Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Ohne Worte
Obwohl ich eine journalistische Ausbildung besitze, fehlen mir manchmal die Worte. Dann stehe ich beispielsweise an der Kasse eines Supermarktes, versuche, mit meinen immer zu kurzen Armen nach diesem Ding zu greifen, mit dem man die eigenen Einkäufe auf dem Transportband von den Waren der anderen Kunden abgrenzt, und mir fällt nix anderes ein, als die Dame in der Reihe vor mir, bittend anzustottern: „Könnten Sie mir vielleicht mal dieses Dingens, ähm, na dieses Stäbchen da aus der Seitenrinne anreichen?“ Einfach erbärmlich. Einer ausgebildeten „Wortklauberin“ völlig unwürdig.
Heute widerfuhr mir eine ähnliche Situation vor dem geöffneten Materialschrank unseres Sekretariats. „Wo stecken denn hier diese Klebestreifen, die man auf einen Aktenrücken pappen kann?“, frage ich hektisch rumkramend die verdutzte Kollegin, „die gibt’s doch lang mit einem Loch drin, aber auch kurz, wenn der Streifen über dem Loch enden soll … Mensch, wie heißen die denn, verflixt noch mal?“ „Meinst Du etwa diese selbstklebenden Ordner-Rückenschilder“, nennt die Kollegin das gesuchte Büromaterial beim richtigen Namen, derweil sie mir auch schon ein Paket davon vor die Nase hält.
Jau. Dankeschön. Hört sich gut an. Ich wird’s mir merken. Versprochen. Und für den eingangs geschilderten Wortlos-Fall an der Supermarktkasse schlage ich „Warentrennstab“ vor – oder Separator (nicht zu verwechseln mit ähnlich klingenden Dinosaurier-Arten).
So, jetzt habe ich diese Wortklauberei aber wirklich satt. Apropos satt? Warum gibt es eigentlich kein Adjektiv für den Zustand des „Nicht-Mehr-Durstig-Seins“? „Sitt“ habe ich nicht im Duden finden können. – Darüber könnt Ihr ja jetzt mal nachgrübeln. Viel Spaß!




























