StartGlosse# 137 Glosse von Anke - Rentenplanung ohne Rentenfrust

# 137 Glosse von Anke – Rentenplanung ohne Rentenfrust

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit

Rentenplanung

Als Studentin habe ich mir in den Semesterferien als „Telefonistin“ bei einem großen, weltweit agierenden Unternehmen mein schmales Budget aufgebessert. Da saß ich dann in einem denkmalgeschützten Gebäude in meinem „Kämmerlein“ vor einem mit Knöpfen und Schaltern reichlich bespickten Holztisch. Ständiges Blinken und Tuten mahnten mich zum aktiven Handeln, um die Anliegen der hereinkommenden Anrufer aus aller Welt weiterzuleiten und den Fachleuten im Hause ans Ohr zu legen. (Kurze Erklärung für die jüngere geneigte Leserschaft: In den 1980er Jahren sah die Kommunikation per Telefon noch anders aus!)

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Beschäftigung in ruhigen Zeiten

In ruhigen Arbeitsphasen vertrieb ich aufkommende Langeweile, indem ich zur großen Freude der Belegschaft Kreuzworträtsel für sie entwarf. Das bescherte mir einen regen internen Telefonverkehr, bei dem ich ehrgeizigen Ratefüchsen auf die Sprünge helfen musste: „Hallo, Frau Meyer, was kann ich für Sie tun?“ – „Sie könnten mir die Lösung für Nr. 4 waagerecht mit 5 Buchstaben verraten. Sonst komme ich einfach nicht mehr weiter …“

Ein Entschluss fürs Leben

In dieser Zeit fasste ich den Entschluss, niemals in meinem Leben einen Beruf auszuüben, bei dem ich täglich mit leidvollem Seufzen die noch verbleibenden Tage bis zur ersehnten Rente zähle. Heute – gute 40 Jahre später – kann ich mit Dankbarkeit behaupten: Das ist mir gelungen! Und bei allem Verständnis für die Freude auf einen wohlverdienten Ruhestand kann ich mit der mitleidschwangeren Frage: „Na, wie lange musst Du denn noch?“ immer noch wenig anfangen. Im Gegenteil: Spielt meine Gesundheit mit, könnte ich mir vorstellen, auch nach meinem offiziellen Renteneintrittsalter weiterzuarbeiten.

Dienstjubiläen als Ansporn

Zusätzliche Motivation für diese Pläne erhielt ich nun per Hauspost von meinem Arbeitgeber mit dem Schreiben zur Festsetzung meiner Dienstjubiläen, die auf der Grundlage der Jubiläumszuwendungsverordnung NRW berechnet wurde. Darin werde ich darüber informiert, dass ich am 01.07.2044 mein 25. Dienstjubiläum erreiche, und ich mich am 01.07.2059 über das 40. Dienstjubiläum freuen darf. Na prima – ich freu mich!

Ein Blick in die ferne Zukunft

Das Goldene Dienstjubiläum am 01.07.2069 werde ich allerdings aus Zeitgründen absagen müssen: Mit 108 Jahren ziehe ich es vor, meine Mitbewohner_innen im Seniorenheim mit selbstgemachten Rätseln zu versorgen und nebenbei das Telefon zu bedienen.

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