StartAnzeigeWeihnachtszauber im Park

Weihnachtszauber im Park

Ein Ort der Begegnung zur Weihnachtszeit

Veröffentlicht am

„Übermorgen ist schon wieder der erste Advent. Ach ja, wie schnell doch die Zeit vergeht“, seufzt Herr Schneider. Wie so oft in den letzten beiden Jahren schaut er aus dem Fenster in den kleinen Park. Sein Blick fällt dabei jedes Mal auf die kleine Tanne. „Schade, dass meine Wohnung nun zu klein für einen Weihnachtsbaum ist.“

Nach dem Auszug der Kinder und dem Tod seiner Frau vor drei Jahren wurde sein altes Zuhause zu groß, und er ist in eine kleine Wohnung am Stadtrand gezogen. Aber hier fehlt das Leben, es ist alles so still.

Während der alte Mann weiter auf die Tanne schaut, kommt ihm eine Idee. „Ich könnte doch die Tanne im Park schmücken, dann habe ich auch einen Weihnachtsbaum, den ich mir ansehen kann, und vielleicht haben dann auch meine Nachbarn oder Besucher des Parks Freude daran.“

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. „Marias Weihnachtsschmuck, den sie über die Jahre gesammelt hat, steht ja noch im Keller.“ Der alte Mann hat es nicht übers Herz gebracht, ihn wegzugeben und die Kinder wollten den „alten Krempel“ nicht haben.

Mühsam steigt er die Treppen in seinen Keller hinab, denn seine Knochen wollen nicht mehr so, wie er es sich wünschen würde. Vorsichtig trägt er Kiste für Kiste mit Weihnachtsschmuck nach oben und ruht sich danach erst einmal bei einer Tasse Tee aus. Er schaut aus dem Fenster und im Geiste sieht er die Tanne vor sich, wie sie im schönsten Glanz leuchtet.

Er schaut sich die Kartons genauer an. Die Weihnachtsspitze und eine besondere Kugel möchte er als Andenken an Maria aufbewahren, denn zu viele Erinnerungen hängen an diesen Stücken.

Mit dem Inhalt des ersten Kartons geht er am nächsten Tag in den Park und beginnt die kleine Tanne zu schmücken. Es ist kalt, sehr kalt, und trotz seiner Handschuhe legt Herr Schneider immer wieder eine Pause ein, um seine Hände warm zu reiben und zu pusten.

„Was machst du da?“, fragt ihn ein kleines Mädchen an der Hand seiner Großmutter. „Ich schmücke die Tanne, denn ich möchte, dass alle, die keinen Tannenbaum im Zimmer stehen haben, sich zur Weihnachtszeit an dem Baum erfreuen können“, antwortet der Senior mit angenehmer Stimme. „Darf ich dir helfen?“, fragt ihn das kleine Mädchen mit leuchtenden Augen. „Ja gerne. Wenn deine Oma es erlaubt, freue ich mich über deine Hilfe.“ Fragend schaut die Kleine ihre Großmutter an. „Oma, Oma, darf ich mithelfen?“ „Natürlich mein Schatz, ich setze mich solange hier auf die Bank und schaue euch zu.“

„Sie dürfen auch gerne mithelfen, wenn Sie mögen“, lädt Herr Schneider die freundliche Frau ein.“ Und schon bald schmücken sie zu dritt die Zweige mit bunten Kugeln, goldenen Sternen und kleinen Strohengeln. Am nächsten Tag schmücken die drei den Baum weiter und die ersten Nachbarn bleiben an der Tanne stehen und kommen mit den Senioren ins Gespräch. Sie beschließen, sich am nächsten Adventssonntag zu treffen und Tee, Glühwein und Plätzchen mitzubringen.

Stündlich kommen immer mehr Alleinstehende, aber auch junge Familien mit ihren Kindern. Mit strahlenden Augen singen sie zusammen Lieder, wärmen sich an heißen Getränken und erzählen sich Geschichten.

Mit der Zeit entstehen Freundschaften. Man hilft sich, wenn jemand krank ist, und zwei „Wunschgroßmütter“ bieten an, regelmäßig auf die Kinder aus der Nachbarschaft aufzupassen. So ist die kleine Tanne im Park schnell zu einem Ort der Begegnung geworden

Diese Geschichte ist natürlich meiner Fantasie entsprungen, doch die geschmückte Tanne im Park gibt es in Dorsten tatsächlich. Sie steht im Pestalozzipark und wird von den Kindergärten auf der Hardt mit gebasteltem Baumschmuck sowie mit den Wunschzetteln der Kinder aus den Caritas-Wohngruppen geschmückt.

Mehr aus Dorsten

Schützenfest Rhade 2026: Rhade feiert und sucht einen neuen König

Vom 25. bis 27. Juli steht Rhade wieder ganz im Zeichen des Schützenfestes. Drei Tage lang bestimmen Musik, Festzüge, Tanz und gelebte Tradition das Dorfleben....

150 Jahre Löschzug Altstadt: Vom Ledereimer zur modernen Feuerwehr

Seit anderthalb Jahrhunderten stehen Feuerwehrleute in Dorsten bereit, wenn andere Hilfe brauchen. Am Wochenende feiert der Löschzug Altstadt sein großes Jubiläum am Gerätehaus im Lippetal. Wenn...

Sommerferien in Dorsten und Umgebung: Tipps für Familien

Sommerferien in Dorsten und Umgebung: Mamá Castro sammelt Familientipps für Natur, Baden, Spielplätze, Regenwetter, Ausflüge und Jugendliche.

Sommer in der Stadt: Freizeit vor der Haustür in der Region

Freizeit vor der Haustür: Sommerideen rund um Dorsten, Haltern, Schermbeck, Raesfeld-Erle, Lippe, Kanal, Hohe Mark und Wasser.