Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Mensch-Ärger-Dich-Nicht
In der Familie meiner Nichte wird viel gespielt, und ich freue mich jedes Mal, wenn die Kinder mich zu einem Spielstündchen einladen. So bleibe ich auf dem Laufenden, was der Markt aktuell so hergibt. Erfreulicherweise liegen aber immer noch Evergreens wie Monopoly oder Mensch-Ärger-Dich-Nicht hoch im Kurs; Brettspiele, die schon zu meiner Kinderzeit die Familie um den Tisch versammelt haben.
Auch mit meinem mittlerweile erwachsenen Sohn habe ich früher voller Begeisterung die Würfel über das Brettspiel geschleudert. Ich erinnere mich noch sehr gut an die „Schlachten“, die wir abends im Strahl der Küchenlampe ausgefochten haben. Das lief dann in etwa folgendermaßen ab:
Mutter und der kleine Sohn spielen Mensch-Ärger-Dich-Nicht: Tack, tack, tack – die bunten Spielfiguren rennen über das Spielfeld, dem Häuschen entgegen. Zack – drei Felder vor dem sicheren Ziel wird das erste grüne Männchen raus gepfeffert. Mundwinkel zucken, Augen verkleinern sich zu Schlitzen. Die erbarmungslose Jagd geht weiter. Zack – schon wieder donnert ein Grüner ins Abseits und die geballte Faust auf den Tisch: „So ein Mist – Du bist ja so gemein, jetzt reicht’s mir langsam!“ Ein mahnender Blick lässt den Wüterich verstummen. Das Spiel wird fortgesetzt.
Eine Sechser-Serie hat die grünen Männchen wieder ins Spiel gebracht, doch Rot kennt kein Pardon und verweist mit einem Glückswurf erneut den grünen Frontmann zurück aufs Starterfeld. Da bricht sich die geballte Wut fluchend ihre Bahn. Ein rasendes Rumpelstilzchen rauft sich die Haare, kegelt mit dem Würfelbecher die unschuldigen Spielfiguren vom Brett, und nur undeutlich dringen die Worte an des Cholerikers Ohr: „Mama, wenn Du Dich nicht benehmen kannst, spiele ich nicht mehr mit Dir.“




























