Am letzten Sonntag im Oktober ist es wieder so weit: Die Uhren werden von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt, und die Winterzeit beginnt. Diese halbjährliche Umstellung auf Winter- und Sommerzeit sorgt seit Jahren für Diskussionen. Kritiker fordern immer wieder ein Ende des sogenannten „Zeiger-Drehens“ – mit der Begründung, dass es negative Auswirkungen auf die Gesundheit und den Alltag der Menschen habe.
In der Nacht von Samstag, den 26. Oktober, auf Sonntag, den 27. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Um 3:00 Uhr nachts wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt, sodass es dann 2:00 Uhr ist – dadurch können sich die Menschen über eine Stunde mehr Schlaf freuen. Viele elektronische Geräte, wie Handys, Laptops und Funkwecker, stellen sich automatisch um. Analoge Armbanduhren, Wanduhren und einige ältere Haushaltsgeräte müssen die Besitzer jedoch manuell anpassen. Eine beliebte Eselsbrücke hilft dabei: Im Sommer werden die Gartenmöbel vorgestellt (die Uhr wird vorgestellt), im Winter zurückgestellt (die Uhr wird zurückgestellt).
Seit Jahrzehnten gibt es Kritik an der Zeitumstellung
Dabei ist die Zeitumstellung regelmäßig Anlass für Diskussionen. Seit Jahrzehnten streiten Fachleute wie Laien darüber, ob die Umstellung ihren ursprünglichen Zweck – nämlich Energie zu sparen – tatsächlich erfüllt. Mittlerweile sind sich viele Experten einig, dass die erhofften Energieeinsparungen kaum noch messbar sind. Zudem deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass die Umstellung den Biorhythmus der Menschen stört. Diese Störungen können nicht nur kurzfristig zu Schlafmangel und Konzentrationsproblemen führen, sondern auch langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Lehrerverband sieht Zeitumstellung als Belastung für Schulkinder an
Besonders Familien mit Schulkindern, so der hessische Lehrerverband VBE, leiden unter der Zeitumstellung. Laut dem Verbandsvorsitzenden Stefan Wesselmann bringt die Umstellung Stress in den Familienalltag, da viele Kinder ohnehin schon Schwierigkeiten hätten, abends ins Bett zu gehen. Durch die Verschiebung des Tagesrhythmus wird diese Herausforderung verschärft. Wesselmann spricht sich daher für eine Rückkehr zur Winterzeit als dauerhafte Regelung aus. Aus pädagogischer Sicht wäre es sinnvoller, die Sommerzeit abzuschaffen, um den Schülern einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen. Schließlich müssten Kinder bei einer dauerhaften Sommerzeit in den dunkleren Wintermonaten häufiger im Dunkeln zur Schule gehen.

Noch keine Regelung in der Europäischen Union
Trotz der weit verbreiteten Kritik bleibt die Zeitumstellung in der Europäischen Union bestehen – obwohl es bereits 2018 konkrete Pläne zur Abschaffung gab. Eine EU-weite Umfrage ergab damals, dass sich 84 Prozent der Befragten gegen die Zeitumstellung aussprachen. Doch die EU-Mitgliedstaaten konnten sich nicht darauf einigen, ob dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten sollte. Das Thema wurde deshalb vertagt, und eine Neuregelung ist derzeit nicht in Sicht.
Viele Länder haben Zeitumstellung bereits abgeschafft
Während in Deutschland die Debatte weiter anhält, gibt es Länder, die die Zeitumstellung bereits abgeschafft haben. In Grönland wurde im letzten Jahr erstmals auf die Rückstellung zur Winterzeit verzichtet, und auch Mexiko, die Türkei und ab 2025 die Ukraine verzichten auf den halbjährlichen Wechsel. Interessanterweise war für die Ukraine neben gesundheitlichen Argumenten auch der Wunsch nach einer Abgrenzung von Russland ausschlaggebend. Da in Russland seit 2011 keine Sommerzeit mehr gilt, war die Ukraine bislang von März bis Oktober in der gleichen Zeitzone wie ihr östlicher Nachbar. Die dauerhafte Einführung der Winterzeit soll auch ein Symbol für die Unabhängigkeit von Russland darstellen.
Schlafforscher plädieren für dauerhafte Winterzeit
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin befürwortet in der Debatte eine Beibehaltung der Winterzeit. Sie argumentiert, dass die sogenannte „Normalzeit“, also die Winterzeit, am besten mit dem natürlichen Biorhythmus des Menschen übereinstimmt. Besonders das Tageslicht spielt dabei eine zentrale Rolle, denn es reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine dauerhafte Sommerzeit könnte daher zu vermehrtem Schlafmangel führen, was wiederum die Konzentrationsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden negativ beeinflussen könnte.

Es bleibt abzuwarten, ob die Forderungen nach einer Abschaffung der Zeitumstellung in den nächsten Jahren Gehör finden. Für die meisten Menschen bedeutet die Umstellung auf Winterzeit zunächst vor allem eins: eine Stunde mehr Schlaf in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Doch die damit verbundenen Diskussionen werden wohl auch in Zukunft nicht verstummen.




























