Von Steinen und Beinen – der SV Dorsten Hardt 

Ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, allgegenwärtiges Engagement, gelebte Gemeinschaft und echtes Miteinander – so formulierten es die Chronisten des Vereins einst 2009 für die Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des SV Dorsten-Hardt, als sie zu reflektieren versuchten, was IHREN Club auszeichnet.

>>> Zu den Sponsoren

Einen Verein, der sein Wohl und Wehe in der Jugendarbeit sehe, stets großen Wert auf die Förderung des Nachwuchses lege, es aber zugleich schaffe, viele Generationen unter dem Dach der Vereinsfarben zueinander zu bringen.

Eine wohlverfasste Formel, mit der man sicherlich viele Vereine beschreiben könnte, nicht ohne in einigen Fällen vielleicht ein wenig zu übertreiben. Wie zutreffend die Worte auch heute noch gerade für den SV Dorsten-Hardt sind, begreift man sofort, wenn man sich auf der gut ausgestatteten und hervorragend gepflegten Anlage an der Storchbaumstraße umsieht und den ehemaligen und aktuellen Vereinsverantwortlichen bzw. den sich immer noch oder wieder für den Club engagierenden Menschen dabei zuhören darf, wenn sie mit vollem Eifer, großer Freude und Liebe zum Detail über ihren Verein, seine Geschichte und ihre oft sehr eng damit verbundenen persönlichen Lebensläufe berichten.

Stolz auf die Entwicklung des Vereins

Eine Menge Stolz schwingt mit, wenn sie über den Aufbau und die zahlreichen über die Jahrzehnte erfolgten, an den zunehmenden Bedürfnissen orientierten und zumeist nur mit viel ehrenamtlichem Einsatz und in guter Kooperation mit der Stadt Dorsten möglichen Erweiterungen ihrer Vereinsanlage berichten. Und die kann sich heuer wirklich sehen lassen, wie auch die sportlichen Konkurrenten in der Landesliga, in der die 1. Mannschaft des Vereins aktuell mitmischt, wohl recht häufig bestätigen.

1. Mannschaft des SV Hardt

Der nahe dem Stadtzentrum gelegene Sportpark besteht aus einem nicht nur für die sportliche Entwicklung sehr wichtigen modernen Kunstrasenfeld sowie einem Rasenplatz, beide mit einer überdachten Tribüne an einer der Längsseiten. Im Vereinsheim befinden sich mehrere Kabinen, eine überdachte Vorhalle sowie zwei auch für private Feiern nutzbare Schankräume.

Zwischen den Spielfeldern wurde mit dem „12. Mann“ aus einer unweit der Anlage abgebauten Ausstellungshalle in Eigenregie ein weiterer Clubraum errichtet, der der gastronomischen Versorgung dient und nicht nur an Spieltagen zum gemütlichen Beisammensein einlädt. Außerdem findet man auf der Anlage auch noch ein Beachvolleyballfeld sowie einen öffentlichen Kinderspielplatz, dessen Aufbau mit einem Zuschuss aus der Stadtteilkonferenz und Mitteln aus einer besonders erfolgreichen Crowdfunding-Aktion möglich wurde.

Clubhaus 12. Mann

Schwierige Aufbau-Zeit

„Aus einem Pisspott wurde eine Sammeltasse gemacht“ – fasst der 1. Vorsitzende Michael Richter die infrastrukturelle Entwicklung scherzhaft zusammen. Begonnen hatte der Verein nach seiner Gründung im Jahr 1959 noch ohne eigenes Spielfeld. Vom ehemaligen Sportplatz an der Pestalozzistraße stand nach einem Grundstückstausch der Stadt mit der evangelischen Kirchengemeinde für den Bau der Friedenskirche nur noch ein Teil zur Verfügung, die darüber hinaus benötigte Fläche musste zunächst noch angepachtet werden.

