Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Heute – am 31. Oktober – waren die Angestellten der lokalansässigen Buchhandlung tagesaktuell gekleidet. Die eine hatte einen Haarreifen mit einem leuchtenden Kürbis auf dem Haupt, ihrer Kollegin an der Kasse tanzte eine riesige schwarze Spinne auf dem Kopf herum. Tja, was will man machen? Halloween ist ein umsatzförderndes Spektakel, da muss der Rubel rollen. Allerdings empfand ich die Leuchtkürbisdame jetzt nicht als gruselig, als sie mich fragte: „Soll ich Ihnen das Büchlein als Geschenk einpacken oder nehmen Sie es so mit?“ Erschreckend vielleicht, aber gruselig – ne, eigentlich nicht.
Früher ohne Kürbisfratzen
Zu meiner Kinder- und Jugendzeit gab’s in Dorsten ja noch gar kein Halloween. Wir hatten den Reformationstag, den wir als Protestanten am 31. Oktober gefeiert haben. Wer erinnert sich? Ich bin sozusagen in einer kürbisfratzenfreien Zone großgeworden. Mein Sohn hingegen zog in den 1990ern schon voll maskiert mit seiner Gespenstergang und riesigen Beute-Beuteln um die Häuserblöcke, um Süßes einzusacken oder Saures auszuteilen.
Wenn die Lehrerin Reformation statt Halloween feiert
Das war nicht immer nur erfolgreich. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass seine evangelische Religionslehrerin den Gehorsam hartnäckig verweigerte. Als die furchterregenden Gesellen an ihrer Haustür klingelten und mit grimmiger Miene „Süßes oder Saures“ forderten, drehte sich die Lehrerin im Türrahmen um und präsentierte furchtlos ihr Hinterteil: „Ihr könnt mir gerne Saures geben“, brachte sie sich bereitwillig für die Folter durch den Reisigbesen in die richtige Position, „aber ich feiere heute Reformation und nicht dieses scheußliche Halloween.“
Da blickten sich die entgeisterten Grundschul-Gespenster ratlos an. Was sollten sie tun? Die eigene Lehrerin verhauen – na, das kommt im Hinblick auf das nächste Halbjahreszeugnis sicherlich nicht gut an. So ließen sie die Besen sinken, wünschten noch einen schönen Abend und trollten sich zum nächsten Haus.




























