Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Das Mittelalter lässt grüßen
Von guten Freunden werde ich hin und wieder auch als „Trümmerfrau“ geneckt. Dieser Scherzname hat nichts mit den Frauen zu tun, die nach dem Zweiten Weltkrieg die zerstörten Städte aus Trümmern wiederaufgebaut haben. Es spielt auf meine Vorliebe für die Antike an, denn wenn ich ein antikes Ausgrabungsfeld durchschreite, durch historische Tempelanlagen und Grabstätten wandele, dann hüpft mein Herz vor Freude. Den Göttern sei Dank!
Meine Leidenschaft für das erhaltene historische Erbe entzündet sich auch an mittelalterlichen Burgruinen, Klöstern und späteren Schlossanlagen. Da wundert es kaum, dass ich mir neulich bei meinem Urlaubsbesuch in Deutschlands Süden endlich den lang gehegten Wunsch erfüllte, das Kloster Maulbronn zu besichtigen. Das Kloster gilt als die am besten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen und zählt somit auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Bei der Besichtigung der Klosterkirche wies unsere Begleiterin auf die Klappsitze hin, die einst den Zisterzienser-Mönchen die häufigen Gebet-Zeiten bei Tag und Nacht ein wenig erleichterten. „Wenn ein Bruder nicht aufpasste und seinen Klappsitz unvorsichtigerweise laut vernehmlich gegen das Holz krachen ließ, dann zischten seine Mitbrüder ihn ärgerlich an: „Halt doch die Klappe!“ Und so war die Redewendung geboren, die wir heute noch benutzen, allerdings nicht mit der Aufforderung, die Sitzklappe zu halten, sondern unseren plappernden Mund.
So gibt es jede Menge Redewendungen, die ihren Ursprung im Mittelalter haben. Aber ich werde jetzt besser auch meine Klappe halten, bevor ich Euch noch die Hölle heiß mache und als Satansbraten in Teufels Küche ende.




























