Autos dominieren den öffentlichen Raum – zumindest nach Fläche gemessen. Beim alljährlichen „Parking Day“ wird diese Selbstverständlichkeit hinterfragt: Parkplätze werden vorübergehend umgewidmet, um zu zeigen, wie öffentliche Flächen anders genutzt werden könnten. Auch in Dorsten engagierte sich der ADFC am 19. September bereits zum dritten Mal mit einer solchen Aktion – und reiht sich damit in eine wachsende bundesweite Bewegung ein.
Der Parking Day ist ein internationaler Aktionstag, der seit 2005 jedes Jahr am dritten Freitag im September stattfindet. Seinen Ursprung hat er in San Francisco: Dort verwandelte das Künstlerkollektiv „Rebar“ erstmals einen Parkplatz in einen kleinen Park. Die Idee breitete sich rasch weltweit aus. Auch in Deutschland beteiligen sich inzwischen zahlreiche Städte und Verbände – allen voran der ADFC, aber auch Umweltorganisationen wie der BUND oder der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Gemeinsam nutzen sie den Tag, um auf die enorme Fläche aufmerksam zu machen, die Autos im öffentlichen Raum beanspruchen, und um Alternativen erlebbar zu machen.
Viele Gespräche am Parking Day in Dorsten
Der ADFC Dorsten richtete an der Kappusstiege zwischen 9 und 12 Uhr drei Parkplätze symbolisch neu ein. Dort, wo normalerweise Autos parken, luden Sitzflächen, kleine grüne Oasen und Spielmöglichkeiten zum Verweilen ein. „Es geht darum, den wertvollen Raum, den Parkplätze im öffentlichen Straßenraum einnehmen, modellhaft kurzfristig umzuwidmen“, erklärte die Ortsgruppensprecherin Bärbel Pötsch. Ziel sei es, zu zeigen, wie sich Straßenraum zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation entwickeln kann.
Viele Passanten blieben stehen, kamen ins Gespräch und äußerten sich positiv zu der Aktion. Selbst die anfängliche Sorge mancher Anwohner, der ADFC wolle dauerhaft Parkplätze abschaffen, konnte im direkten Austausch ausgeräumt werden. „Die Angst, der ADFC will uns unsere Parkplätze nehmen, konnten wir in den Gesprächen nehmen“, so Pötsch.




























