Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Das Oster-Kamel
Wer kennt sie noch, die Filmkomödie „Drei Mann in einem Boot“ aus dem Jahr 1961 mit Walter Giller, Hans-Joachim Kulenkampff und dem unvergessenen Heinz Erhardt als unterhaltsame Hauptdarsteller? Als Kind habe ich mich gekringelt vor Lachen, besonders bei der Szene, als Walter Giller den „ungenießbaren Tee“ über Bord kippt, den Kulenkampff für Kaffee hält, bevor Heinz Erhardt mit dem Kännchen in der Hand dazustößt und fragt: „Möchte noch jemand etwas von dem Kakao?“
An diese Filmszene fühlte ich mich beim diesjährigen Osterbrunch mit meiner Familie erinnert. Im Zentrum des Tisches thronte das im grünen Grasnest hockende Osterlamm, das ich tags zuvor gebacken hatte. Begehrlich blickte die kleine Tochter meiner Nichte auf das „tierische“ Gebäck und fragte: „Darf ich was von dem Kamel essen?“ „Das ist doch kein Kamel“, korrigierte mein Sohn belehrend, „sieht doch jeder, dass es sich hier eindeutig um ein Huhn handelt!“
Okay, vielleicht hätte ich dem Lämmchen zur besseren Identifizierung die Schlappohren mit Puderzucker-Glasur weiß einfärben sollen, anstatt ihm einen „Iro-Kopf“ zu verpassen. Aber letztendlich war es auch egal: Das Lamm-Huhn-Kamel hat wunderbar geschmeckt. Und wer weiß schon, ob es nicht noch unentdeckte Landstriche gibt, in denen es Kamele sind, die die frohe Osterbotschaft verkünden.




























