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#109 Glosse von Anke

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. 

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Pechmarie im Glück

„Erst haste kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu!“ So oder so ähnlich soll sich mal ein Fußballtrainer nach dem verlorenen Spiel seiner Mannschaft geäußert haben. Na, für mich scheint dieser Spruch zum Monats-Motto geworden zu sein. Kaum hatte ich mich vom dreisten Diebstahl meines heißgeliebten E-Bikes (nachzulesen in der Schmunzelglosse Nummer 107) halbwegs erholt, hat mich in dieser Woche schon wieder der Pechstrahl getroffen. Und diesmal auch noch mitverschuldet:

Einkaufsliste abarbeiten

Nach einem oberstressigen Arbeitstag wollte ich abends noch meine Einkaufsliste abarbeiten. Also stürzte ich in die Tiefgarage, manövrierte mein langsam rückwärts rollendes Auto aus der – wirklich engen – Parklücke heraus. Offensichtlich habe ich in meinem ermüdeten Geiste schon Kaffee und Milchtüten in den Einkaufskorb gepackt, als mein Wagen plötzlich mit einem sanften Ruck zum Stillstand gezwungen wurde. Würde mein in die Jahre gekommenes Gefährt über einen akustischen Abstandswarner verfügen, hätte mich das Piep-Signal sicherlich auf den hinter mir eingeparkten schicken Mercedes in Mattlackierung aufmerksam gemacht. Konnte es aber nicht.

Frauenfeindlichen Stammtischsprüche

Nun denn. Gottlob war der sofort verständigte Fahrer des leicht verschrammten Wagens bei der Begutachtung des Schadens tiefenentspannt und bestand weder auf Polizei-Herholen noch verspottete er mich mit frauenfeindlichen Stammtischsprüchen über „unzulängliche Parkfertigkeiten“ des weiblichen Geschlechts. Wir einigten uns kurz und schmerzlos. Selbst meine Autoversicherung spielte wunderbar mit: „Na, da können Sie mal froh sein, dass Sie so einen guten Vertrag bei uns abgeschlossen haben“, erleichterte mich der freundliche Angestellte am Telefon, dass ich sozusagen einen „Schaden frei hätte“.

Als am Mittwoch noch die Nachricht eintraf, ich könne mein neues Fahrrad vom Händler abholen, da die Versicherung bereits das Geld für den geklauten Vorgänger zügig überwiesen habe, kam ich doch ins Grübeln, ob Versicherungen eventuell doch besser als ihr Ruf sind …

Wie dem auch sei – wenn ich’s mir recht überlege, trifft wohl doch eher die beliebte Redewendung aus der bekannten chinesischen Huainanzi-Parabel den Kern meiner Missgeschick-Serie, denn ich habe bei allem Ärger wirklich „Glück im Unglück“ gehabt!

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