StartGeschichteDorsten erinnert in Riga an die Opfer des Holocaust

Dorsten erinnert in Riga an die Opfer des Holocaust

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Die Erinnerung an die aus Dorsten deportierten und ermordeten Juden ist inzwischen auch an einem der wichtigsten Gedenkorte in Lettland sichtbar. Im Wald von Bikernieki bei Riga trägt ein Gedenkstein den Namen „Dorsten“. Bei der diesjährigen Gedenkreise des Deutschen Riga-Komitees besuchte Achim Schrecklein die Gedenkstätte und vertrat dabei die Stadt Dorsten.

Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister und langjährige Ratsherr nahm während des mehrtägigen Aufenthalts gemeinsam mit Vertretern zahlreicher Mitgliedsstädte an verschiedenen Gedenkveranstaltungen teil. Zum Programm gehörte unter anderem das stille Gedenken an den Erinnerungsorten Bikernieki und Rumbula. Außerdem fanden Gespräche über die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur in Europa statt.

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Gedenkstein erinnert an Opfer aus Dorsten

Ein besonderer Moment war für Schrecklein der Besuch der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. Dort erinnert nun auch ein Stein mit der Aufschrift „Dorsten“ an die jüdischen Bürger der Stadt. Diese waren während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Opfer von Verschleppung und Mord geworden.

Der Dorstener Gedenkstein konnte erst mit zeitlicher Verzögerung auf der Anlage installiert werden. Nun macht er die Verbindung der Stadt mit dem internationalen Erinnerungsort auch vor Ort sichtbar.

Dorsten RIga Komitee Gedenkstein
An der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki erinnert inzwischen auch ein Gedenkstein mit der Aufschrift Dorsten an die deportierten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Foto: Stadt Dorsten

„Die Reise nach Riga macht deutlich, dass Erinnerung nicht abstrakt ist. Wer die Orte besucht, an denen so viele Menschen entrechtet, deportiert und ermordet wurden, versteht noch einmal auf ganz andere Weise, warum wir Verantwortung für unsere Geschichte tragen“, sagt Schrecklein. Der neue Gedenkstein mit der Aufschrift Dorsten sei ein sichtbares Zeichen dafür, „dass wir diese Verantwortung gemeinsam wahrnehmen“.

20 Menschen aus Dorsten nach Riga deportiert

Dorsten gehört seit 2021 dem Deutschen Riga-Komitee an. Mit dem Beitritt hat sich die Stadt dazu verpflichtet, die Erinnerung an die mehr als 25.000 Juden wachzuhalten, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportiert wurden. Ein großer Teil von ihnen wurde im Wald von Bikernieki ermordet.

Auch aus Dorsten wurden 20 jüdische Bürger nach Riga deportiert. Nur zwei von ihnen überlebten.

Der Rat der Stadt hatte den Beitritt zum Riga-Komitee 2021 auf Antrag der SPD einstimmig beschlossen. Seitdem beteiligt sich Dorsten gemeinsam mit der Bürgerschaft an der Pflege der Gräber- und Gedenkstätte in Bikernieki. Zudem unterstützt Dorsten die Erinnerungsarbeit des internationalen Städtebündnisses.

Stockhoff dankt Schrecklein für Engagement

Bürgermeister Tobias Stockhoff dankte Achim Schrecklein für die Vertretung der Stadt und dessen persönliches Engagement.

„Unsere Mitgliedschaft im Riga-Komitee ist weit mehr als ein symbolischer Akt. Sie ist ein klares Bekenntnis dazu, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und daraus Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten“, erklärt Stockhoff.

Er freue sich, dass Schrecklein Dorsten in Riga vertreten und die Verbundenheit der Stadt mit diesem wichtigen Erinnerungsort sichtbar gemacht habe. „Ich danke ihm auch sehr herzlich für sein herausragendes persönliches Engagement in dieser Sache“, so der Bürgermeister.

Mit der Beteiligung am Riga-Komitee soll die Erinnerung an die Opfer auch für kommende Generationen lebendig bleiben. Der Gedenkstein mit dem Namen Dorsten macht diese Verantwortung nun auch an jenem Ort sichtbar, an dem Tausende Menschen Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes wurden.

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