StartLokalesKreis RecklinghausenNeuzugänge der Polizei setzen sich mit der Geschichte im 2. Weltkrieg auseinander

Neuzugänge der Polizei setzen sich mit der Geschichte im 2. Weltkrieg auseinander

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Eine Gruppe der Neuzugänge mit der Polizeipräsidentin Zurhausen vor der Villa ten Hompel. ©Kreis Recklinghausen

Im September besuchten 92 Neuzugänge der Recklinghäuser Polizei, zusammen mit der Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen die Villa ten Hompel in Münster.

Der Besuch der Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ und der Dialog bieten Raum für die Auseinandersetzung mit der Geschichte und den aktuellen Themen – rund um die Polizei.

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Der Ausflug zur Villa ten Hompel wurde im Jahr 2016 auf Initiative der Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen eingeführt und wird seither jährlich mit den Neuzugängen der Recklinghäuser Polizei gemeinsam mit ihr durchgeführt. Der Behördenleiterin ist das Wissen um die Geschichte der Recklinghäuser Polizei ein besonderes Anliegen.

Gräueltaten

Die Besucherinnen und Besucher setzen sich bei dem Besuch der Villa mit den Gräueltaten auseinander, die Polizisten im zweiten Weltkrieg begangen haben. Die uniformierte Ordnungspolizei war damals an Verbrechen gegen Juden, Sinti und Roma in Osteuropa beteiligt. Auch das Polizeipräsidium Recklinghausen war mit einem Bataillon daran beteiligt.

Wie wichtig die geschichtliche Aufarbeitung und die Sensibilisierung eines jeden Einzelnen ist, zeigt auch die aktuelle Berichterstattung über Polizeibeamte, die während der Zeit ihrer Ausbildung in Chatgruppen diskriminierende und menschenverachtende Inhalte geteilt haben sollen.

Aktiv die Verfassung zu verteidigen

„Die Geschichte zeigt uns deutlich, wo und wie falsche Entscheidungen getroffen wurden. Daher ist es mir wichtig, dass wir uns sensibel mit der Geschichte der Polizei auseinandersetzen. Es geht aber nicht nur um die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Gestern wie heute gilt, hinzuschauen, hinzuhören und aktiv die Verfassung zu verteidigen“, so die Polizeipräsidentin.

Seit dem vergangenen Jahr besuchen nun auch die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule den geschichtsträchtigen Ort in Münster. Der Blick in die Vergangenheit soll die Polizistinnen und Polizisten noch einmal für ihre ersten Schritte in den polizeilichen Alltag der Gegenwart sensibilisieren.

„Die Polizistinnen und Polizisten bekommen durch die geschichtliche Aufarbeitung die Möglichkeit, den eigenen moralischen Kompass noch einmal zu justieren. Sie lernen, dass falsch verstandener Korpsgeist oder auch blinder Gehorsam schreckliche Folgen haben können. Gerade deswegen ist mir die enge
Zusammenarbeit mit der Villa ten Hompel so wichtig“, betont die Behördenleiterin.

Weitere Einzelheiten zur Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ sind auf
der Internetseite www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/
enthalten.

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