„Was machen wir heute?“ Auf der Suche nach den vorrangig zu behandelnden tagesaktuellen Problemzonen taxiert die Physiotherapeutin meinen vom bewegten Leben gezeichneten Körper von oben bis unten. „Mit der Mobilisierung meiner Schulter nach der OP bin ich sehr zufrieden“, antworte ich gewissenhaft, „dafür bin ich im Halsbereich total verspannt – könnten Sie vielleicht mal kräftig in den Nacken packen?“
Die vor anderthalb Jahren für definierte Schulterdiagnosen eingeführte sogenannte „Blankoverordnung“ ermöglicht Physiotherapeuten flexible Handlungsspielräume: Der Arzt stellt die Diagnose, die Therapiehoheit liegt beim Therapeuten. Heilmittel, Frequenz und Menge der Behandlungen können sie eigenständig und therapeutisch sinnvoll festlegen. Nur der zeitliche Rahmen von 16 Wochen ab Ausstellungsdatum ist vorgeschrieben.
Ich als Patientin begrüße die flexiblere und verbesserte Versorgung, denn jeder Mensch hat seinen eigenen Krankheits- und Gesundungsverlauf, was in einem starren Verordnungskorsett oft nicht berücksichtigt werden kann.
Meine Nackenmuskulatur hat sich auch schon erheblich gebessert. Was mir allerdings seit dem Osterbesuch meines Sohnes mit Hund zu schaffen macht, ist mein Arthrose-geplagter linker Fuß – bin wohl beim Gassi-Gehen zu schnell hinter dem munteren Dackel hergehetzt!
Ich frage mal meine Physiotherapeutin, ob die Blanko-Verordnung auch lahme Füße einschließt. Ansonsten hoffe ich auf die schnelle Einführung eines neuen, rezeptfreien Arzneimittel-Formats: Muskel- und Schmerzgele als Körperlotion im XXL-Format!




























