Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Plauderei mit der KI
Was macht man auf Familienfeiern, wenn der Kartoffelsalat gegessen, die Würstchen verputzt und der Pudding ausgelöffelt ist? Richtig: Spielen! Karten- oder Brettspiele bieten eine vielfältige Auswahl für alle um den Tisch sitzende Generationen – Haustiere eingeschlossen, denn die freuen sich über die krümeligen „Leckerlis“, die auf den Boden rieseln, wenn Opa vor Ärger über den misslungenen Kniffel-Wurf seine Faust auf die Tischdecke knallt.
Kontrovers geführtes Gespräch
Doch bei Michas Geburtstagsfeier letzte Woche kam alles anders als geplant. Die Initialzündung löste unser kontrovers geführtes Gespräch über die unaufhaltsam fortschreitende Künstliche Intelligenz, kurz KI, aus. Wie beispielsweise das schlaue Programm Chat GPT, das man wie eine Suchmaschine im Internet nutzen kann. Die Antwort-Texte wirken wie eine Plauderei oder ein Gespräch.
Aber Chat GPT kann noch viel mehr als Texte schreiben: „Soll ich mal ein Bild von einem Dackel im Pop-Art-Stil erschaffen lassen“, frage das Geburtstagskind in die Runde, und schon gab er dem Programm auf seinem I-Phone den Befehl, ein derartiges „Kunstwerk“ zu erstellen. Wenige Sekunden später ploppte ein allerliebstes Dackelexemplar in knalligen Farben auf dem Display auf. „Lass mich wissen, wenn du Anpassungen wünschst“, sprach die KI zu uns. Dieses Angebot ließen wir uns nicht zweimal sagen, und so orderten wir das Dackelbild in grünen Farben und ließen in einem nächsten Schritt den Lang- gegen einen Rauhaardackel auswechseln. Wurde auch prompt geliefert: Bitteschön!
Elefanten im Porzellanladen
Es dauerte keine 15 Minuten, bis jeder am Tisch das schlaue KI-Programm auf seinem Handy installiert hatte. Und dann wurden Elefanten im Porzellanladen, Einhörner im Zauberwald und Weihnachtsmänner auf der Berghalde bestellt und geliefert. Großes Gelächter, ungläubiges Staunen, „Guck mal hier!“ und „Ist ja toll!“ – die Stunden vergingen wie im Fluge bis es Zeit zum Aufbruch war. „Schreib einen Vierzeiler zum Abschied von einer Familienfeier“, befahl ich meiner intelligenten Suchmaschine und las dann das Ergebnis vor:
„Der Abschied naht, die Zeit vergeht. Die Gläser leer, das Licht verweht. Wir lächeln noch, die Tür steht auf. Der Abschied nimmt den nächsten Lauf!“
Nun denn, kein Goethe, aber fürs Erste geht’s doch, oder?




























