Dorsten könnte schon bald ein eigenes Kfz-Kennzeichen bekommen. Das kürzlich vorgeschlagene Konzept sieht vor, dass Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern ein individuelles Kfz-Kürzel einführen könnten. Befürworter sehen darin einen großen Schritt in Richtung lokaler Identifikation und Stadtmarketing.
Der Vorschlag, der bundesweit in insgesamt 320 Städten umgesetzt werden könnte, hat in vielen Gemeinden bereits Unterstützung gefunden. Laut einer aktuellen Umfrage sprechen sich mehr als 70 Prozent der betroffenen Kommunen dafür aus. Auch in Dorsten wird das Thema diskutiert, und die Einführung des Kürzels „DOR“ könnte bald Realität werden.
Bürgermeister Tobias Stockhoff begrüßt die Idee ausdrücklich: „DOR für Dorsten – eine tolle Idee! Autokennzeichen drücken ja immer auch Identität und Heimatverbundenheit aus.“

Was bedeutet das für Dorstener Autofahrer?
Sollte der Vorschlag von den zuständigen Gremien auf Landes- und Bundesebene angenommen werden, hätten die Autofahrer die Möglichkeit, das bestehende Kennzeichen zu behalten oder auf das neue Kürzel „DOR“ umzusteigen. Der Wechsel würde eine Gebühr von etwa zehn Euro kosten. Neben der Stärkung der lokalen Identität könnte dies auch eine Lösung für das Problem der knappen Wunschkennzeichen sein, das in vielen deutschen Städten besteht.
Ein Beispiel dafür ist München, wo das bekannte „M“ aufgrund der hohen Nachfrage mittlerweile durch „MUC“ ergänzt werden musste. Eine Ausweitung der regionalen Kürzel könnte solchen Engpässen entgegenwirken und mehr Wahlmöglichkeiten bieten.
Der Weg zur Umsetzung
Noch handelt es sich lediglich um einen Vorschlag. Damit die neuen Kfz-Kennzeichen eingeführt werden können, müssen die betroffenen Städte zunächst einen Antrag auf Änderung der Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV) stellen. Diese Anträge werden dann über die Landesregierungen an den Bund weitergeleitet, der die finale Entscheidung trifft. Professor Dr. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn, der maßgeblich an der Wiedereinführung von historischen Kennzeichen beteiligt war, ist gegenüber der BILD zuversichtlich, dass die Pläne realisiert werden können: „Es gibt in der Bevölkerung einen großen Wunsch nach mehr lokaler Verortung über die Ortskennung auf den Nummernschildern. Diesem Wunsch kann die Politik unbürokratisch und ohne jeden Mehraufwand entsprechen.“
Lokale Identität auf dem Kennzeichen
Für viele Menschen ist das Kfz-Kennzeichen mehr als nur eine Verwaltungsnummer. Es steht für die Verbundenheit mit der eigenen Stadt, für Identität und Stolz. Genau diese Argumente heben auch die Befürworter des Vorschlags hervor. Bürgermeister Tobias Stockhoff sieht in der Einführung von „DOR“ nicht nur eine tolle Idee, sondern auch eine Möglichkeit, Dorsten weiter als Marke zu positionieren und das Heimatgefühl der Bürger zu stärken. „Natürlich beschäftigen uns als Stadtgesellschaft viele andere und deutlich wichtigere Themen“, so Stockhoff. „Das bedeutet allerdings nicht, dass ich diese sehr sympathische wie einfache Idee nicht unterstütze. Beim DOR-Kennzeichen geht es um Identifikation und um Heimat. Die Umsetzung im Straßenverkehrsamt wäre völlig simpel, zusätzliche Kosten entstehen nicht. Und niemand wird gezwungen, sein bisheriges Kennzeichen zu tauschen.“
Ob und wann Dorstener tatsächlich mit „DOR“ auf dem Nummernschild fahren können, hängt nun von den weiteren Schritten der Bundesregierung ab. Doch die Zeichen stehen gut, dass das Konzept auf große Unterstützung stoßen wird – in Dorsten und deutschlandweit.




























