Im Central Kino Center Dorsten stand am 26. Oktober die Premiere des Independent-Films „Willbaht“ auf dem Programm. Die Debütarbeit des Schermbecker Nachwuchsregisseurs Christopher Meier-Wilkening überzeugte mit kreativem Storytelling und authentischer Besetzung.
Im Mittelpunkt steht der Jungunternehmer Julius C. Willbaht, überzeugend verkörpert von Till Brückner, der ein Bartwuchsmittel für junge Männer auf den Markt bringen will. Gegen den Rat der Verkaufsstrategen weigert sich der Protagonist hartnäckig, seinen Namen marketinggerecht in „Willbart“ zu ändern, obwohl sich die PR-Experten von dem kleinen Wortspiel einiges versprechen. Eine überraschende Wendung nimmt die Handlung, als das vielversprechende Produkt unerwartete Nebenwirkungen zeigt und das gesamte Geschäftskonzept ins Wanken bringt.
Von der Superhelden-Geschichte zum tiefgründigen Independent-Film
Im Gespräch mit dem Regisseur und Co-Autor, gemeinsam mit Luca Scholz, enthüllte sich die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte des Films. „Die Idee entstand während eines Japan-Aufenthalts im letzten Jahr“, erzählt Christopher Meier-Wilkening. „Ursprünglich pitchten wir Till eine Superhelden-Geschichte, in der er einen Geschäftsmann spielen sollte, der nachts Verbrechen löst.“

Das Bartwuchs-Element kam ins Spiel, als das Team über die Kostümierung des Helden nachdachte. Was als lockeres Spaßprojekt begann, entwickelte sich zu etwas Tiefergehendem. „Für mich geht es dabei um Selbstzweifel, Verarbeitung von Trauma und den Kampf gegen innere Dämonen“, reflektiert der Regisseur. „Auch wenn ich den Film als Komödie bezeichnen würde, kann ich diese Aspekte nicht mehr übersehen.“
Die Entstehung des Films erstreckte sich über mehr als ein Jahr. Die ersten Worte wurden im August 2023 zu Papier gebracht. Der Großteil der Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Projekt fand schließlich in einer intensiven Woche im April 2024 statt, in der Regisseur und Hauptdarsteller Urlaub nahmen, um von morgens bis in die Nacht hinein zu drehen. „Ohne die Hilfe von Freddy und Luca hinter der Kamera und von Nikoletta, Fabian, Moritz und Fabrice beim Sound hätte das alles noch länger gedauert“, betont Christopher Meier-Wilkening.

In den folgenden Monaten investierte das Team unzählige Abende in Schnitt, Sounddesign und Soundtrack, ergänzt durch einige Nachdrehs. Besonders hervorzuheben ist neben dem überzeugenden Hauptdarsteller auch die Performance von Ralf Wilkening in der Rolle des Finch Bald. Die gesamte Produktion besticht durch ihren Independent-Charakter, der stark an die frühen Werke von Roger Corman erinnert. Was dem Film möglicherweise an Budget fehlte, machte die Crew durch außerordentliches Engagement und Kreativität mehr als wett.
Nach der Premiere ist vor der Fortsetzung
Nach der erfolgreichen Vorführung versammelte sich das gesamte Filmteam unter dem begeisterten Applaus des Publikums auf der Kinobühne. Im Anschluss wurde die Premiere dem Anlass entsprechend gebührend mit Döner, Bier und Lagerfeuer gefeiert.

Auch für die Zukunft hat der Regisseur bereits konkrete Pläne: „Als Nächstes werde ich meinen Erstentwurf des ursprünglich geplanten Drehbuchs überarbeiten und im nächsten Jahr hoffentlich auch angehen können.“ Zusätzlich hat er noch zwei weitere Filmideen im Hinterkopf, die noch größer und aufwendiger werden sollen. „Sie benötigen auch wesentlich mehr Planung. Ich hoffe, auch bei diesen sind viele der jetzigen Beteiligten wieder mit dabei“, so Christopher Meier-Wilkening.
Für alle, die neugierig auf Willbaht geworden sind, geht’s hier zum Film:




























