StartGlosse#83 Frohe Ostern wünscht Anke Klapsing - Reich

#83 Frohe Ostern wünscht Anke Klapsing – Reich

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Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

Oster-Erinnerungen aus der „Uschi-Zeit“

Vor 44 Jahren habe ich am St. Ursula-Gymnasium mein Abitur abgelegt. 13 Jahre Schulzeit bei den „Uschis“ – das prägt, und so hat auch für mich der in Dorsten bekannte neckende Spruch „Einmal Uschi – immer Uschi“ durchaus eine sehr persönliche Bedeutung. Das wird mir besonders zur Osterzeit bewusst, wenn die intensiven Erinnerungen an damalige Exerzitien-Tage in der klösterlichen Gemeinschaft mit den Ordensschwestern in mir erwachen.

In den 1970-er Jahren, als die Anzahl der zum Konvent gehörenden Schwestern noch zweistellig war, war es üblich, dass die Nonnen ihre Schülerinnen ins Kloster einluden, um mit ihnen den Höhepunkt des Kirchenjahres zu feiern. Von Gründonnerstag bis Ostermontag haben wir gemeinsam gegessen, gesprochen, gestaltet, meditiert und Gottesdienste gefeiert.

Schwester Cäcilia im Internatstrakt

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir entspannt auf Matten in der alten, holzgetäfelten Schulaula auf dem Boden lagen und Schwester Magdalena uns in eingängigem Tonfall den rechten Arm und das linke Bein „schwer“ redete. Wie wir mit Schwester Cäcilia im Internatstrakt gelbe Puschelküken bastelten; wie Schwester Johanna denjenigen, die einen Klosterkirchenbesuch am frühen Morgen auf nüchternen Magen kreislaufmäßig nicht verkrafteten, stärkende Kekse auf die Kommode stellen ließ.

Wie habe ich mich auf das „Abendmahl“ am Gründonnerstag gefreut, als festlich aufgetischt wurde und die älteren von uns sogar ein Schlückchen Wein trinken durften. Und die traditionelle Milchsuppe, die wir am kargen Karfreitag auslöffelten, schmecke ich immer noch auf der Zunge, als hätte ich sie gestern erst genossen.

All diese lebendigen Erinnerungen stecken in mir, wenn ich in diesem Jahr gemeinsam mit meiner Familie am Ostertisch sitze, zwar ohne Milchsuppe und Meditation, aber in der Freude über die österliche Botschaft: die Auferstehung, den Sieg über den Tod und die Hoffnung auf das ewige Leben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes und friedliches Osterfest

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