Der Lippeverband feiert in wenigen Tagen ein besonderes Jubiläum. Am 19. Januar 1926 trat das Lippe-Gesetz in Kraft und markierte damit die Geburtsstunde des heutigen Wasserwirtschaftsunternehmens. Seit nunmehr 100 Jahren prägt der Verband die Entwicklung der Region und übernimmt unverzichtbare Aufgaben für Umwelt, Hochwasserschutz und Lebensqualität.
In Dorsten ist der Lippeverband mit zahlreichen Projekten sichtbar, vom Hochwasserschutz über Kläranlagen bis hin zur beliebten Lippe-Fähre Baldur.
Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung gehen Hand in Hand
Seit einem Jahrhundert sorgt der Lippeverband für die sichere Abwasserentsorgung und den Schutz vor Hochwasser. Gleichzeitig verbindet er Wasserwirtschaft mit moderner Stadtentwicklung. Renaturierte Flüsse und Bäche schaffen neue Lebensräume und attraktive Naherholungsgebiete.
„Unser Selbstverständnis als Infrastrukturdienstleister hat sich in 100 Jahren nicht geändert. Das Wohl der Allgemeinheit steht für uns an erster Stelle“, erklärt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes. Die Umgestaltung ehemaliger technischer Flussläufe ermögliche heute die Rückkehr von Pflanzen und Tieren und steigere die Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Region.

Der Lippeverband prägt Dorsten
In Dorsten ist die Lippe ein fester Bestandteil des Stadtbildes. Besonders bei Hochwasser zeigt sich die Bedeutung der Deiche, die große Teile der Stadt schützen. Mehr als ein Dutzend Pumpwerke entwässern die vom Bergbau geprägten Stadtteile. Die leistungsstärkste Anlage ist das Pumpwerk Dorsten-Hammbach, das pro Sekunde bis zu 17.000 Liter Wasser bewegt und dabei eine Fläche von 14.800 Hektar entwässert.

Ein besonderes Kapitel der Stadtgeschichte schrieb der Lippe Polder Park im Jahr 2015. Zehn Wochen lang wurde die Fläche zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal in einen außergewöhnlichen Stadtpark verwandelt, der dabei die Altstadt mit Hervest verband. Kunst, Kultur, Theater, Musik und zahlreiche Mitmachaktionen machten den Park zu einem Treffpunkt für die gesamte Stadtgesellschaft.
Warum Dorsten eine Polderstadt ist
Ein Großteil Dorstens liegt tiefer als der Wasserspiegel der Lippe. Rund 73 Prozent des Stadtgebiets zählen zu sogenannten Polderflächen. Diese Bereiche müssen daher dauerhaft entwässert und geschützt werden. Der Lippeverband übernimmt hier eine zentrale Rolle, denn ohne seine technischen Anlagen wären große Teile Dorstens hochwassergefährdet.
Zwei Kläranlagen sichern sauberes Wasser
Eine Kernaufgabe des Lippeverbandes ist die Abwasserreinigung. In der Kläranlage Dorsten-Holsterhausen wurden im Jahr 2024 über 10,3 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt, in der Anlage Dorsten-Wulfen weitere 3,86 Millionen Kubikmeter. Die Anlagen arbeiten rund um die Uhr und sichern somit die hohe Wasserqualität der Region.
Die Lippe-Fähre Baldur verbindet Stadtteile
Ein beliebtes Wahrzeichen des Lippeverbandes ist die Lippe-Fähre Baldur, die seit 2005 die Stadtteile Holsterhausen und Hardt miteinander verbindet. Die kostenlose Kurbelfähre feierte im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und ist heute ein fester Bestandteil des regionalen Radwegenetzes.

Renaturierung des Rapphofs Mühlenbach als Vorzeigeprojekt
Mit der Renaturierung des Rapphofs Mühlenbach hat der Lippeverband ein wegweisendes Projekt umgesetzt. Auf einer Länge von 1,9 Kilometern wurde dabei ein natürliches Gefälle wiederhergestellt. Mehr als 100.000 Kubikmeter Boden wurden dafür bewegt, die Investitionssumme lag bei 15 Millionen Euro. Heute fließen der Erdbach und der Rennbach ohne Pumpwerke in den Mühlenbach. Das spart dauerhaft Energie und Kosten und verbessert zudem die ökologische Qualität des Gewässers deutlich.
100 Jahre Lippeverband und der Blick in die Zukunft
Der Lippeverband steht auch nach 100 Jahren vor großen Aufgaben. Klimawandel, Starkregen, Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung bleiben zentrale Themen. Gleichzeitig schafft der Verband Lebensräume, Freizeitangebote und neue städtebauliche Perspektiven für die Menschen in Dorsten und der gesamten Region.
Der Lippeverband
Der Lippeverband wurde am 19. Januar 1926 gegründet, um die Folgen von Industrialisierung und Bergbau mit Natur, Gesundheit und Lebensqualität in Einklang zu bringen. Sitz des Verbandes ist Dortmund. Er ist zuständig für den industriell geprägten Bereich der Lippe von Lippborg bis Wesel. Bis heute arbeitet der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung nach dem Genossenschaftsprinzip. Weitere Informationen und Veranstaltungen zum Jubiläum finden Interessierte unter jubilaeum.eglv.de.




























