Wenn an einem Donnerstag im Frühling die Biergärten gut gefüllt sind, die Wälder von wandernden Gruppen belebt werden und manch einer stolz mit Bollerwagen und lauter Musik unterwegs ist, dann ist es wieder soweit: Vatertag! Doch dieser Tag geht eigentlich auf ein kirchliches Fest zurück: Christi Himmelfahrt.
Christi Himmelfahrt – was genau feiern wir da eigentlich?
Der Feiertag, der immer 39 Tage nach Ostern gefeiert wird, erinnert an die Rückkehr Jesu Christi in den Himmel. Nach der biblischen Überlieferung verabschiedete sich Jesus an diesem Tag von seinen Jüngern und kehrte zu Gott, seinem Vater, zurück. Ein Fest also, das den Abschluss des Osterkreises markiert und zugleich ein Zeichen der Hoffnung für Christen ist. So wie Jesus in den Himmel aufstieg, sollen auch die Gläubigen einst in die Nähe Gottes gelangen.
Aber wie kommt es nun, dass Christi Himmelfahrt auch als „Vatertag“ gefeiert wird?
Tatsächlich hat diese Verbindung eine eher weltliche Geschichte. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sich in vielen Gegenden Deutschlands der Brauch, an Christi Himmelfahrt Ausflüge ins Grüne zu machen – zunächst als so genannte „Herrenpartien“. Männer, oft Väter, nutzten den freien Tag, um gemeinsam zu wandern, zu feiern und sich in geselliger Runde zusammenzufinden. Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus der „Vatertag“, wie wir ihn heute kennen.
Am Vatertag mit dem Bollerwagen durch die Natur
Besonders beliebt ist bis heute der Brauch, mit einem Bollerwagen, gefüllt mit Getränken und Proviant, loszuziehen – oft begleitet von Musik und guter Laune. Für viele steht der Tag im Zeichen von Gemeinschaft, Spaß und der Würdigung der Väterrolle. Auch wenn nicht jeder, der mitzieht, Vater sein muss. In ländlichen Regionen gibt es zudem alte Traditionen wie das „Maisingen“, bei dem Männer in den frühen Morgenstunden singend durch die Dörfer ziehen.
Kritisch betrachtet wird der Vatertag jedoch auch immer wieder. Manche sehen in den ausgelassenen Feiern und dem häufig hohen Alkoholkonsum eine problematische Seite des Brauchs. Dennoch bleibt der Tag für viele ein Anlass, die Natur zu genießen, Zeit mit Freunden zu verbringen und – im besten Fall – auch einmal „Danke“ an die Väter zu sagen.
So verbinden sich an Christi Himmelfahrt zwei Welten. Zum einen die kirchliche Erinnerung an die Himmelfahrt Jesu, zum anderen die weltliche Feier der Väter. Vielleicht ist gerade diese Mischung aus Spiritualität und Lebensfreude der Grund, warum dieser Tag in so vielen Kalendern dick angestrichen ist. Ein Tag, an dem man innehalten – oder einfach die Gemeinschaft genießen kann.




























