Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Wählerisch und kurios
Liebe Dorstener_innen,
habt Ihr schon Eure Wahlbenachrichtigung griffbereit zurechtgelegt, oder eventuell schon per Briefwahl Eure Kreuzchen abgegeben? Es wird höchste Zeit, denn am Sonntag sind Kommunalwahlen, und da ist Euer demokratisches Bürgerrecht gefragt.
Wir Dorstener wählen nicht nur den Mann (ja, auf der Kandidat_innenliste für das Bürgermeister_innen-Amt ist tatsächlich keine Frau zu finden!), der für die kommenden fünf Jahre vor Ort die Verantwortung übernimmt, sondern auch den Landrat und die Vertretungen für den Stadtrat, den Kreistag und das Ruhrparlament. Das heißt: Auf fünf, farblich unterschiedlich gekennzeichneten Zetteln muss jeweils ein Kreuz gemacht werden. Eine kunterbunte Angelegenheit, die höchste Konzentration erfordert.
Blick in das historische Kuriositätenkabinett
Apropos kunterbunt: Der Blick in das historische Kuriositätenkabinett internationaler Wahlen bringt auch kunterbunte Blüten ans Tageslicht. So hat beispielsweise 2019 bei einer ungewöhnlichen Wahl die Stadt Fair Haven im US-Bundesstaat Vermont wahrhaft den Bock zum Bürgermeister gemacht: Die Hausziege Lincoln wurde gewählt. Da gab’s nichts zu meckern.
Bei den Kommunalwahlen 1967 geriet die kleine Stadt Picoaza in Ecuador in die internationalen Schlagzeilen: Ein Unternehmen hatte dafür geworben, den ehrenwerten „Pulvapies“ zum Bürgermeister zu küren. Das gut duftende Fußpulver war zwar nicht als offizieller Kandidat aufgestellt, ging aber überraschend als Sieger hervor.
Kommunalwahlen 1988 von der Partido Bananista Brasileiro
Zum Affen machen lassen wollten die Bürger von Rio de Janeiro (Brasilien) ihren Bürgermeister schließlich doch nicht. Trotzdem erhielt der Schimpanse namens Tiao, der bei den Kommunalwahlen 1988 von der Partido Bananista Brasileiro (der Bananenpartei) als Spaßkandidat aufgestellt war, mit rund 400.000 Stimmen und dem dritten Platz ein tierisch gutes Ergebnis!
Missouri vor 25 Jahren
Makaber ging es bei der Gouverneurswahl in Missouri vor 25 Jahren zu. Mel Carnahan gewann die Wahl. Tragischerweise war er kurz zuvor bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Sein Name konnte nicht mehr vom Wahlzettel gestrichen werden. Daraufhin wurde seine Frau Jean zu seiner Nachfolgerin ernannt.
Kommunalwahl am Sonntag
Hoffen, wir dass bei unserer Kommunalwahl am Sonntag keine „Affen“ das Rennen machen. Und noch ein Tipp zum Schluss: Wer am Sonntag einen selbstgemachten Stimmzettel aus Pumpernickelbrot einreicht, muss mit einer Ablehnung rechnen. Das hat in abgewandelter Form bereits ein Engländer im Jahr 2010 mit einem Stück Cheddar-Käse versucht. Das Wahlbüro erklärte das herzhafte Formular für ungültig. Ob es anschließend verspeist wurde, ist nicht überliefert.




