Umziehen musste man sich nach Fertigstellung und Einweihung des Platzes im Jahr 1960 zunächst noch im Saal der Bäckerei Kleinespel. Umkleiden, Duschen, Flutlicht, ein Vereinsheim mit Gaststätte – all das, was heute selbstverständlich erscheint, kam erst über die Jahre bzw. Jahrzehnte und durch viel ehrenamtliches Engagement hinzu.

Die Anlage des SV Hardt von oben

Weitere Modernisierungen sollen oder müssen und werden folgen, Michael Richter macht sich deswegen und auch ob immer mal wieder auftretender kleinerer Baustellen jedoch keine Sorgen, denn über eine vereinsinterne whatsApp-Gruppe gelinge es immer sehr zügig, genügend Helfer zusammenzutrommeln.

Bei so viel Engagement und einer längeren Vereinsgeschichte ist die Liste der verdienten Persönlichkeiten, um die man beim SV Dorsten-Hardt bereits trauern musste, schon recht lang. Einen heben die Vereinsverantwortlichen heute noch als auch für sie persönlich leuchtendes Beispiel und „Personifikation des Ehrenamtes“ hervor: den ehemaligen Jugendtrainer und später noch in vielen anderen Positionen für den Verein tätigen „Fußball-Aktivisten“ Ernst Paul, der sich bis zu seinem Tod im Jahr 1999, als er im Alter von 58 Jahren durch lange Krankheit geschwächt während eines Meisterschaftsspiels zusammenbrach und nicht reanimiert werden konnte, über 35 Jahre lang für den Verein engagiert hatte. 

Leidenschaft für den Verein

Viele frühere und heutige Vorstandsmitglieder und Trainer lernten unter ihm das Fußballspielen und entwickelten eine nachhaltige Leidenschaft für den SV Dorsten-Hardt. So auch der aktuelle Jugendleiter Thomas Iwanowsky, der kürzlich auch zum Leiter der Fachschaft Fußball beim Stadtsportverband gewählt wurde und damit insbesondere für die Ausrichtung der Stadtmeisterschaften zuständig sein wird. 

Iwanowsky ist einer von vielen Funktionsträgern „mit Stallgeruch“, die dem Verein nach ihrer Zeit als aktive Spieler nun als Trainer oder in anderen und über die Zeit nicht selten wechselnden Ämtern etwas zurückgeben möchten. „Wenn man einmal Feuer gefangen hat, will man immer zum Tatort zurück“, sagt Iwanowsky, der als C-Jugendlicher im Verein begonnen hatte und heute auch am Kreisauswahlstützpunkt in Marl für die Talentförderung mitverantwortlich ist.

Der Nachwuchs

Auch deshalb ist der SV Dorsten-Hardt vielleicht gerade eine besonders gute Adresse für Nachwuchskicker. Starten können die Kleinen bereits ab ca. 4 Jahren bei den „Grashüpfern“ des Vereins. Um in allen Altersklassen bis zur A-Jugend ein Angebot machen zu können, hat der SV Dorsten-Hardt gut funktionierende Spielgemeinschaften mit dem TuS Gahlen und Rot-Weiß Dorsten gebildet. Aktuell sind es insgesamt 9 Juniorenteams mit über 150 Spielern. 

Jugendleiter Iwanowsky begreift Fußball sowohl als Breiten- wie auch als Leistungssport, so ist es ihm wichtig, „dass ambitionierte Kinder auch ambitioniert trainieren und spielen können“. Ziel soll immer ein fruchtbarer Austausch zwischen Junioren- und Seniorenbereich bzw. der individuelle Sprung in die 1. Mannschaft sein.

Besondere Art der Nachwuchsförderung

Um immer wieder Nachwuchs für den Verein zu gewinnen, aber auch Kinder allgemein für den Sport zu begeistern sowie die schöne Vereinsanlage nicht allzu lange ungenutzt zu lassen, hat man sich beim SV Dorsten-Hardt etwas ganz Besonderes ausgedacht: die nunmehr schon seit 1987 traditionell vom ersten Samstag der Sommerferien bis zum folgenden Freitag stattfindende Sportplatzolympiade. Was einst mit 150 Kindern begann, fand vor der Pandemie organisiert von einem 15-köpfigen Team mit rund 850 „Olympioniken“, 120 Betreuern und 20 Helfern statt. 

