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#138 Glosse von Anke – Tradition der Walpurgisnacht

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. 

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Hexerei

Nun, wie seid Ihr in den Wonnemonat Mai gestartet? Ich war am Abend des 30. April zum Hexentanz nach Düsseldorf eingeladen. Aus Zeitgründen habe ich auf den „Ritt“ auf meinem Reisigbesen verzichtet und bin lieber per Auto über die Autobahn angereist.

Traditionell werden in der sogenannten Walpurgisnacht an vielen Orten Feuer entzündet, um die Geister des Winters zu vertreiben und freudig den Frühling zu begrüßen. Gleichzeitig – so spricht die Legende – schwingen die Hexen auf ihrem Tanzplatz auf dem Harzer Brocken ihre dürren Beinchen.

Die heilige Walburga

Wie dem auch sei – die heilige Walburga, der die sogenannte Walpurgisnacht ihren Namen verdankt, hatte mit Hexen eigentlich wenig am Hut. Sie wurde um das Jahr 710 als eines von vielen Kindern einer wohlhabenden englischen Familie in Devon (Wessex) geboren, wurde sehr früh Ordensfrau und auf ihre Aufgabe als Missionarin in den heidnischen deutschen Landen vorbereitet. Später landete sie dann im mittelfränkischen Heidenheim, wo sie die Leitung des Doppelklosters übernahm und damit ihren Ruhm als bedeutende Frau des christlichen Europas begründete. Um das Jahr 779 herum starb Walburga. Gut 90 Jahre später wurde sie heiliggesprochen.

Welche Wunder hat sie denn bewirkt

Jetzt mag man sich fragen: Welche Wunder hat sie denn bewirkt? Hat sie böse Hexen vom Besen gestoßen, vom Satan befreit und zu gottesfürchtigen Dienerinnen bekehrt? Nichts dergleichen. Man sagt, sie habe ein Kind vor dem Verhungern gerettet und einen tollwütigen Hund beruhigt. Auch von Krankenheilungen wird berichtet.

Aber welches Wunderwerk verbindet sie denn dann mit der Tradition der Walpurgisnacht? Die Antwort ist so simpel wie enttäuschend: Der Tag ihrer Heiligsprechung war ein 1. Mai. Sozusagen ein zufälliges Termin-Zusammentreffen, das die verhexte Verbindung schuf. Tja, so kann man als Heilige zu Hexen kommen, wie die Jungfrau zum Kind.

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