Manchmal braucht es keine lauten Töne, um gehört zu werden. Beweis dafür ist Antonius von Hebel, ehemaliger Geschäftsführer des Freizeitbades Atlantis, seit 2001 Leiter des Entsorgungsbetriebs Dorsten, sowie noch bis Ende Juni 2025 Geschäftsführer der Lebenshilfe Lippestadt Dorsten gGmbH und der Lebenshilfe Dorsten e.V.
„In den fast neun Jahren, in denen ich mit Antonius von Hebel zusammengearbeitet habe, habe ich ihn stets als wertschätzenden Zuhörer erlebt. Er wurde nie laut, auch wenn seine Geduld manchmal auf die Probe gestellt wurde“, blickt Elke Gertdenken, Prokuristin der Lebenshilfe Dorsten, zurück. „Herr von Hebel hat seine Entscheidungen klar getroffen und blieb dann auch konsequent dabei.“
Auch Antonius von Hebel selbst blickt auf seine berufliche Vergangenheit in Dorsten zurück: „Es war ein bewegtes Leben und ich war bei allen meinen Tätigkeiten mit Herzblut und Begeisterung dabei, obwohl sie sich völlig voneinander unterschieden.“
1955 im Emsland geboren, verbrachte der junge Antonius einige Zeit in einem katholischen Internat in Meppen. „Hat aber mit mir nicht so funktioniert“, schmunzelt er. Er wechselte aufs Gymnasium, machte dort sein Abi und begann 1977 sein Jurastudium in Berlin. Ein Jahr später wechselte er zur Uni nach Münster und ist seitdem dem Münsterland treu geblieben. Ebenso treu blieb er auch seiner Branche, der Entsorgungswirtschaft, in der er bis heute tätig ist.

„Schrittweise herunterfahren“
„Ich bin jetzt 70, da wurde es Zeit, nicht nur ans Aufhören zu denken, sondern meine Aktivitäten schrittweise herunterzufahren.“ Als Erstes legte er daher 2022, nach elf Jahren, sein Amt als Geschäftsführer des Atlantis nieder. „Es waren damals turbulente Zeiten, aber gemeinsam mit allen Mitarbeitern des Freizeitbades ist es uns gelungen, das Atlantis sehr gut aufzustellen.“ Patricia Miske, Marketing-Managerin des Bäderbetriebes, blickt auf viele Jahre der vertrauensvollen und engagierten Zusammenarbeit mit Antonius von Hebel zurück, sowohl im Atlantis als auch bei der Lebenshilfe Dorsten. „Seine ruhige, verbindliche Art und sein Gespür für Menschen und Situationen haben mich beeindruckt und nachhaltig persönlich geprägt.“
Antonius von Hebel selbst ist dagegen beeindruckt von dem Engagement aller Mitarbeiter der Dorstener Lebenshilfe und wird dem Verein auf jeden Fall weiterhin ehrenamtlich erhalten bleiben.
„Ludger Circel brachte mich erstmals auf den Gedanken, mich bei der Lebenshilfe einzubringen“, erinnert er sich. „Ich war auf der Suche nach einer Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Durch meine Kontakte zu Menschen mit Behinderungen, sei es durch meine Cousine oder durch Fahrten, die ich als Student mit ihnen unternahm, war der Bodycheck als erster Kontakt mit einem Bewohner der Villa Keller für mich nicht ganz so ungewohnt.“
2016 wurde er in den Vorstand der Lebenshilfe gewählt, seit dem 1. Januar 2018 ist er dort Geschäftsführer. „Es ist an der Zeit, der Stadt Dorsten auch öffentlich Danke zu sagen. Danke dafür, dass sie während der Pandemie unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas, der Schulbegleitung sowie des Atlantis in der Kurzarbeit durch den KOD so hervorragend aufgefangen hat.“ Auch Elke Gertdenken erwähnt noch einmal diese Jahre: „Ich konnte mir in dieser strubbeligen Zeit keinen anderen Geschäftsführer vorstellen als Herrn von Hebel. Wir mussten bei unseren acht Einrichtungen unterschiedliche Vorschriften beachten, aber unser Geschäftsführer schaffte es immer, den Überblick zu behalten.“
Antonius von Hebel als Brückenbauer
Tobias Wessel, Geschäftsführer der Lebenshilfe Lippestadt Dorsten gGmbH, ergänzt: „Herr von Hebel hat stets zielorientiert gearbeitet und gab uns so mit seinen Entscheidungen die nötige Sicherheit. Er ist ein Brückenbauer und Netzwerker, der uns viele Türen geöffnet hat. Ich freue mich, dass ich als sein Nachfolger von seinem riesigen Erfahrungsschatz profitieren kann.“

„Brücken zu bauen entspricht dem Wahlspruch des Münsteraner Studentenheimes und ist mein Lebensmotto geworden“, verrät uns Antonius von Hebel. Bis Ende des Jahres begleitet er noch den Zusammenschluss der Bereiche Straßenunterhaltung, Grünflächenpflege und Entsorgung zum KSD mit seinem Wissen. „Auch wenn ein tödlicher Unfall sowie eine an Covid verstorbene Bewohnerin unserer Einrichtung meine berufliche Laufbahn überschatten, so überwiegen meine positiven Erinnerungen und ich bin dankbar für all die Jahre, die ich beruflich in Dorsten verbringen durfte“, zieht der Billerbecker Bilanz. „Nun aber freue ich mich darauf, ohne Prüfungsstress Italienisch und Niederländisch zu lernen, mit meinem restaurierten VW-Käfer zu reisen und in der Eifel sowie im Thüringer Wald zu jagen.“




























