Kaum sind die Luftschlangen der Silvester-Party eingesammelt und aufgewickelt, muss man sie schon wieder für die Faschings-Fete aufbügeln, denn, liebe Leute: Es bleiben nur noch knapp drei Wochen, bis Prinz Karneval die närrische Hoch-Zeit einläutet. Da muss man sich schon sputen, um das passende Outfit zu organisieren.
Traditionsgemäß feiere ich mit meiner Düsseldorfer-Narren-Clique in der Landeshauptstadt – quasi der Hochburg des rheinischen Frohsinns (dafür drei Versöhnungs-Bützchen für die Kölner Jecken). Natürlich einigen wir uns schon im Oktober – meist bei Ragnas Geburtstagsfeier – auf ein Gruppenthema. Wir haben schon als viele Köche den Brei verdorben, als süße Früchtchen bei der Polonaise die Löcher aus dem Käse getanzt und als Vampir-Familie das Blut aus den eisgekühlten Cocktails gesaugt.
Diese Session werden wir als „Las Vegas“ glänzen. Die Themen-Entscheidung fiel, nachdem der Alternativ-Vorschlag „Touristen“ abgeschmettert worden war. Wir Frauen hatten uns nämlich standhaft geweigert, schon im Februar behaarte Männerbeine ertragen zu müssen, die am Fuß-Ende in weißen Tennissocken und ausgelatschten Birkenstock-Sandalen steckten.
Nun also: Las Vegas! Tja, was kommt denn da in Frage? Zur Recherche stöberte ich in der Dorstener City in diesem wunderbaren Familiengeschäft, in dem man sich in alles – von A wie Arzt bis Z wie Zauberer – verwandeln kann. Unglaublich, was die freundliche Bedienung an Kostümen so aus den Regalen fischt. Für mein Anliegen hatte sie gleich glitzernde Fräcke und Westen, eindrucksvolle Zylinder und paillettenbesetzte Hüte parat. Auch Spielkarten-benähte Jacken, Krawatten und Fliegen zerrte sie aus den Lagerbeständen.
Erschlagen von der Qual der Wahl bat ich mir Bedenkzeit aus und schlich mich erst einmal von dannen. Vielleicht sollte ich doch noch mal mit den Mädels reden – denn, wenn ich so recht überlege, sind behaarte Männerwaden im Februar doch gar nicht so schrecklich…




























