Kohle, Küche und Kultur: Die Extraschicht 2023 in Dorsten schlug am Samstag einen Bogen von der Bergbaugeschichte hin zu einem modernen kulinarischen und kulturellen Programm. Rund 5000 Besucher erkundeten das historische Zechengelände auf Fürst Leopold in Hervest.
Die ehemalige Zeche Fürst Leopold konnte in der jährlichen „Nacht der Industriekultur“, kurz ExtraSchicht genannt, ihre Stärken ausspielen. Eine große Veranstaltungsfläche, ein breites kulinarisches Angebot und viele unterschiedliche Attraktionen sorgten zusammen mit dem lauen Sommerwetter für gute Stimmung. Trotz der großen Besucherzahl gab es kaum Gedränge, sondern viel Platz zum Schauen und Erkunden.

Kultur in historischen Gemäuern
Dabei kamen natürlich alle auf ihre Kosten, die sich für die Geschichte des Ruhrgebietes und des Steinkohlebergbaus interessieren. Doch die alten Monumente des Zechenwesens waren immer mit kulturellen Angeboten ergänzt worden. In der Kaue, wo noch immer die Wäschekäfige der Bergleute unter der Decke hängen, gab es Kunstwerke zu sehen. In der Maschinenhalle, wo die beeindruckenden Dampfmaschinen das mächtige Schwungrad antreiben, spielte punkige Musik. Und im Außenbereich, wo einst die Kumpel ihre Pausen verbrachten, sorgten Feuerkünstler, Jongleure oder Musiker für Unterhaltung. Für zusätzliche Schauwerte sorgten verschiedene Künstler mit ihren Werken. An ihren Ständen konnte man fachsimpeln und auch etwas Schönes für das eigene Zuhause erwerben.

Viel zu tun hatte dabei auch das Team des Geheimdepots. Über 1000 Menschen wollten an dem Spiel teilnehmen, bei dem die Gäste zusammen mit verkleideten Darstellern auf Erkundungstour gehen und Rätsel lösen mussten. Wer es entspannter mochte, konnte sich bei den verschiedenen Ständen, mobilen Imbisswagen und den ansässigen Restaurants eindecken und die laue Sommernacht im lauschigen Innenhof der Zeche Fürst Leopold genießen.

Viel Musik bei der Extraschicht 2023
Musikalisch ging es dabei mit einem breiten Angebot zur Sache. Dazu zählten Punkrock vor dem Leopold-Regal, progressive Klassiker von Jethro Tull neben der Maschinenhalle, sanfte Gitarrenklänge in der Kaue, Live-Musik im Vinylcafé und das ausgewachsene Rockorchester in der Galerie der Traumfänger.

Drohnen sorgten für Glanzpunkte am Himmel
Ein besonderes Highlight im wörtlichen Sinne war die erstmals stattfindende Drohnenshow am Fördergerüst. Rund 60 computergesteuerte Fluggeräte malten mit ihrer Beleuchtung verschiedene Motive des Bergbaus an den Himmel. Die hellen Punkte verbanden sich am Nachthimmel mal zu Schlägel und Eisen, einem Bergmannshaupt mit Helm, einem Förderturm oder anderen Bildern.

Dabei stand die stille Show im krassen Gegensatz zum üblichen Feuerwerk: Weder Krach noch ausgebrannte Pyrotechnik belasteten hier die Umwelt. „Wir wollten einmal etwas Anderes bieten, und hoffen, dass es den Besuchern gefallen hat“, erklärte Veranstalterin Vanessa Tempelmann. Am Ende der Extraschicht 2023 zog sie ein positives Fazit: „Wir hatten viele interessierte Gäste, ein großes Programm und viel Abwechslung. Damit sind wir sehr zufrieden.“




























