Zum 1. Januar 2026 wird die Stadt Dorsten alleinige Gesellschafterin der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Dorstener Arbeit. Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung bleibt der Organisation weiterhin ideell verbunden und bringt sich beratend ein.
Eine wichtige Veränderung steht bei der Dorstener Arbeit an. Ab dem 1. Januar 2026 ist die Stadt Dorsten alleinige Eigentümerin der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft. Der Diözesanverband Münster der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung, kurz KAB, hat seinen bisherigen Anteil von 50 Prozent zum Nennwert von 13.000 Euro an die Stadt übertragen.
Der Rat der Stadt Dorsten hat die dafür notwendigen Beschlüsse bereits im Juni in nichtöffentlicher Sitzung gefasst. In seiner Sitzung am Mittwoch, 17. Dezember 2025, berät das Gremium abschließend über die Anpassung des Gesellschaftsvertrages.
Gemeinsame Geschichte seit 1992
Die Dorstener Arbeit wurde im Jahr 1992 gegründet. Sie ging aus der Aktion Solidarität hervor, einem eingetragenen Verein, der arbeitslose Menschen unterstützen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollte. Von Beginn an trugen sowohl die KAB als auch die Stadt Dorsten die Verantwortung als Gesellschafter.
In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich die Dorstener Arbeit zu einem wichtigen Akteur in der Stadt. Besonders junge arbeitslose Menschen wurden beschäftigt, qualifiziert und auf ihrem Weg in den regulären Arbeitsmarkt begleitet.

Breites Angebot für Dorsten
Heute ist die Dorstener Arbeit in vielen Bereichen aktiv. Dazu gehören die Sammlung und Verwertung von Altkleidern, der Betrieb der Kaktus-Sozialkaufhäuser in Wulfen und Barkenberg sowie die Ausbildungsgastronomie und die Bewirtschaftung von Räumen im Bürgerbahnhof. Hinzu kommen Quartiershausmeisterdienste, Jugendwohngruppen, Integrationskurse, handwerkliche Qualifizierungsangebote und vielfältige Beratungsleistungen für unterschiedliche Zielgruppen.
Mit diesen Projekten wurden nicht nur zusätzliche Angebote für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Es konnten auch Fördermittel für die Stadt Dorsten eingeworben werden.
Neue Rahmenbedingungen machen Schritt notwendig
In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Finanzierung gemeinnütziger Arbeit deutlich verändert. Förderprogramme sind komplexer und flexibler geworden. Um darauf reagieren zu können, sind unter Umständen Maßnahmen wie Kapitalerhöhungen oder Gesellschafterdarlehen notwendig.
Diese finanziellen Instrumente kann die KAB als Gesellschafterin nicht bereitstellen. Aus diesem Grund hat sie sich entschieden, ihre Anteile an die Stadt Dorsten zu übertragen und aus der formalen Gesellschafterrolle auszusteigen.
KAB bleibt eng verbunden
Trotz dieser Veränderung bleibt die KAB der Dorstener Arbeit weiterhin eng verbunden. Sie wird auch künftig mit bis zu drei Mitgliedern im Aufsichtsrat vertreten sein und die inhaltliche Ausrichtung der Gesellschaft beratend begleiten.
Stimmen zur Entscheidung
Bürgermeister Tobias Stockhoff betont die Bedeutung der Dorstener Arbeit für die Stadt:
„Die Dorstener Arbeit leistet seit Jahrzehnten wertvolle Dienste. Sie schafft Perspektiven, eröffnet neue Horizonte und hat viele Menschen erfolgreich in den regulären Arbeitsmarkt integriert. Projekte wie der Bürgerbahnhof, die Kaktus-Läden oder die Quartiershausmeister machen Dorsten lebenswerter und geben der Arbeit Sinn und Motivation. Uns allen ist wichtig, dass diese erfolgreiche Arbeit auch in schwierigen Zeiten verlässlich fortgeführt werden kann.“
Auch Pfarrer Michael Prinz, bis vor kurzem Diözesanpräses der KAB, blickt positiv auf die Zusammenarbeit zurück:
„Gemeinsam haben wir mit der Dorstener Arbeit ein Projekt aufgebaut, das das Leben vieler Menschen nachhaltig zum Guten verändert hat. Dass die KAB auch nach dem Ausscheiden als Gesellschafter ideell und beratend verbunden bleibt, zeigt, dass wir weiterhin ein gemeinsames Ziel verfolgen.“
Mit der vollständigen Übernahme durch die Stadt Dorsten wird die Dorstener Arbeit organisatorisch neu aufgestellt. Inhaltlich bleibt sie das, was sie seit über 30 Jahren ist: ein verlässlicher Partner für Beschäftigung, Qualifizierung und soziale Teilhabe in Dorsten.




























