Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Benehmen ist (k)eine Glückssache
„Entschuldige mal, aber Du hast da eine Pullover-Fluse auf Deiner rechten Augenbraue hocken!“ Dieser Hinweis einer Freundin in der Geburtstagsrunde war gut gemeint und für mich durchaus wertvoll. Schließlich will ich ja nicht den gesamten Abend ahnungslos mit dieser optischen Störung im Gesicht meinen Mitmenschen zuzwinkern.
Unangenehme Situationen
Unangenehme Situationen wie diese tauchen immer wieder im Alltagsleben auf: Da klammert sich ein Spinatblättchen vom Mittagessen noch krampfhaft am Schneidezahn fest, da hat es sich ein Make-Up-Klecks in der tiefen Falte neben dem linken Nasenflügel bequem gemacht … Manchmal merke ich erst im Büro, dass mir noch ein Lockenwickler im Pony sitzt, während der Klassiker in der Männerwelt sich oft nach einem Toilettenbesuch ereignet und anzügliche Reaktionen auslöst: „Eh, Vorsicht: Dein Kuhstall ist offen!“ oder „Heute Tag der offenen Tür?“
Nun sollte man sich aber nicht selbst wie „eine offene Hose“ benehmen, wenn man sein Gegenüber auf eine unappetitliche Unachtsamkeit aufmerksam machen möchte. Diskretion, ein neutraler wertfreier Tonfall , eine freundliche unaufgeregte Körpersprache nach der „Ich-würde-es-auch-wissen-wollen“-Regel entkrampfen die heikle Situation und zeigen gute Absicht.
Denkt mal darüber nach. Und falls Ihr in der nächsten Woche einen weißbärtigen alten Mann mit schwerem Gepäck auf dem Rücken sichtet, dann beleidigt ihn bitte nicht mit: „Eh Alter, Du hast da einen dicken Sack auf dem Rücken!“ Nein, begegnet ihm freundlich und begrüßt ihn nach alter Väter Sitte: „Nikolaus, komm in unser Haus, pack Deine große Tasche aus!“




























