StartGeschichteElisabeth Ruge begeistert Schüler mit Lesung aus „Drei Frauen“

Elisabeth Ruge begeistert Schüler mit Lesung aus „Drei Frauen“

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Lambert Lütkenhorst und Josefine Jordan von der Tisa Stiftung mit Miriam Baumeister Rektorin St. Ursula Realschule mit Konrektor Frieder Schullerus und Schriftstellerin Elisabeth Ruge. Foto: Alexander Fichtner

Am Nikolaustag, dem 6. Dezember 2024, herrschte gespannte Stille in der Aula der St. Ursula Realschule in Dorsten. Vor den Zehntklässlern der Realschule und des Gymnasiums St. Ursula las Elisabeth Ruge, eine der renommiertesten Verlegerinnen und Autorinnen Deutschlands, aus ihrem Manuskript „Drei Frauen“. Ihre Lesung war ein beeindruckendes Erlebnis, das die Jugendlichen tief bewegte.

Ruge trug drei Passagen ihres Werks vor, die sich mit der Geschichte ihrer Familie und den vielschichtigen Facetten des Widerstands während der NS-Zeit befassen. Ihr prägnanter, einfühlsamer Vortrag zog die Schüler in den Bann. Mit präziser Wortwahl und emotionalem Feingefühl erweckte sie historische Ereignisse und persönliche Schicksale zum Leben. Die Jugendlichen lauschten konzentriert und stellten in der anschließenden Fragerunde engagierte, teils tiefgründige Fragen.

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Lambert Lütkenhorst begrüsst die Schüler. Foto: Alexander Fichtner

Elisabeth Ruge persönlich engagiert

Begrüssung der Schüler durch Elisabeth Ruge. Foto: Alexander Fichtner

In einem persönlichen Statement erläuterte Ruge ihre Motivation: „Ich engagiere mich seit Jahren in der Stiftung 20. Juli 1944. Dieses Engagement ist einerseits aus der Familiengeschichte begründet, andererseits auch aus meinem Interesse an den vielen Facetten des Widerstands. Was mich besonders bewegt, ist die Vielfalt: Neben Militärs waren Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Diplomaten und Menschen aus dem einfachen Rettungswiderstand Teil dieses Netzwerks. Diese Breite möchte ich sichtbar machen.“

Ruge während der Lesung. Foto: Alexander Fichtner

Die Schüler zeigten sich beeindruckt von Elisabeth Ruges persönlicher Verbindung zu den historischen Ereignissen: Als Enkelin von Fritz-Dietlof von der Schulenburg, einer Schlüsselfigur des Widerstands und Mitplaner des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944, hat sie nicht nur eine persönliche, sondern auch eine historische Perspektive auf das Thema. Ruge betonte: „Diese Geschichten sind nicht nur meine Familiengeschichte, sondern ein Teil unserer kollektiven Erinnerung.“

Die Aula der Realschule war voll. Foto: Alexander Fichtner

Wer die Lesung verpasst hat, hat am 7. Dezember 2024 um 16:00 Uhr eine weitere Gelegenheit. In der Tisa von der Schulenburg-Stiftung in Dorsten wird Elisabeth Ruge erneut aus „Drei Frauen“ lesen. Begleitet wird sie von musikalischen Beiträgen von Laura Schulte-Sasse (Saxophon) und Dennis Woller (Gitarre). Der Eintritt ist frei, Spenden werden zugunsten des Fördervereins Denkstätte Teehaus Trebbow erbeten.

Elisabeth Ruge geht auf eine Frage des Publikums ein. Foto: Alexander Fichtner

Mit dieser Lesung verbindet Elisabeth Ruge auf eindrucksvolle Weise Literatur, Geschichte und Erinnerungskultur. Die Schüler der St. Ursula Realschule und des Gymnasiums haben sie dafür mit Aufmerksamkeit und Begeisterung belohnt – ein Nikolausgeschenk der besonderen Art.

Gespannt hörten die Schüler zu. Foto: Alexander Fichtner

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