Das volle Programm: Landfriedensbruchs, gefährliche Körperverletzung, tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Unmittelbar nach Abpfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt am Samstag, 20. Mai 2023, kam es zu erheblichen Ausschreitungen.
Die Freude am Fußball wurde überschattet durch gravierende Ausschreitungen, die nichts mehr mit einem fairen Spiel zu tun hatten. Im Zuge dieser Ereignisse sucht die Polizei nun weitere 69 Personen, die an den Gewaltakten beteiligt gewesen sein könnten.
Ein Mann, der der Frankfurter Fanszene zugeordnet wird und vier mutmaßliche Anhänger des FC Schalke 04 haben sich selbst gestellt, entweder telefonisch oder durch persönliches Erscheinen auf einer Polizeiwache. Zu insgesamt zehn Personen sind Hinweise von Dritten eingegangen, die eine Identifizierung zweifelsfrei ermöglicht haben. Wir danken allen, die Hinweise gegeben haben und denjenigen, die unseren Fahndungsaufruf geteilt haben.
Kontakt
Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Hinweise zu den gesuchten Personen geben Sie bitte telefonisch an die Telefonnummern 0800 110 3650 oder 0209 110 3651.
Etliche Personen verletzt
Hierzu berichtete die Polizei bereits am 20. Mai 2023: Pressemitteilung der Polizei.
Bei den Ausschreitungen wurden eine Mitarbeiterin des DRK und mehrere Polizeibeamte leicht verletzt. Nach Erkenntnissen der Polizei erlitten mindestens 18 weitere, zumeist unbeteiligte Zuschauerinnen und Zuschauer, Verletzungen. Ein Mann und eine Frau wurden so schwer verletzt, dass sie stationär in Krankenhäusern aufgenommen und an den Folgetagen operiert werden mussten. All diese Vorfälle sind dokumentiert worden.
Ermittlungskommission eingerichtet
Die Polizei Gelsenkirchen hat im Anschluss an die Taten eine Ermittlungskommission eingerichtet, die in den vergangenen Monaten akribisch umfangreiches Videomaterial ausgewertet hat, um Straftaten aufzuklären und Tatverdächtige zu ermitteln. Bisher konnten so insgesamt 212 Verfahren eingeleitet werden, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Durch die bisherigen Ermittlungen konnten insgesamt 143 Tatverdächtige identifiziert und entsprechende Strafverfahren eingeleitet werden.
Fußballspiele sind kein rechtsfreier Raum
Der Gelsenkirchener Polizeipräsident Tim Frommeyer erklärt die Arbeit der vergangenen Monate wie folgt: „Auch Fußballspiele sind kein rechtsfreier Raum. Wer offenkundig mit Vorsatz andere Personen angreift und sogar verletzt, muss mit Strafverfolgung rechnen. Wir tun alles, um solche Taten aufzuklären und zur Anzeige zu bringen. Damit haben meine Kolleginnen und Kollegen in der vergangenen Zeit viel Arbeit gehabt, aber ich bin sicher, dass sich die Mühe gelohnt hat.“
Bundesweite Stadionverbote
Neben der Verfolgung von Straftaten ist die Polizei auch gefahrenabwehrend tätig: In Zusammenhang mit den Ausschreitungen, kurz vor dem damaligen DFB-Pokal-Finale mit Beteiligung der Frankfurter Eintracht, sind darüber hinaus durch die Polizei Gelsenkirchen zeitnah gegen 25 Personen bundesweite Stadionverbote angeregt worden, wobei dem in 23 Fällen gefolgt worden ist und die entsprechenden Stadionverbote ausgesprochen wurden. Die Polizei Gelsenkirchen wird hier nach Abschluss der jeweiligen Ermittlungsverfahren auch weiterhin präventiv Stadionverbote gegen die ermittelten Tatverdächtigen der Frankfurter und Schalker Fan-Szene anregen.
Anhand der bei den Ausschreitungen gesicherten Videoaufnahmen werden nun weitere 69 bisher unbekannte Personen gesucht. Da sonstige Ermittlungsansätze ausgeschöpft sind, hat das zuständige Amtsgericht Essen nun auf Antrag der Staatsanwaltschaft Essen die Veröffentlichung von Bildern dieser Personen angeordnet.
Weitere Fahndungsfotos findet ihr hier: https://gelsenkirchen.polizei.nrw/presse/nach-bundesligaspiel-69-tatverdaechtige-nach-ausschreitungen-gesucht




























