Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Kein Bock auf Bock
Dass mal ein Pferd auf dem Flur steht, kann durchaus vorkommen – besonders bei Rheinländern in der Karnevalszeit. Dass aber mitten im Sommer bei meiner Freundin in Düsseldorf ein ausgewachsenes Reh auf der Terrasse herumspazierte, hat sie doch sehr verwundert.
Anrufe bei der Stadt und Polizei, wie das Reh in sein artgerechtes Biotop zurückzuführen sei, verliefen ergebnislos. Überall nur Schulterzucken und „Dafür-sind-wir-nicht-zuständig“-Beteuerungen. Ein befreundeter Jäger versuchte mit einer waidmännischen Erklärung zu helfen: „Die Rehe stehen zurzeit mächtig unter Stress, denn es ist Brunftzeit. Da verfolgt der Bock die Ricke teilweise kilometerweit.“ Und wenn die Ricke keinen Bock auf Bock hat, dann kann sie sich offensichtlich schon mal in einen schönen Garten flüchten. Das erklärte auch, warum das gehetzte Tier so einen mageren Eindruck machte: „Wie soll das Reh in diesem Zustand nur über die Hecke in den Nachbargarten kommen?“, ging es meiner Freundin durch den Kopf.
Diese Sorge sollte sich allerdings als grundlos erweisen, war der vierhufige Gast doch kurze Zeit später aus ihrem Garten – wohin auch immer – verschwunden, ohne dass die Hausherrin einen Elefantenfuß als Kletterhilfe an die Grenzhecke hatte stellen müssen. Und eine kleine Stärkung hatte sich Frau Ricke zuvor auch noch einverleibt: Beim abschließenden Kontrollgang entdeckte meine Freundin, dass die Knospen ihrer duftenden Rosenstöcke und die die würzigen Blätter der Chilipflanze abgeknabbert waren. Hoffentlich ist da kein Bock scharf drauf!




























