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#194 Glosse von Anke: Herzlich willkommen zum Streifzug durch die 50er Jahre in Dorsten

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Wer hat Lust, den Elvis von Dorsten zu treffen, einen Bummel durch die nach der verheerenden Kriegsbombardierung langsam wieder auflebende Stadt zu machen oder sich im 1953 eröffneten Feinkostgeschäft Hill am Markt von den adretten Verkäuferinnen Sauerkraut für 49 Pfennige anbieten zu lassen? Der darf mich am kommenden Montag, (22.06., 19 Uhr im Alten Rathaus am Markt) gerne beim kostenlosen Streifzug durch die 50er-Jahre in Dorsten begleiten.

Der Verein für Orts- und Heimatkunde hatte mich eingeladen, über diese spannende Wirtschaftswunderzeit in unserer Stadt zu berichten. Warum ich? Weil ich in meiner Zeit als Lokalredakteurin Bildbände über Kriegs- und Nachkriegszeit veröffentlicht habe, die prall mit privaten Fotoerinnerungen der Dorstener Zeitungsleser gefüllt sind: Da wippt die Jugend im Eiscafe Filippin zu Bill Haley’s „ABC-Boogie“, da knattern die Zweiradfreunde auf der NSU-Lambretta und die Vierrad-Fans im Zweisitzer Marke Messerschmitt durch die Welt. Da kreisen die Hula-Hoop-Reifen um die Hüften und die Biergläser auf den Schützenfesten.

Aufschwung in Dorsten

Doch nicht nur die Bürger, auch der Aufschwung kam in Fahrt: Wohnungen, Kirchen, Schulen und öffentliche Gebäude schossen aus dem Boden. Die Dorstener Maschinenfabrik baute ein Stahlwerk im indischen Rourkela und die Dorstener Drahtwerke heizten das Betriebsklima mit vergnüglichen Ausflügen an Ahr und Mosel auf. Das Sägewerk Lorey legte ein Schüppchen drauf und bescherte seine Angestellten mit großzügigen Geschenken zu Weihnachten. Die Geschäftsleute eröffneten wieder ihre Geschäfte und krempelten die Ärmel hoch.

Die Menschen, denen der Krieg noch in den Knochen steckte und die mit heiler Haut davongekommen waren, stürzten sich nach leidvollen Jahren der Entbehrungen voller Hoffnung und Lebenslust in die 50er Jahre, denn sie wussten: Es kann nur bergauf gehen! Die alten Fotos der Dorstener dokumentieren dieses besondere Lebensgefühl, das eine klare Botschaft trägt: „Wir haben hart geschuftet, aber im Großen und Ganzen war es eine glückliche Zeit.“

Also, Ihr Lieben: Schmalzt Euch die Stirnlocke und zieht Euch den Hula-Hoop-Reifen über die Hüfte – ich freue mich auf Euch!

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