Dabei bietet man teilnehmenden Kindern nicht nur sportlicher Spaß. Highlights der Woche: Der Marsch durch die Stadt und eine Mini-Playback-Show, für die die Kinder trainieren – alles dank vieler Sponsoren natürlich kostenlos – und so soll es auch immer bleiben. Und auch an dieser Stelle kommt wieder das Prinzip der „nachhaltigen Begeisterung“ zum Tragen, denn die Teilnehmer von gestern sind häufig die Helfer von heute und morgen. 

Für eine weitere etablierte Veranstaltung suchen die Hardter noch eine Nachfolgelösung – den F-Cup. Der sogenannte „Super-Cup“ für F-Junioren wurde von 1998 an jährlich veranstaltet, und lockte nicht nur Nachwuchsteams von Bundeligisten, sondern auch von internationalen Topclubs wie Juventus Turin und spätere Stars wie Leroy Sane, Kai Havertz und Daniel Didavi nach Dorsten, bis der Deutsche Fußball-Bund begann, bei den Jüngsten auf weniger wettbewerbsorientierte Spielformen zu setzen. Aber auch hier wird den umtriebigen Hardter Organisationstalenten, die sich zwischendurch auch immer wieder in der Ausrichtung von Stadt- und Kreismeisterschaften üben, sicher noch etwas Neues einfallen.

Bau des Kunstrasens

Erneuerungsprozess bei der 1. Mannschaft läuft

Erneuerung ist aktuell auch bei der 1. Mannschaft angesagt, denn nach langen Überlegungen während der pandemiebedingten Zwangspause wurde mit Marc Gebler ein neuer und mit 37 Jahren noch junger Übungsleiter mit Trainer-Erfahrung aus der „Schalker Knappenschmiede“ verpflichtet. Mit ihm will der Verein wieder den Aufstieg aus der Landes- in die Westfalenliga schaffen, wo er nach seinen Anfängen in der 3. Kreisklasse, und vielen Jahren in der Bezirksklasse schon einmal vertreten war. Einen „festen Fahrplan“ dafür gebe es allerdings nicht, wie der sportliche Leiter Jürgen Gertz erläutert.

Wichtiger sei die Entwicklung. Und dabei sollen auch einige ehemalige Spieler helfen, die in anderen Vereinen bereits in höheren Ligen zu den Leistungsträgern gezählt haben, nun trotz anderer Optionen an die Storchbaumstraße zurückkehren und sowohl mit ihrer sportlichen Qualität als auch mit ihrem „Netzwerk“ eine Bereicherung sein sollen. 

Auch hier kommt wieder zum Tragen, was der langjährige Vorsitzende und immer noch engagierte Ehrenamtler Fritz Mariß als Prinzip für seinen Verein festhalten möchte. So müsse es nicht heißen „Steine oder Beine“ – „Wir haben in Steine investiert und Beine gewonnen – oft mit wenig Mitteln und viel Spaß.“  

Die bisweilen zu den Beinen gehörenden helfenden Hände und kreativen Köpfe wurden bereits behandelt. Einige davon bewegen sich und den Ball auch im fortgeschrittenen Fußballalter im Alt-Herren-, Ü40-Altliga- oder Ü50-Team über den Platz. Über ihre sportlichen Leistungen wollen sie nicht mehr sprechen, bei der Mitgestaltung der Zukunft des Vereins werden sie aber sicher weiterhin nicht nur ein Wörtchen mitsprechen. 

Weitere Informationen zum SV Dorsten-Hardt, Termine, Wissenswertes und Neues:

https://www.sv-dorsten-hardt.de/

SV Hardt e.V.

Storchbaumstraße 59
46282 Dorsten

vertreten durch den Vorstand
Michael Richter
Rainer Mariß
Carsten Heisterkamp
Michael Brauckoff

Telefon: +49 2362 3291

Die Sponsoren

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.