Mit einem festlichen Konzert im Gemeinschaftshaus Wulfen fand am Samstagabend die 30. Wulfener Musikwoche ihren Höhepunkt. Unter dem Motto „Vivaldi meets Jenkins“ präsentierten Chor, Orchester und Solistin ein Programm, das barocke Klangfülle mit moderner Spiritualität verband – und das Publikum bis weit über Dorsten hinaus anlockte. Schon die vielen Autokennzeichen aus Münster, Essen und dem Ruhrgebiet zeugten von der Strahlkraft dieser traditionsreichen Musikwoche, die längst ein fester Bestandteil des Dorstener Kulturlebens ist.
Die Wulfener Musikwoche ist mehr als ein Konzert: Sie ist ein jährlich stattfindender Ferienkurs für Chormusik, bei dem sich Sängerinnen und Sänger unterschiedlicher Generationen eine Woche lang intensiv einem Werk widmen. Dass sich zum Jubiläumschor viele „altbekannte Gesichter“ aus vergangenen Jahren einfanden, verlieh der Aufführung einen familiären Charakter – eine lebendige Tradition, die seit 30 Jahren trägt.

Barocke Strahlkraft: Vivaldis „Gloria“
Eröffnet wurde das Jubiläumskonzert durch Antonio Vivaldis berühmtes „Gloria in excelsis Deo“. Der venezianische Komponist, einer der prägenden Meister des Barock, verband in diesem Werk strahlende Chöre mit kantablen Melodien und lebendiger Rhythmik. Unter der musikalischen Leitung von Markus Karch, der bereits zum vierten Mal den Taktstock in Wulfen führte, entfalteten Chor und die Philharmonia Frankfurt eine energiegeladene, präzise Interpretation. Sopranistin Annette Regnitter setzte mit ihrer klaren, hellen Stimme glanzvolle Akzente und überzeugte durch emotionale Intensität.

Jenkins’ „Cantate Domino“ – Klangbrücke in die Gegenwart
Nach der Pause des Jubiläumskonzert führte die Reise in die Moderne: mit Karl Jenkins, einem walisischen Komponisten. Er ist für seine genreübergreifenden Werke bekannt ist. Sein „Cantate Domino“ – lateinisch für „Singet dem Herrn ein neues Lied“ – knüpft an die jahrhundertealte Tradition geistlicher Chormusik an. Dabei verbindet es aber klassische Strukturen mit zeitgenössischen Harmonien und rhythmischer Frische. Jenkins schafft es, alte liturgische Texte in eine musikalische Sprache zu übertragen, die auch heutige Zuhörer unmittelbar anspricht. Der Chor meisterte die anspruchsvollen Wechsel zwischen getragenen, fast mystischen Passagen und strahlenden Höhepunkten souverän.

Begeisterung im Publikum beim Jubiläumskonzert
Das Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solistin wurde vom Publikum im vollbesetzten Saal begeistert aufgenommen. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Lohn für eine intensive Probenwoche. Ein Konzert, das eindrucksvoll bewies, wie lebendig und verbindend Chormusik wirken kann.

Mit der 30. Auflage hat die Wulfener Musikwoche nicht nur ihr Jubiläum gefeiert. Es hat aber auch erneut gezeigt, dass sie weit über die Grenzen Dorstens hinaus eine feste Größe im Kulturkalender ist. Es schlägt eine Brücke zwischen musikalischen Epochen schlägt.





























