StartDorstenRathausHaushalt 2023: Sieben Millionen Euro im Minus

Haushalt 2023: Sieben Millionen Euro im Minus

Veröffentlicht am

Die Kasse ist leer: Der Haushalt 2023 wird ein großes Defizit aufweisen. (Collage: Pixabay / Borgwardt)

Kämmerer Karsten Meyer und Bürgermeister Tobias Stockhoff haben den Finanzplan 2023 vorgestellt. Der Haushalt weist vorläufig ein Defizit von knapp 7 Millionen Euro aus. Der Grund seien die großen externen Krisen.

Kämmerer Karsten Meyer und Bürgermeister Tobias Stockhoff haben in der Sitzung des Rates am Mittwoch (26. Oktober) den Plan für den Haushalt 2023 zur politischen Beratung vorgelegt.

Die ausgeglichenen Haushalten und teilweise erheblichen Jahresüberschüsse sind erst einmal vorbei. Für 2023 steht die Stadt Dorsten bei einem Defizit von knapp sieben Millionen Euro. Zur finalen Berechnung fehlen noch etwa Daten des Landes, sodass das Ergebnis ein vorläufiges ist.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

Externe Krisen erschüttern die Stadtkasse

Die Gründe für das schmerzhafte Defizit sind laut Stadtkämmerer Karsten Meyer vielfältig. „Vermutlich nie oder nur selten gab es so viele gleichzeitig auf den Haushalt der Stadt Dorsten einwirkende, weltumspannende Geschehnisse wie derzeit“, sagte er in seiner Haushaltsrede. „Die multiplen Krisenlagen, deren politische Begegnung und auch die Reaktion der Märkte spüren wir unmittelbar.“

Alle Städte und Gemeinden seien aktuell massiv betroffen und hätten mit vergleichbaren Problemstellungen zu kämpfen.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Die Corona-Pandemie, der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die allgemeine Preissteigerung, Lieferengpässe, die Zinswende und auch sinkende Konjunkturprognosen haben erheblichen Einfluss auf den Haushalt 2023.

Hinzu kommen etwa gesunkene Schlüsselzuweisungen durch das Land und gestiegene Kosten für Kinderbetreuung im Kindergarten. Zudem gab es das Urteil des Oberverwaltungsgerichts zu Abwassergebühren, das in den vorläufigen Berechnungen ebenfalls schwer wiegt.

Kämmerer: „Wir haben nichts falsch gemacht“

Der in seiner Rede sich selbst gestellten Frage, ob die Stadt Dorsten Schuld am defizitären Haushalt trage, entgegnete der Stadtkämmerer mit einer deutlichen Absage. „Nein, wir tragen keine Schuld an diesen Entwicklungen, wir haben nichts falsch gemacht. Weder haben wir über unsere Verhältnisse gelebt, noch hätten wir diese Entwicklung aus eigener Kraft stoppen können.“

Ursprünglich lag das Defizit für den Haushalt 2023 sogar bei 14,2 Millionen Euro. Durch etwa gestiegene Gewerbesteuereinnahmen und erhebliche Einsparungen im Verwaltungsbudget um rund 3 Millionen Euro ist es gelungen, das vorläufige Ergebnis mehr als zu halbieren. Das, bekräftigte Karsten Meyer, war und ist ein schmerzhafter Prozess. „Als Kämmerer danke ich hier explizit allen Amtsleitungen, die ihre Budgets bis an die Grenze des Vertretbaren zusammengedampft haben“, sagte er. 

„Mittendrin in stürmischen Zeiten“

Bürgermeister Tobias Stockhoff sprach in seiner Haushaltsrede von „alarmierenden Zahlen“. Der Bürgermeister stellte klar: „Wir stehen nicht vor stürmischen Zeiten. Wir befinden uns mittendrin. Und diese Stürme sind und bleiben unberechenbar.“

Durch Isolationen der Verbindlichkeiten in Sondertöpfe wie den Corona-Sondertopf, den Ukraine-Sondertopf oder auch den Energie-Sondertopf, sowie eine Reduzierung der Gebäude- und Infrastrukturerhaltungsansätze wäre es durchaus möglich, scheinbar einfach und bequem einen nahezu ausgeglichenen Haushaltsplan beschließen zu können.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Vor dieser Vorgehensweise warnt der Bürgermeister allerdings ausdrücklich: „Das verschiebt das Problem nur in die Zukunft. Unsere Kinder und Kindeskinder haben dadurch später weniger freie Ressourcen zur Verfügung, um die Herausforderungen ihrer Zeit zu stemmen.“

Tobias Stockhoff appelliert an Zusammenhalt

Tobias Stockhoff: „Wir stehen jetzt vor der Frage, ob wir den Mut und die Kraft besitzen, unsere Stadt gemeinsam mit den Menschen durch diese stürmischen Zeiten zu navigieren und auf einem nachhaltigen Kurs zu halten.“ Oberste Priorität habe dabei, Ökologie, Ökonomie und den sozialen Zusammenhalt nicht gegeneinander auszuspielen. Vielmehr müsse man diese drei Bereiche im Gleichgewicht halten.

Stichwort Zusammenhalt: „Wir haben als Stadtgemeinschaft bewiesen, dass wir auch herausfordernde Zeiten meistern“, sagte er. Neben der Bürgerschaft nimmt der Bürgermeister auch die Kollegen der Verwaltung und der Politik in die Pflicht: „Lassen Sie uns in den nächsten Wochen gemeinsam einen Zukunftspakt für unsere Stadt entwickeln!“ Dazu, sagt der Bürgermeister, bedarf es Klarheit und Ehrlichkeit.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!