert des bei den Verhandlungen eventuell „erwirtschafteten Benefits“ direkt den betroffenen Stadtteilen (also vor allem Altendorf-Ulfkotte) zukommen soll. Die entsprechenden Bürgerkonferenzen könnten dann über die Verwendung dieser Ausgleichszahlungen abstimmen, ähnlich wie es (im kleineren Rahmen) bereits beim Bürgerbudget der Fall ist.

Renaturierung des Erdbachs

Aktueller Stand ist, dass der durch bergbauliche Einwirkungen stark beeinträchtigte ursprüngliche Bachlauf weitestgehend erhalten bleiben soll. Holger Lohse bat um Verständnis, dass durch einen krankheitsbedingt langfristigen Ausfall des zuständigen Sachbearbeiters, sowie durch die generelle Personalknappheit und die schwierige Haushaltslage bisher keine inhaltlichen Fortschritte der Umgestaltungspläne erzielt werden konnten. Mittlerweile werde laut Lohse aktuell wieder daran gearbeitet und auch hier sollen die Bürger möglichst zeitnah über zukünftige Fortschritte informiert werden sowie die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen.

Mit Blick auf den Rapphofs-Mühlenbach fasst Lohse kurz zusammen, dass die Bauarbeiten des Lippeverband zur Regulierung des Rapphofs-Mühlenbaches sowie der Neubau der Brücke Altendorfer Straße soweit im Zeitplan liegen.

Stadtteilkonferenz Altendorf Ulfkotte

Bürgerbudget

Bürgerbudget für die Förderung des bürgerlichen Engagements in Dorsten und die Unterstützung von guten „gemeinwohlorientierten“ Ideen. Die Stadt stellt dafür in diesem Jahr ein Euro pro Bürger zur Verfügung. Die Summe beläuft sich für das Jahr 2019 auf insgesamt 76.000 Euro, davon werden 80 Prozent je nach Einwohnerzahl auf die einzelnen Stadtteile verteilt. Die restlichen 20 Prozent werden für stadtteilübergreifende Projekte eingesetzt.

Sechs Vorschläge wurden vorgestellt:

100 Nistkästen für Meisen zur Eindämmung der durch den Eichenprozessionsspinner („EPS“) verursachten Plage anzuschaffen, um einer eventuell drohenden Bekämpfung durch die „chemische Keule“ vorzubeugen.

  • Anschaffung einer Solar-Laterne zur Beleuchtung des Altendorfer Dorfparks.
  • Anschaffung eines Insektenhotels sowie von Blumenzwiebeln zur weiteren „Begrünung“ Altendorf-Ulfkottes.
  • Weitere Obstbäume für den Dorfpark, da hier nur seit Anfang des Jahres ein Apfelbaum aus der „Stadtkrone-Aktion“ steht. (https://dorsten-online.de/sternlauf-der-dorstener-stadtteile/).
  • Palisaden für den neuen Spielturm auf dem Spielplatz in Tönsholt sowie  
  • Spielgerät für den Dorfpark oder für einen Spielplatz in Altendorf.

Das erste Spielgerät aus Mitteln des Bürgerbudgets wurde bereits Ende 2018 angeschafft. Es soll sobald es Klarheit und Planungssicherheit bezüglich der Renaturierung des angrenzenden Erdbachs gibt im Dorfpark aufgestellt werden.

Bedenken gebe es aber von der unteren Naturschutzbehörde („UNB“), ob der direkt am Erdbach gelegene Dorfpark ein sinnvoller Platz für eines oder mehrere dieser Spielgeräte sei. Möglicherweise werden daher das bereits vorhandene und eventuelle zukünftige Spielgeräte auf einem bereits vorhandenen Altendorfer Spielplatz installiert. Gesamtkosten 7.400 Euro.

Da bei allen Projekten die Gesamtkosten jeweils über 500 Euro betragen, müsste der Ortsteil (in diesem Fall der Verein „Altendorf-Ulfkotte trifft sich e. V.“) einen Eigenanteil von je 25 % erbringen. (Bei Gesamtprojektkosten bis 500 Euro liegt der Eigenanteil bei 50 %.). Dies entspricht einen Eigenanteil von 1.850 Euro (25 %) und einem Zuschuss aus dem Bürgerbudget von 5.550 Euro (75 %).

Eigenanteil

Joachim Thiehoff signalisierte, dass der Topf des Bürgerbudgets jetzt zum nahenden Jahresende noch voll genug sei, um die kompletten 5.550 Euro bereitstellen zu können. Voraussetzung sei, dass Altendorf-Ulfkotte den gesamten Eigenanteil von 1.850 Euro für alle Projekte übernimmt. Da auch die Kasse des Vereins „Altendorf-Ulfkotte trifft sich e. V.“ gut genug gefüllt ist, stimmten sich die rund 40 Anwesenden einstimmig dafür aus.

Die Projekt-Anträge sollten jetzt, sofern noch nicht geschehen, zeitnah bei der Stadt eingereicht werden, damit die Projekte, was die Voraussetzung für die Förderung ist, noch in diesem angestoßen werden.

Weitere Termine

01. bis 24. Dezember 2019: Adventsfenster (11. Begehbarer Adventskalender)

30. Dezember 2019: 16. Pater Gisbert Doppelkopfturnier der Kolpingsfamilie

02. März 2020: Jahreshauptversammlung „Altendorf-Ulfkotte trifft sich e. V.“

16. bis 21. März 2020 Besentage Dorsten

21. März 2020: Frühlingsfest Altendorf-Ulfkotte

Die nächste Stadtteilkonferenz in Altendorf-Ulfkotte ist für Frühjahr 2020 geplant.

Text und Fotos: Gregor Föcker, Bürgervertreter im Verein „Altendorf-Ulfkotte trifft sich e. V.“

Weitere Links zur Hürfeld-Halde: Lexikon, Genehmingungsverfahren, RVR will-weitere-23-Halden-erwerben, PP-Deoponie

Weitere Links zu Erdbach-Renaturierung: Lexikon.

Weitere Link zu Rappshoffs Mühlenbach. Lippeverband

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