Nach zwölf Jahren hat Google erstmals neue Aufnahmen für seinen Kartendienst Google Street View veröffentlicht. Noch bis Oktober fahren die Wagen dabei auch durch das nördliche Ruhrgebiet. Erstmals sind nun auch neue Bilder von Dorsten zu sehen – dabei gibt es aber eine Einschränkung.
Google Street View, was man etwa mit „Straßenblick“ übersetzen kann, ist eine Erweiterung des Kartendienstes Google Maps. Mit einem Klick können sich die Benutzer räumlich wirkende Straßenansichten anzeigen lassen und sie sogar schrittweise „durchwandern“.
Diese eigentlich nützliche Funktion, die gerade in fremden Städten die Orientierung deutlich vereinfacht, hatte 2010 in Deutschland für viel Aufregung gesorgt. Damals lehnten viele Hausbesitzer die Aufnahmen ihrer Immobilien ab und ließen die Fassaden von Google nachträglich unkenntlich machen. Rund eine Viertelmillion Einsprüche wurden verzeichnet. Noch heute ist Deutschland in Google Street View nur lückenhaft abgebildet, im Gegensatz zu allen umliegenden Ländern.

Autos sind derzeit unterwegs
Das ändert sich gerade: Bei dem neuesten Update wurde der Kartendienst um viele neue Straßenansichten ergänzt. Seit Juni sind die Google-Autos zudem wieder in Deutschland unterwegs, um neue Aufnahmen zu machen. Die zuvor einsehbaren Fotos waren in die Jahre gekommen: Sie stammten aus den Jahren 2008 und 2009.
Die Aufnahmefahrzeuge sind leicht an der Beschriftung und dem auffälligen Kamerakopf auf dem Dach zu erkennen. Aus 2,9 Metern Höhe erstellen neun Kameras alle paar Meter hochauflösende Panoramabilder entlang der Fahrtstrecke. Es wird also kein durchgehender Film erstellt, sondern eine Fotoserie aus verschiedenen Perspektiven. Mit einer speziellen Software werden dabei Nummernschilder und Gesichter automatisch unkenntlich gemacht.

Die Bereitstellung der Aufnahmen dauert dabei nicht mehr wie früher mehrere Wochen, sondern nur noch Stunden. Sobald das Google-Auto also durch einen Ort gefahren ist, kann man ihn theoretisch bereits nach kurzer Zeit am PC oder Smartphone virtuell durchwandern.
Dorsten ist bereits streckenweise erfasst
In dem neuesten Update kann man sich auch Dorsten bereits an vielen Stellen anschauen. Die nun veröffentlichten Aufnahmen stammen allerdings vom Juni 2022, und es sind noch nicht alle Straßen erfasst. In der Dorstener Altstadt kam dabei übrigens kein Auto, sondern ein speziell ausgerüstetes Fahrrad zum Einsatz.

Wann kommt das Auto das nächste Mal vorbei?
Wann das Kamera-Auto seine nächste Runde durch Dorsten fährt, gibt Google allerdings nicht bekannt. Der Konzern teilt lediglich mit, dass unsere Region noch bis Oktober erfasst werden soll. Die Menschen scheinen sich übrigens an die Technik gewöhnt zu haben – im Gegensatz zu 2010 gibt es bislang kaum Einsprüche.




























