Dorsten diskutiert: 200 € Bußgeld für Hundehaufen

Neuer Bußgeldkatalog in Dorsten – Steigerungsfähig bei Wiederholungstäter

Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entsorgt, der zahlt zukünftig! Hundi kackt und Frauchen oder Herrchen schauen zu und lassen die stinkenden Haufen unbeachtet liegen.

Sehr zur Freude vieler Bürgerinnen und Bürger, denn mittlerweile liegen die sogenannten Tretminen im Stadtgebiet, in Parks und auf Spielplätzen „haufenweise“ rum. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entsorgt, der zahlt, sagte sich auch die Stadt Dorsten.

Die Stadt Werne hat bereits seit dem 7. März verschärfte Maßnahmen gegen das Liegenlassen von Hundehaufen beschlossen. 200 Euro werden pro Hundehaufen fällig, fast sechs Mal so viel wie bisher.

„Ist die Strafe angemessen oder übertrieben?“

Wir von Dorsten-Online nahmen diese Frage auf und starteten auf Facebook eine Umfrage.
80 Prozent der Leser stimmten dafür und fanden die Strafe angemessen.

 

Wie sieht es aber mit einem Strafzettel in Dorsten und den umliegenden Ortschaften aus, wenn ein Hundehalter auf frischer Tat ertappt wird? Und wie hoch ist das Bußgeld?

Die Stadt Dorsten hat im Zusammenhang mit der Konzeptionierung für einen kommunalen Ordnungsdienst (KOD) in der Ratssitzung am 18.10.2017 den Bußgeldkatalog der Stadt neu gefasst. Danach können folgende Bußgelder (nicht „Gebühren“) erhoben werden.

Bis zu 500 Euro

Für das Mitführen von Hunden auf Spielplätzen soll ein Bußgeld von 25 bis 100 Euro (je nach Größe des Hundes) fällig werden.

Das Hinterlassen von Tierkot:
• auf Gehwegen 45 bis 300 Euro
• in Grünanlagen 35 bis 250 Euro
• auf Spiel- und Bolzplätzen 200 bis 500 Euro

Steigerungsfähig bei Wiederholungstäter

Allerdings soll, laut Sprecher der Stadt Dorsten Ludger Böhne, dass Bußgelder eine „erziehende“ Wirkung entfalten. Deshalb geben die Summen einen Rahmen vor.
„Es wird in der Regel zuerst das niedrigste Bußgeld verhängt. Die höheren oder Höchstsätze können nach Ermessen zur Anwendung kommen, wenn jemand seinen Hund mitten in einem Sandkasten auf einem Spielplatz verrichten lässt oder wenn ein Hundehalter mehrfach erwischt wird und sein Verhalten nicht ändert. Den Blick ausschließlich auf die Höchstbeträge zu richten, würde den Sachverhalt also verzerren“, erklärt Ludger Böhne.

Falterbarer Hundeklo -einfache Art der Entsorgung in Kanada
Auch eine Möglichkeit, den Hundekot zu entsorgen – Direkt ab in die Tüte. Foto: Petra Bosse

Noch keine Einschätzung

Ob das aber letztendlich die Hundehalter davor abschreckt, die Tretminen des Hundes nicht mehr liegen zulassen? Eine Einschätzung von Seiten der Stadt sowie einen Erfahrungsbericht gibt es derzeit noch nicht, denn bis jetzt konnte die neue Verordnung in der Stadt Dorsten noch nicht bewertet werden. Erst im nächsten Jahr kann es erste Einschätzungen geben, denn der kommunale Ordnungsdienst (KOD) wird erst in den nächsten Monaten aufgebaut und sich dann auch um dieses Thema kümmern.

Hundescheiße auf Gehwegen
Hundekot ohne Anfang und ohne Ende

Dem Hund auf „der Spur“

Dem Hund auf der „Spur“ müssen Ordnungshüter sein, um ein Verfahren gegen Hundehalter wegen nicht weggeräumten Hundekots überhaupt einleiten zu können. In wie vielen Fällen 2017 die Ordnungsbehörde der Stadt tätig war, sei derzeit noch schwierig zu beantworten, denn die ordnungsbehördlichen Bußgelder für das Hinterlassen von Hundekot müssten aus der Summe aller ordnungsbehördlichen Bußgelder herausgesucht werden, da sie nicht getrennt erfasst werden.

Knappe Personalressourcen

Da es allerdings eher schwierig sei, so Ludger Böhne, die Hundekotsünder zu ertappen, sei die Zahl auf jeden Fall niedrig, irgendwo zwischen zehn und 20.
In der zweiten Jahreshälfte 2018, spätestens dann, wenn der KOD vollständig aufgestellt ist, wird diese Zahl sicherlich steigen, denn bislang führte der Außendienst des Ordnungsamtes im Rahmen knapper Personalressourcen und neben vielfältigen anderen Aufgaben gelegentlich solche Kontrollen durch. „Erst wenn der KOD personell vollständig aufgestellt ist, werden intensivere Kontrollen gegen das Hinterlassen von Hundekot möglich sein“, so der Sprecher der Stadt Dorsten.

15 Kotbeutelstationen

Derzeit gibt es in der Stadt 15 Kotbeutelstationen und wie in anderen Gemeinde, so Böhne, sei das Bild wohl ähnlich: „Wir wissen von Hundebesitzern, dass sie das Angebot dankbar annehmen. Es gibt aber auch die üblichen Fehlnutzungen wie Kot mit dem Beutel aufnehmen und den Beutel dann in die Büsche werfen“.

Grundsätzlich sei aus zumeist aus größeren und Großstädten, die sich intensiver mit dem Thema befasst haben, bekannt, dass nur ein Zusammenspiel von Maßnahmen den Ärger über Hundekot einigermaßen wirksam eindämmen kann:
Dazu gehören 1. Positives Angebot (z. B. Beutelspender), 2. Öffentlichkeitsarbeit und 3. Kontrollen.

Petra Bosse