Für viele langjährige Tennisspieler klang der Vorschlag des Vorstandes des TC Deuten vor zwei Jahren wie eine völlig verrückte Idee. Nach dem Neubau des Ganzjahresplatzes mit Flutlicht brachten die Deutener die Idee an den Start, zukünftig im Winter draußen zu trainieren und nicht mehr in der Halle. Mittlerweile ist aus der verrückten Idee im Dorstener Norden Normalität geworden. Der Club geht in seine zweite Wintersaison unter freiem Himmel und profitiert nachhaltig von der neuen Infrastruktur.
Auf rund 15.000 Euro bezifferte Deutens Schatzmeisterin Nicole Schürhoff zu Beginn der ersten Wintersaison 24/25 die Einsparungen der Trainingsteilnehmer pro Wintersaison. Mittlerweile dürfte der Betrag noch höher liegen, denn auch die Hallenpreise steigen weiter an.
Auf Tennishallen greifen nur noch wenige Mitglieder des TC Deuten zurück. Rund 80 regelmäßige Trainingsteilnehmer sind es im Winter 25/26. Hinzu kommen die Mitglieder, die den Platz außerhalb der Trainingszeiten nutzen. „Das Thema Halle war bei den Winterplanungen unserer Mitglieder nicht mehr präsent“, sagt Deutens Vorsitzender Jan-Henning Janowitz. Im Gegenteil: Etliche Eltern, deren U8-Kids im letzten Jahr noch in der Halle trainiert haben, wünschen sich nun auch ganzjähriges Training an der frischen Luft.
„Gut für das Immunsystem“
Kinderärztin Dr. Gabi Bennemann, deren Tochter Eva für die Regionalliga-Mannschaft des TC Deuten spielt und mittlerweile in der Jugend-Weltspitze angekommen ist, ermutigte den Deutener Vorstand schon damals in seinem Vorhaben. „Gerade im Winter ist Sport und Bewegung an der frischen Luft sehr gut für das Immunsystem und auch die Psyche. Sowohl für Kinder und Jugendliche aber natürlich auch für Erwachsene“. Zudem können viele Kids genau wie im Sommer mit dem Fahrrad zur Anlage fahren, Fahrdienste der Eltern entfallen. So wird auch die Umwelt geschont.
Ein ganz wichtiger Punkt ist für den Deutener Vorstand aber auch der soziale Faktor. Während das Training in der Halle mit deutlichen Mehrkosten verbunden ist, bleiben die Trainingsgebühren in Deuten nahezu über das gesamte Jahr konstant. Somit hängt die Trainingsbeteiligung und die Trainingshäufigkeit nicht mehr in erster Linie vom Geldbeutel der Eltern ab. Die Idee vom Bergmann und Gründervater des TC Deuten, Bernhard Kollecker, Tennis für alle sozialen Gruppen zu ermöglichen, wurde viele Jahre nach seinem Tod vom aktuellen Vorstand damit erneut in die Tat umgesetzt.




























