Was für ein Jubiläum: Seit nunmehr 20 Jahren bietet die Selbsthilfegruppe „Atemlos und Lebensfroh“ Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und deren Angehörigen Halt, Informationen und die Gewissheit, mit ihrer Krankheit nicht allein zu sein. Gegründet 2005 unter dem Dach der Deutschen Sauerstoff-Liga LOT e.V. als „Gruppe Dorsten, nördliches Ruhrgebiet“, hat sich die Initiative zu einem wichtigen Ankerpunkt in der Region entwickelt.
Zunächst trafen sich die Mitglieder im St.-Elisabeth-Krankenhaus, wo die damaligen Chefärzte der Pneumologie, Dr. N. Holtbecker und Dr. Thomas, die Gruppe mit regelmäßigen Fachvorträgen unterstützten. Durch bundesweite Patientenkongresse der Sauerstoff-Liga flossen zudem wertvolle Erkenntnisse in die Arbeit ein. Als die Teilnehmerzahl wuchs, bot der Gasthof Schult in Dorsten-Östrich den nötigen Raum.
Nach Gründung führten zunächst Leopold Sures, Michael Golinske und Willy Alfes die Gruppe. Seit 2017 liegt die Leitung bei Heinz Stockhoff, unterstützt von Günter Nowak und Norbert Zeiger. Heute zählt die Gruppe 20 bis 30 Mitglieder aus den Kreisen Recklinghausen, Wesel und Borken.

Neustart nach Auflösung der Bundesorganisation
Die Corona-Pandemie bedeutete für viele Selbsthilfegruppen eine harte Zäsur. Zahlreiche Ortsgruppen lösten sich auf – auch die Deutsche Sauerstoff-Liga musste 2023 ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Doch die Dorstener Gruppe beschloss, unabhängig weiterzumachen: Am 15. Juni 2023 gründete sie sich neu als Selbsthilfegruppe „Atemlos und Lebensfroh“.
Mit Unterstützung des Paritätischen Netzwerks Selbsthilfe Recklinghausen konnten Flyer, Roll-Ups und ein mobiler Messestand angeschafft werden – finanziert von den Krankenkassen. Zudem ist die Gruppe seit diesem Jahr Kooperationspartner des Lungenkrebszentrums Westfalen und beteiligt sich am Aufbau eines bundesweiten Netzwerks für Selbsthilfegruppen im Bereich Atemwegserkrankungen.
Regelmäßige Treffen bieten Betroffenen und Angehörigen neben fachlichen Vorträgen von Pneumologen auch Beratung im Umgang mit Krankenkassen, Pflegekassen, Behörden und bei der Auswahl von Hilfsmitteln.
Lob und Anerkennung aus Stadt und Medizin
Im offiziellen Grußwort der Stadt Dorsten gratuliert Bürgermeister Tobias Stockhoff der Gruppe im Namen von Bürgerschaft, Rat und Verwaltung:
„Sie leisten einen wichtigen Dienst für Menschen, die von einer häufig schweren und chronischen Krankheit betroffen sind, geben einander Rückhalt und Unterstützung und helfen sich untereinander mit dem Austausch von Informationen und Erfahrungen. (…) Mit diesem Gedanken löst sich auch der scheinbare Widerspruch im Namen dieser Gruppe auf: ‚Atemlos und – trotzdem! – lebensfroh‘.“
Auch Dr. N. Holtbecker, langjähriger Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord, blickt dankbar auf die enge Zusammenarbeit zurück:
„Mit großem Respekt haben wir die Arbeit der Gruppenleitungen und Mitglieder über die Jahre betrachtet. Sie stellen für viele Betroffene eine unschätzbare Informations- und Beratungsstelle dar. (…) Wir bedanken uns ganz ausdrücklich für die Zusammenarbeit in den letzten 20 Jahren, für Ihre Motivation und Ihren Einsatz.“
„Atemlos und Lebensfroh“: Der Blick nach vorn
Die Gruppe möchte weiterhin ein verlässlicher Anlaufpunkt für Menschen mit COPD, Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen sein – und zugleich ein Ort für Austausch, Motivation und Lebensfreude.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres dankt die Leitung allen Unterstützern der letzten zwei Jahrzehnte – Ärzten, Partnern, Krankenkassen und nicht zuletzt den engagierten Mitgliedern, die „Atemlos und Lebensfroh“ zu dem machen, was es ist: ein starkes Netzwerk für mehr Lebensqualität trotz Atemnot.




























