Da in meinem Haushalt keine schulpflichtigen Kinder mehr wochenlang belustigt werden müssen, kann ich die vor mir liegende NRW-Sommerferienzeit entspannt durcharbeiten. Keine kilometerlangen Autoschlangen, keine zermürbenden „Wie lange noch?“ und „Ich muss mal Pippi“ von der Rücksitzbank. Ja, alles hat seine Zeit.
Unsere Sommerferienplanung in der Familie war damals gut strukturiert. Sie folgte immer demselben Muster: Die erste Woche kämpfte Sohnemann bei der Sportplatzolympiade auf der Hardt um Medaillen. Wehe uns, wenn wir vorschlugen, direkt zu Beginn in den Familienurlaub zu starten: „Auf gar keinen Fall“, lautete die garantierte Antwort vom Nachwuchs, „da bin ich bei der Sporti!“ – Wie schön, dass diese Tradition auch heute noch in vielen Dorstener Familien weiterlebt.
Ab der zweiten Woche durften wir dann in den Familienurlaub starten. Nach zwei Wochen Meer, Strand, Sightseeing, gut Essen und Faulenzen war die erste Hälfte der Schulferien dann bereits geschafft. Kleine Herausforderungen warteten in der 4. Woche auf uns, in der keine festen Aktivitäten auf dem Programm standen. Da konnte es schon mal zu leichten Durchhängern und jugendlichen Frustattacken kommen: „Mama, mir ist langweilig!“ Darauf antwortete ich meist pädagogisch belehrend: „Das ist ja wunderbar, mein Kind! Langeweile ist die beste Voraussetzung, um kreativ zu werden und neue Ideen in den Kopf zu bekommen. – Also, mach was draus!“
Stockbrot und Abenteuer
Die 5. und 6. Woche hingegen waren wieder safe: Zwei Wochen Sommerfreizeitlager der Pfadfinder von St. Agatha! Nachtwanderungen, Singen am Lagerfeuer, Stockbrot rösten, Fische fangen, Boot fahren … 14 Tage Funkstille waren für uns Eltern eine erholsame kinderlose Zeit und ein positives Zeichen, dass die Kids mächtig beschäftigt waren.
Bei der Rückkehr der Horde nahmen wir dann die verwilderten Abenteurer wieder in Empfang, die übermüdet, leicht angeschmuddelt und total happy aus den Bussen fielen – so kaputt, dass unser Sohn uns mit den Worten begrüßte: „Boah, ich bin so fertig – jetzt müsste ich noch mal 6 Wochen Ferien haben!“
In diesem Sinne: Bleibt gelassen! Schöne Ferien!




























