Der Fund einer Bombe, ein Gefahrgutunfall oder ein drohendes Hochwasser: Das sind nur einige Beispiele für Katastrophen und Gefahren, bei denen in Dorsten der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einberufen würde.
In einem dafür vorgehaltenen Raum in der Hauptfeuer- und Rettungswache der Stadt Dorsten kommen dann die Mitglieder des SAE zusammen. Die Verwaltungsmitarbeiter wurden aus verschiedenen Fachgebieten ausgewählt, um im Ernstfall den nötigen Einsatz zu koordinieren.
Der Bevölkerungsschutz-Profi Dr. Dominic Gißler hat nun mit den Mitgliedern an zwei Schulungstagen mögliche Szenarien trainiert. SAE-Leiterin Nina Laubenthal ist sehr zufrieden.
Behörden brauchen spezielles Training
Um bestmöglich auf Stabsarbeit vorbereitet zu sein, sind die knapp 50 ständigen Mitarbeiter geschult worden. Dr. Dominic Gißler kennt sich dabei bestens aus. Er ist Vertretungsprofessor am Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin. In dieser Funktion hält er Lehraufträge an Ausbildungsinstituten von Feuerwehr, Polizei sowie an einer Universität.
„Verwaltungsstäbe unterer, mittlerer und oberster Behörden brauchen spezielle Trainings, die sie auf ihre seltenen aber gleichzeitig anspruchsvollen Aufgaben vorbereiten“, sagt Gißler. In seinen Schulungen werden Stabskompetenzen trainiert. „Durch die Werkzeuge der Stabsarbeit kann das Gelernte auch über längere Zeiträume gut in Erinnerung behalten werden“, sagt er.
Was tun, wenn Dorsten das Wasser bis zum Hals steht?
An Tag eins der Schulung in Dorsten ging es vorrangig um Grundlagen der Stabsarbeit. Die Funktionen und Mitglieder des SAE stellten sich vor. Mögliche außergewöhnliche Ereignisse oder besondere Herausforderungen der Zukunft kamen ebenfalls zur Sprache.
Im zweiten Teil standen dann verschiedene Planspiele in Gruppen auf dem Programm. So konnte der SAE die nötige Stabsarbeit an einem Beispiel trainieren. In diesem fiktiven Fall drohte ein Hochwasser mit drohender Überschwemmung der Altstadt.
Vorbereitung ist enorm wichtig
Dr. Dominic Gißler war sehr angetan von der schon gefestigten Souveränität der Dorstener SAE-Mitglieder. Dennoch sieht der Experte Ausbaumöglichkeiten. „Angesichts der Herausforderungen der Zukunft ist es die wichtigste Voraussetzung, sensibel dafür zu sein, dass Ereignisse die Leistungsfähigkeit der normalen Organisation übersteigen können. In so einem Fall muss man einen Krisenstab beziehungsweise einen SAE einsetzen“, sagt er.
Bürgermeister Tobias Stockhoff bedankte sich ebenso wie die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal herzlich für die erfolgreichen und überaus lehrreichen Schulungstage. „In der Stabsarbeit ist Zeit das höchste Gut. Und je besser wir auf Situationen vorbereitet sind, desto mehr Zeit haben wir in der Bewältigung einer Krise“, sagt Tobias Stockhoff, dem bei der Einberufung des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse die Gesamtverantwortung obliegt.
SAE erlangt wertvolles Wissen
Nina Laubenthal, die als eine von mehreren SAE-Leitungen fungiert, sagt: „Wir alle nehmen sehr viel wertvolles Wissen aus diesen Tagen mit. Beeindruckt hat mich vor allem die Zusammenarbeit als Team mit Kolleginnen und Kollegen, die in ihrer täglichen Arbeit in der Stadtverwaltung in ganz unterschiedlichen Ämtern und Abteilungen tätig sind.“
Die Bereiche Personal, Logistik, Technik, Lage, Einsatztagebuch, Informationsgewinnung, Presse/Medien, Interne Kommunikation, Koordinierung Bürger-Hotline sind ebenso feste ständige Bestandteile des Organigramms wie die Bereiche Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei und die Koordination Einsatz vor Ort. Bei Bedarf können jederzeit sowohl interne als auch externe Fachberaterinnen und Fachberater hinzugezogen werden, beispielsweise in den Sparten Verkehr, Schule und Kitas, Medizin oder Gewässer.




























